08. Februar 2021 / 19:31 Uhr

Nach Wutrede: Paderborn-Coach Baumgart will sich "auch zukünftig äußern, wenn mich etwas stört"

Nach Wutrede: Paderborn-Coach Baumgart will sich "auch zukünftig äußern, wenn mich etwas stört"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Steffen Baumgart ließ sich nach dem Pokal-Aus gegen den BVB zu einer Wutrede hinreißen.
Steffen Baumgart ließ sich nach dem Pokal-Aus gegen den BVB zu einer Wutrede hinreißen. © imago images/Montage
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Der entscheidende Treffer beim DFB-Pokal-Aus des SC Paderborn bei Borussia Dortmund sorgte bei Steffen Baumgart für Zorn auf Schiedsrichter Tobias Stieler. Der Trainer will aber auch in Zukunft kein Blatt vor den Mund nehmen - und lobt den Videobeweis. 

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Es war der Aufreger im DFB-Pokal-Achtelfinale: Borussia Dortmund besiegte den SC Paderborn mit 3:2 nach Verlängerung. Um das Siegtor von BVB-Stürmer Erling Haaland gab es aber heftige Diskussionen.

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Der Norweger hatte seinen Treffer aus einer möglichen Abseitsstellung erzielt. Schiedsrichter Tobias Stieler hatte den Treffer aber anerkannt, weil er der Meinung war, dass Paderborn-Spieler Svante Ingelsson durch ein bewusstes Berühren des Balles die vermeintliche Abseitsposition von Haaland aufgehoben hat. Das teilte der DFB nach Spielende mit.

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Stieler schaute sich aber die umstrittene Szene nicht am Spielfeldrand auf dem Monitor auf dem an, was Paderborn-Trainer Steffen Baumgart auf die Palme brachte. Der 49-Jährige wütete nach Spielschluss im ARD-Interview, sprach von einer "Frechheit" und kritisierte, dass der Schiedsrichter die entscheidende Szene nicht überprüfte. "Respekt bedeutet auch, sich den Scheiß anzugucken und eine Entscheidung zu treffen", sagte der Paderborn-Coach.

Die Baumgart-Aussagen schlugen Wellen, eine Strafe vom Deutschen Fußballbund (DFB) bekam der Trainer aber nicht. Das mediale Echo auf seine markanten Worte haben den Trainer aber nicht überrascht. "Wir leben nun mal in einer Welt, in der es um Schlagzeilen geht. Mir ist aber wichtig zu sagen, dass ich kein mediales Echo hervorrufen wollte. Ich habe lediglich den Ablauf rund um diese Entscheidung kritisiert, nicht die Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters", sagte Baumgart dem SPORTBUZZER in einem Interview.

Und deshalb will er sich auch in Zukunft nicht auf die Zunge beißen. "Ich habe niemanden beleidigt oder angegriffen, was man auch daran sieht, dass ich keine Strafe bekommen habe. Und ja, ich werde mich auch zukünftig äußern, wenn mich etwas stört", so Paderborn-Coach.

Baumgart ist Videobeweis-Befürworter: "Richtig und wichtig"

Auch wenn der Videobeweis Paderborn und Baumgart im Pokal nicht geholfen hat: Grundsätzlich befürwortet der 49-Jährige das technische Hilfsmittel. "Ich finde ihn absolut richtig und wichtig. Es hat schon zahlreiche Entscheidungen auf der Grundlage des Videobeweises gegeben, die ein faires Ergebnis zum Resultat hatten. Wir stehen insgesamt noch relativ weit am Anfang des Videobeweises und müssen einfach noch mehr lernen, damit zu arbeiten", so der Trainer.

Auch wenn er die Stieler-Entscheidung, sich die Szene nicht noch mal anzuschauen für schwierig hält. "Grundsätzlich hat sich der Schiedsrichter ans Protokoll gehalten, was besagt, dass er nicht gucken muss", sagt Baumgart. "Dennoch wäre es auch für Außenwirkung wichtig gewesen, wenn er sich die Bilder angesehen hätte. Wichtig ist, dass man die technischen Möglichkeiten bestmöglich nutzt."