20. November 2022 / 08:19 Uhr

Herkunft, BVB-Bilanz und Co.: 18 Fakten zum 18. Geburtstag von DFB-Talent Youssoufa Moukoko

Herkunft, BVB-Bilanz und Co.: 18 Fakten zum 18. Geburtstag von DFB-Talent Youssoufa Moukoko

René Wenzel
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Youssoufa Moukoko ist neben Niclas Füllkrug der einzige Neuling im WM-Kader von Bundestrainer Hansi Flick.
Youssoufa Moukoko ist neben Niclas Füllkrug der einzige Neuling im WM-Kader von Bundestrainer Hansi Flick. © IMAGO/Ulmer/Teamfoto (Montage)
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Youssoufa Moukoko feiert an diesem Sonntag seinen 18. Geburtstag. In diesem jungen Alter hat der Stürmer von Borussia Dortmund schon viel erlebt. Aktuell befindet sich das Ausnahmetalent mit der deutschen Nationalmannschaft bei der WM in Katar. Zum Ehrentag listet der SPORTBUZZER 18 Fakten auf.

Sturm-Talent Youssoufa Moukoko hat für seinen 18. Geburtstag an diesem Sonntag einen besonderen Wunsch geäußert. "Drei Punkte gegen Japan, das erste WM-Spiel ist ganz wichtig", sagte der Nationalspieler von Borussia Dortmund, der drei Tage vor der ersten Gruppenpartie in Katar gegen Japan 18 Jahre alt wird. Moukoko ist der jüngste Akteur im deutschen WM-Kader und knackte bereits einige Rekorde. Der SPORTBUZZER, das Sportportal des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) stellt den DFB-Stürmer anhand von 18 Fakten vor.

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Die Herkunft: Moukoko wurde in der kamerunischen Hauptstadt Yaoundé am 20. November 2004 geboren und wuchs bei seinen Großeltern auf. In der Winterpause der vergangenen Saison war er zuletzt in seiner Heimat. "Ich habe nicht vielen Leuten gesagt, dass ich komme“, sagte Moukoko in der Dortmunder Doku "BVB 09 – Stories who we are" und führte weiter aus: "Aber bevor ich zurückgeflogen bin, war gefühlt ganz Afrika da. Schön zu sehen, wie viele Menschen stolz auf mich sind."

Der Weg nach Deutschland: Im Alter von zehn Jahren kam der heutige BVB-Profi nach Deutschland. Er lebte in Hamburg bei seinem Vater, der bereits seit den 1990er-Jahren in der Hansestadt wohnte. Am 1. Dezember 2016 schlug auch Youssoufas Bruder Borel den Weg nach Deutschland ein. Beide haben denselben Vater, aber unterschiedliche Mütter.

Der erste Verein: In Kamerun spielte Moukoko nur auf der Straße Fußball und nicht in einem Verein. Als er nach Deutschland kam, stieg er bei den D-Junioren (U13) des FC St. Pauli ein. Als Elfjähriger kickte der Angreifer schon bei den C-Junioren (U15) - und zog die Aufmerksamkeit mit 23 Toren in 13 Spielen in der Saison 2015/2016 auf sich.

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Die ersten Bestmarken in Dortmund

Der Wechsel nach Dortmund: Der BVB schlug zu und holte das begehrteste Talent im deutschen Fußball ins Revier. Pauli-Trainer Ewald Lienen nahm es damals locker und meinte: "Wenn er es nicht schafft, in Dortmund ein neuer Aubameyang zu werden, dann nehmen wir ihn wieder zurück." Von Sommer 2016 bis 2020 kam Moukoko in der Jugend von Borussia Dortmund zum Einsatz. In der U17 (90 Tore in 56 Spielen) und U19 (47 Tore in 25 Spielen) stellte der gebürtige Kameruner einige Rekorde auf.

Die Rekorde im Jugendbereich: Er war im Alter von 14 Jahren und 277 Tagen der jüngste in der U19 eingesetzte Spieler und gleichzeitig auch jüngster Torschütze. Zudem hält der Torjäger diese beiden Bestmarken auch in der UEFA Youth League - jüngster Spieler und jüngster Torschütze im Alter von 14 Jahren und 302 Tagen.

