01. Dezember 2022 / 23:26 Uhr

"Wütender" Oliver Bierhoff gesteht Fehler im Umgang mit "One Love"-Debatte - Rücktritt kein Thema

"Wütender" Oliver Bierhoff gesteht Fehler im Umgang mit "One Love"-Debatte - Rücktritt kein Thema

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
In seiner ersten Analyse nach dem deutschen WM-Aus übt Oliver Bierhoff auch Selbstkritik - persönliche Konsequenzen schließt er aber aus.
In seiner ersten Analyse nach dem deutschen WM-Aus übt Oliver Bierhoff auch Selbstkritik - persönliche Konsequenzen schließt er aber aus. © IMAGO/Shutterstock
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DFB-Direktor Oliver Bierhoff hat sich nach dem WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft mit Blick auf den Umgang mit der "One Love"-Debatte selbstkritisch gezeigt. Persönliche Konsequenzen schloss er nach dem dritten erfolglosen Turnier in Folge jedoch aus.

DFB-Direktor Oliver Bierhoff hat nach dem Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Katar eingestanden, dass er und der DFB mit der Debatte um die "One Love"-Binde vor dem Auftaktspiel gegen Japan (1:2) anders hätten umgehen sollen. "Das hätten wir ohne Zweifel besser machen können. Ob das für das Ausscheiden entscheidend ist, ist ein anderes Thema", sagte der frühere Nationalspieler in der ARD und ergänzte, dass das Thema in der "sportlichen Analyse" des ernüchternden Turniers "kein Aspekt" sei.

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Trotz anders lautender Ankündigung vor dem Turnier hatten der DFB und andere Nationen auf Druck der FIFA auf das Tragen der Binde, die unter anderem für Toleranz und Diversität steht, verzichtet. Die Debatte darum hatte vor dem deutschen Turnier-Start hohe Wellen geschlagen. Die Mannschaft hielt sich vor dem Anpfiff gegen Japan auf dem Teamfoto schließlich den Mund zu, um gegen das Verbot durch die FIFA zu protestieren. Eine Aktion, die erneut für Diskussionen sorgte und den Fokus vom Sportlichen abrückte.

Bierhoff wirkte auf Fragen nach der Situation genervt. "Das kann man sicher mal irgendwann diskutieren. Aber glauben Sie nach drei Spielen, die auf dem Platz stattgefunden haben, dass diese One Love-Binde eine so große Rolle gespielt hat?", entgegnete er Moderatorin Esther Sedlaczek, die die Rolle des 54-Jährigen rund um das WM-Abschneiden wiederholt kritisch beleuchtete und Bierhoff nach nun schon drei enttäuschenden Turnier-Ergebnissen in Folge auch zu etwaigen persönlichen Konsequenzen befragte.

"Die Frage stelle ich mir gerade nicht. Natürlich weiß ich, dass solche Fragen kommen werden. Ich bin seit 18 Jahren da - vielleicht schaut man sich sachlich die gesamte Bilanz an. Da mache ich mir nicht die großen Sorgen und habe ein sehr gutes Gefühl für mich. Aber natürlich sind es andere, die es bewerten können. Bei drei schlechten Turnieren habe ich keine Argumente, die ich dagegenhalten kann. Das muss ich akzeptieren", meinte Bierhoff, der nach dem 4:2 gegen Costa Rica, das am Ende nicht für den Achtelfinal-Einzug reichte, eigenen Angaben zufolge "geschockt" sei.

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"Die Enttäuschung ist natürlich riesig - und man spürt Wut. Wut, weil ich - wenn man die drei Spiele gesehen hat - glaube, dass wir es selbst in der Hand hatten, in dieser Gruppe zu bestehen. Es fing mit dem ersten Spiel an, was mich am meisten ärgert. Wir hatten Japan im Griff, die 20 Minuten am Ende haben uns viel gekostet", sagte der Manager während seiner sportlichen Analyse. Seine Wut richte sich "auf uns alle", erklärte Bierhoff: "Wir sitzen alle in einem Boot. Es geht nicht darum: Wer hat hier schuld? Die Spieler haben alles gegeben. Aber am Ende muss man klar feststellen, dass es einfach zu wenig ist."

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