15. November 2020 / 09:19 Uhr

BVB-Legende Ricken: Moukoko hat Profi-Einsätze "verdient" – Sahin: Qualität "wichtigstes Kriterium"

BVB-Legende Ricken: Moukoko hat Profi-Einsätze "verdient" – Sahin: Qualität "wichtigstes Kriterium"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Aus Sicht von Lars Ricken und Nuri Sahin hat Youssoufa Moukoko das Zeug zum Bundesliga-Spieler.
Aus Sicht von Lars Ricken und Nuri Sahin hat Youssoufa Moukoko das Zeug zum Bundesliga-Spieler. © imago images/Team 2
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Youssoufa Moukoko ist wegen seiner sagenhaften Torquote derzeit in aller Munde - bei Borussia Dortmund und über den Verein hinaus. Während BVB-Sportdirektor Michael Zorc den Hype zu bremsen sucht, wird das Profi-Debüt des Teenagers schon mit Spannung erwartet. Die Klubikonen Lars Ricken und Nuri Sahin glauben, dass der 15-Jährige das Zeug zum Bundesliga-Spieler hat.

Am kommenden Freitag wird er 16 Jahre alt - einen Tag später könnte Youssoufa Moukoko als jüngster Spieler der Geschichte zu seinem Debüt in der Bundesliga kommen. Das Sturm-Juwel von Borussia Dortmund ist wegen seiner sagenhaften Torquote bereits seit vielen Monaten eines der großen Gesprächsthemen beim BVB, wo er schon unter Cheftrainer Lucien Favre bei den Profis trainiert. Moukoko träumt von seinem Profidebüt - ob er wirklich schon am Samstag gegen Hertha BSC (20.30 Uhr) ran darf, wird sich allerdings zeigen. Sportdirektor Michael Zorc hatte dies zuletzt noch offen gelassen.

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Rund um die Borussia zweifelt indes niemand, dass der Deutsch-Kameruner über kurz oder lang in der Bundesliga spielt. "Ich wünsche ihm, dass er sich seinen großen Traum erfüllen kann, denn er hat es sich verdient", sagte Nachwuchschef Lars Ricken der Welt am Sonntag. Moukoko sei "ein toller und sehr umgänglicher Kerl, der für dieses Ziel sehr hart gearbeitet hat". Der heute 44-Jährige schaffte einst selbst seinen Durchbruch in Dortmund.

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Ricken ist davon überzeugt, dass Moukoko nicht nur die sportliche Klasse hat, sondern auch den physischen Belastungen gewachsen sein wird. "Es gibt keinen Jugendspieler, der in den vergangenen Jahren so viele Spiel- und Trainingsminuten hatte wie er. Das ist ein Indikator dafür, dass er den Belastungen im Profifußball gewachsen ist“, sagte der designierte Nachwuchsdirektor des BVB.

Die große Gefahr sei, Moukoko zu früh zu viel zuzumuten, betonte indes Nuri Sahin, noch der jüngste eingesetzte Spieler der BVB-Geschichte - eine Marke, die Moukoko auch dank einer Regeländerung der DFL wohl knacken wird. "Du tust keinem jungen Spieler einen Gefallen, ihn zu früh reinzuschmeißen." Schließlich gebe es genügend Beispiele von Jungprofis, die zu früh verbrannt wurden und "nach zwei, drei Jahren dann in der vierten oder fünften Liga versauert sind", so Sahin in der WamS weiter: "Das wichtigste Kriterium ist die Qualität." Der Mittelfeldspieler, der aktuell bei Antalyaspor unter Vertrag steht, verließ den BVB 2011, konnte bei Real Madrid und dem FC Liverpool aber nicht an die in Schwarz-Gelb gezeigten Leistungen anknüpfen. Drei Jahre später kehrte er nach Dortmund zurück.

Sahin über BVB: "Gibt für junge Spieler keinen besserer Verein"

Sahin bezweifelt nicht, dass der Borussia beim Management von Moukoko die entscheidende Rolle zukommt. "Ich bin mir sicher, dass es für junge Spieler keinen besseren Verein gibt. Gerade auch weil ich die handelnden Person kenne", so der 32-Jährige mit Blick auf Trainer Lucien Favre, Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, Lizenzspielerchef Sebastian Kehl, Zorc und Ricken, der künftig für den BVB-Nachwuchs verantwortlich zeichnet. Sie müssen laut Sahin bei Moukoko nun genau prüfen "wie weit ist der Spieler in seiner Persönlichkeitsentwicklung, um das alles aushalten zu können? Kann er damit umgehen, wenn er vor 80.000 Zuschauern viermal allein auf den Torwart zuläuft und den Ball trotzdem nicht im Tor unterbringt?"

Den Ball im Tor unterzubringen, war für den 15-Jährigen bisher noch kein Problem. In dieser Saison schoss er bereits 13 Treffer in nur vier Spielen für die U19 der Dortmunder - darunter drei beim 3:0-Derbysieg gegen Schalke 04, als er von einigen Zuschauern rassistisch beleidigt wurde und anschließend auf Instagram mit deutlichen Worten reagierte. Seine Tor-Quote ist nicht erst seit Saisonbeginn beachtlich. In der U17 waren ihm 90 Tore in 56 Spielen gelungen, in der U19 sind es mittlerweile 47 Treffer in 25 Partien.