Der Weg in die U-Nationalmannschaft: In der U16 der deutschen Nationalmannschaft kam Moukoko zum ersten Mal am 11. September 2017 zum Einsatz - im Alter von noch nicht einmal 13 Jahren. Nach fünf Minuten im ersten Länderspiel durfte er zwei Tage später gegen Österreich länger spielen und markierte einen Doppelpack. Spätestens danach folgte das weltweite Interesse. "Youssoufa ist ein ganz feiner und völlig normaler Junge. Der will einfach kicken", sagte sein damaliger U16-Trainer Michael Feichtenbeiner im Interview mit Spox und Goal. Moukoko kam noch zwei weitere Male in der U16 zum Einsatz und pausierte dann lange beim DFB - weil der Medien-Wirbel zu groß wurde und man den jungen Fußballer schützen wollte.

Die Frage nach dem Alter: Als Moukoko immer wieder Rekorde aufstellt, rätselt die Fußball-Welt über das Alter des Super-Stürmers. Es herrschte lange Zeit etwas Unklarheit - bis das Bezirksamt Hamburg Nord der Welt am Sonntag das in der Öffentlichkeit bekannte Alter bestätigte. Im Jahr 2016 sei eine Nachbeurkundung der Geburt von Moukoko erfolgt. "Er ist zwölf. Das ist einfach Fakt. Daran gibt es keinen Zweifel", sagte BVB-Nachwuchschef Lars Ricken damals.

Favre holt Moukoko zu den Profis

Das Comeback in der deutschen U20: In der U17, U18 und U19 der deutschen Nationalmannschaft spielte Moukoko nicht. Erst am 3. September 2020 holte ihn Guido Streichsbier in die U20 des DFB. Ein Jahr später folgte die Nominierung des damaligen U21-Trainers Stefan Kuntz. Und der Dortmunder performte in fünf Spielen und erzielte sechs Tore. Mit 16 Jahren und 286 Tagen ist er der jüngste U21-Spieler und U21-Torschütze der DFB-Geschichte.

Der Sprung in den Profi-Bereich: Zur Saison 2020/2021 ging es für Moukoko bei den Profis weiter. Der ehemalige BVB-Trainer Lucien Favre nahm den Stürmer mit ins Sommer-Trainingslager in die Schweiz und lobte ihn in den höchsten Tönen. "Er ist sehr gut und hat ein super Potenzial. Er weiß nicht, mit welchem Fuß er spielt. Er ist Linksfuß, Rechtsfuß und sehr effizient. Es ist schön, das zu sehen und es macht Spaß, ihn zu trainieren", sagte Favre damals.


Der erste Bundesliga-Einsatz: Im Auswärtsspiel bei Hertha BSC am 8. Spieltag der Saison 2020/2021 (21. November 2020) wurde Moukoko fünf Minuten vor Spielende von Coach Favre für Erling Haaland eingewechselt. Damit ist er bis heute der jüngste Bundesliga-Spieler (16 Jahre und 1 Tag) aller Zeiten.

Jüngster Bundesliga-Torschütze

Das erste Bundesliga-Tor: Nach der Partie in der Hauptstadt folgten vier weitere Einsätze, ehe es am 18. Dezember 2020 zurück nach Berlin ging - damals zum Auswärtsspiel an die Alte Försterei. Bei der 1:2-Niederlage erzielte Moukoko den einzigen BVB-Treffer und ist damit bis heute der jüngste Bundesliga-Torschütze (16 Jahre und 28 Tage) seit Gründung. "Die Enttäuschung über das Ergebnis ist groß...", schrieb er unter einen Beitrag bei Instagram, der ihn beim Torjubel zeigte: "Aber ich hatte in Berlin mein Debüt in der Bundesliga und heute auch mein erstes Tor. Dieses Gefühl ist unbeschreiblich."

Das Debüt im DFB-Pokal: Beim 3:0-Sieg am 7. August 2021 in der ersten Runde des DFB-Pokals stand Moukoko die letzten fünf Spielminuten auf dem Platz. Bis dato verzeichnet der 18-Jährige vier Einsätze im DFB-Pokal der Profis.

Die Anfänge in der Champions League: Seinen ersten Einsatz in der Champions League verzeichnete Moukoko in der Saison 2020/2021 beim 2:1-Erfolg bei Zenit St. Petersburg am 8. Dezember 2020. Und hält damit eine weitere Bestmarke: Jüngster in der Champions League eingesetzter Spieler mit 16 Jahren und 18 Tagen. In der darauffolgenden Saison spielte er erneut einmal in der Königsklasse und nach dem Abstieg zweimal in der Europa League. In der aktuellen Serie stand Moukoko schon sechs Mal auf dem Platz. Ein Treffer gelang ihm bislang noch nicht. Den Tor-Rekord von Barca-Talent Ansu Fati kann er nicht mehr knacken - beim 2:1-Sieg bei Inter Mailand traf der spanische Nationalspieler im Alter von 17 Jahren und 40 Tagen.

