20. März 2018 / 05:50 Uhr

Xabi Alonso exklusiv: "Deutschland ist seit 2014 noch besser geworden"

Xabi Alonso exklusiv: "Deutschland ist seit 2014 noch besser geworden"

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Xabi Alonso bestritt 114 Länderspiele für Spanien
Xabi Alonso bestritt 114 Länderspiele für Spanien © imago/Philippe Ruiz
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Xabi Alonso spricht im SPORTBUZZER-Interview über das anstehende Länderspiel zwischen Deutschland und Spanien, Bundestrainer Joachim Löw sowie den FC Bayern und Trainer Jupp Heynckes.

SPORTBUZZER: Herr Alonso, am Freitag treffen die Fußball-Giganten Deutschland und Spanien im Testspiel aufeinander. Wie sehen Sie die aktuelle Situation der beiden Teams?

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Xabi Alonso (36): Die meisten Spieler stehen bei Topklubs unter Vertrag und sind natürlich vor allem auf die wichtige Phase mit ihren Vereinen fokussiert. Es ist nur ein Testspiel, bei dem beide Mannschaften sicher nicht alles offenlegen werden, aber es ist ein wichtiger Test vor einem großen Turnier.

Welche Rolle trauen sie den beiden Teams bei der WM in Russland zu?

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Beide zählen für mich zum Favoritenkreis, Deutschland sowieso. Sie sind Titelverteidiger und haben sich seit 2014 noch verbessert, haben neue Spieler hochgezogen und ein unglaubliches Selbstvertrauen. Auch Spanien hat einen Umbruch hinter sich, eine neue Generation wächst heran. Sie müssen jetzt zeigen, wie gut sie wirklich sind.

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Marc-André ter Stegen (25, FC Barcelona, 18/0) Zur Galerie
Marc-André ter Stegen (25, FC Barcelona, 18/0) ©

Welche künftigen Stars sehen Sie bei Deutschland und Spanien?

Viele Spieler sind zwar jung, aber bereits bei Topteams etabliert wie Asensio oder Isco. Sie sind erst 23, 24, haben aber schon zweimal die Champions League gewonnen. Bei Deutschland hat man beim Confed Cup gesehen, wie groß das Potenzial ist. Dort haben sie mit einem B-Team gewonnen. Mich freut besonders, dass Josh (Kimmich, d. Red.) so eine tolle Entwicklung genommen hat. Er ist ein großartiger Junge, ich war sehr eng mit ihm bei Bayern und verfolge seinen Weg ganz genau. Wenn er so weitermacht, hat er eine große Zukunft vor sich.

Welchen Anteil hat Jogi Löw am Standing der deutschen Nationalmannschaft?

Er hat immer über den Tellerrand geschaut. 2010 war Deutschland schon gut, aber vielleicht noch nicht bereit für den WM-Titel. Man hat aber bereits gemerkt, wo Löw hin will, welchen Fußball er sehen will und auf welche Typen er setzt. Auch nach dem Titelgewinn 2014 hat er den Umbruch eingeläutet, junge Spieler eingebaut. Und bereits jetzt baut er wieder ein Team auf, das in vier Jahren in Katar um den Titel mitspielen kann. Ich glaube, dies ist seine große Stärke. Er schaut auf die Gegenwart, aber auch auf die Zukunft.

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 Xabi Alonso blickt auf eine große Karriere zurück. Der <b>SPORT</b>BUZZER tut es ihm nach. Klickt Euch durch die wichtigsten Momente seiner Laufbahn. Zur Galerie
Xabi Alonso blickt auf eine große Karriere zurück. Der SPORTBUZZER tut es ihm nach. Klickt Euch durch die wichtigsten Momente seiner Laufbahn. ©

Kann Deutschland eine ähnliche Ära prägen, wie Spanien es zuvor mit den EM-Titeln 2008 und 2012 sowie dem WM-Titel 2010 geschafft hat?

Das wird nicht einfach (lacht). Aber wenn sie den WM-Titel verteidigen, haben sie ja schon etwas geschafft, was uns nicht gelungen ist.

Kommen wir zu Ihrem Ex-Klub FC Bayern. Wie überrascht waren Sie, dass Jupp Heynckes noch mal auf die große Bühne zurückgekehrt ist?

Ich war überrascht, tatsächlich. Es ist irre, was er dort leistet. Die Situation, als er kam und aktuell, ist zu 100 Prozent unterschiedlich. Heynckes versteht sich mit allen im Klub, mit den Bossen, den Spielern, den Fans.

Glauben Sie, dass er im Sommer wirklich aufhört?

Sagen wir es mal so: Ich wäre nicht überrascht, wenn er doch weitermacht (lacht). Ich bin sicher, dass er gute Gespräche mit Herrn Rummenigge und Herrn Hoeneß hat und sie die bestmögliche Lösung für den FC Bayern finden werden. Wenn Sie glauben, dass es Heynckes ist, werden sie das hinbekommen. Ich habe größten Respekt vor ihnen.


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Wer könnte – wann auch immer – Heynckes-Nachfolger werden? Vielleicht Xabi Alonso?

Nein, nein, das ist zu früh (lacht). Vielleicht in einigen Jahren, aber sicher nicht jetzt. Ich bin froh, dass ich nicht mehr diesen Druck habe im Moment. Ich bin noch nicht bereit, für eine solch große Herausforderung.

Sie sind aber bereits ins Trainergeschäft eingestiegen, coachen den „Tango Squad FC“, eine von Adidas zusammengestellte Nachwuchsmannschaft.

Es ist interessant, mal auf der anderen Seite zu stehen. Es ist ein tolles Projekt von Adidas, mit Talenten aus ganz Europa. Die Jungs haben die Chance, gegen Klubs wie Real, Juve, Bayern oder Milan zu spielen, mit den Stars zu trainieren – das ist wie ein Traum. Wenn ich mir vorstelle, dass ich mit 15, 16 so eine Möglichkeit gehabt hätte – puuh, das hätte ich nicht glauben können. Aber für mich sind es die allerersten Schritte, mehr nicht.

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Nicht nur richtig schön, sondern auch richtig wichtig war Alonsos Traumtor für Bayern München gegen Darmstadt im DFB-Pokal-Achtelfinale 2015. Der Spanier zog aus 27 Metern ab … ©

Was sind die nächsten?

Ich habe keinen Druck, bin da ganz entspannt. Das ist ein neuer Job, in dem man Erfahrungen sammeln muss. Als Spieler durfte ich diese bei großen Klubs machen, in verschiedenen Ländern, unter großartigen Trainern. Aber am Ende muss man seine eigene Persönlichkeit finden.

Es dürfte nicht schwierig für Sie sein, bei Bayern, Real oder Liverpool zu hospitieren und Erfahrungen zu sammeln.

Ja, ich habe zu allen noch einen guten Draht und fühle mich sofort willkommen, wenn ich mal dort bin – das macht mich stolz.

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Tor - Manuel Neuer (Bayern München) ©

Den zweiten Teil des Interviews mit Xabi Alonso lesen Sie am Mittwoch bei sportbuzzer.de!