Die Sorgen beim BVB: Die vergangene Saison verlief für Moukoko sehr enttäuschend. Eine Bänderverletzung sowie mehrfache Probleme mit der Muskulatur bremsten das Supertalent immer wieder aus. "Es war am Anfang schwer zu verstehen. Mittlerweile komme ich aber mit Verletzungen klar und weiß, dass diese zum Fußball dazugehören", sagte Moukoko, der in dieser Saison noch kein Spiel aufgrund einer Verletzung verpasste.

Moukoko ist beim BVB gesetzt

Der Neustart unter Terzic: Der BVB-Trainer gilt als großer Förderer des Klub-Juwels. Unter Terzic kam Moukoko bereits 32 Mal zum Einsatz, erzielte dabei neun Treffer und bereitete sechs weitere vor. "Sein Vertrauen bedeutet mir sehr viel. Es gibt keinen Spieler, mit dem er so viel redet. Er ist wie eine Vaterfigur für mich. Er sagt auch ehrlich, was meine Stärken und Schwächen sind", sagte Moukoko vor wenigen Wochen über den Chef-Coach des Revierklubs.

Der Stammplatz beim BVB: Moukoko ist bisher in dieser Saison gesetzt. Nach dem Transfer von Sebastien Haller trauten nur wenige dem BVB-Talent eine große Rolle in der aktuellen Spielzeit zu. Doch nach der Hodentumor-Erkrankung bei Haller und der damit verbundenen Ausfallzeit ist es nicht Neuzugang Anthony Modeste, der den Part in der Sturmspitze übernimmt. Moukoko kommt auf 14 Bundesliga-Einsätze in 15 Spielen und stand dabei achtmal in der Startelf. Zuletzt sogar sieben Mal in Folge.

Der deutsche Kader für die WM 2022 im Überblick

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Die Nominierung ins DFB-Team: Die guten Leistungen beim BVB und in der deutschen U21 blieben auch Bundestrainer Hansi Flick nicht verborgen. Die Nominierung für den WM-Kader kam dennoch etwas überraschend. Flick schenkt dem 18-Jährigen viel Vertrauen. "Er hat eine gute Entwicklung gemacht, er gibt einer Mannschaft viel", sagt der Chef-Coach über den jüngsten WM-Teilnehmer in der DFB-Geschichte. Moukoko selbst sagte, dass er während der Nominierung sehr aufgeregt und am Schwitzen gewesen sei. "Als ich dann meinen Namen gehört habe, war das unglaublich. Ich konnte es gar nicht fassen." Er sei "unfassbar stolz und glücklich, dass ich dabei bin", sagte er dem Pay-TV-Sender Sky. Bei einer Pressekonferenz in Doha erklärte Moukoko, dass er sich zunächst einmal in der Rolle des Lernenden sehe. "Ich freue mich über Tipps, ich kann hier von den Besten lernen", so der 18-Jährige.

Die Vertragskonstellation: Im Alter von 18 Jahren darf Moukoko nun selbst seine Verträge unterzeichnen. Es deutet vieles daraufhin, dass er nach der WM einen neuen Kontrakt beim BVB unterzeichnet. "Ich fühle mich wohl in Dortmund, der Trainer vertraut mir. Wir werden sehen, wie ich mich entscheiden werde", sagte Moukoko bei der DFB-PK am Samstag. Laut Sport Bild müsste der BVB ein Gesamtpaket von etwa 30 Millionen Euro stemmen - Gehalt, Provisionen, Handgeld und Punktprämien inbegriffen. Berater Patrick Williams und die Agentur Wassermann stehen mit den Dortmunder Verantwortlichen eng im Austausch. Das Signal aus dem Revier ist klar. "Er hat alle Möglichkeiten, eine große Karriere zu machen. Aber dazu ist es wichtig, dass er hier bleibt", sagte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke vor einer Woche bei Bild TV. Auf die bis dato 59 Einsätze, elf Tore und acht Vorlagen für die BVB-Profis sollen noch weitere Folgen.

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