27. April 2020 / 15:25 Uhr

Zahlen, Zahlen, Zahlen: So schneiden die Torhüter von RB Leipzig ab

Zahlen, Zahlen, Zahlen: So schneiden die Torhüter von RB Leipzig ab

Thomas Fritz
Leipziger Volkszeitung
Yvon Mvogo und Peter Gulacsi sind das Torwartgespann bei RB Leipzig.
Yvon Mvogo und Peter Gulacsi sind das Torwartgespann bei RB Leipzig. © Getty Images
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RB Leipzig hat neben dem FC Bayern die wenigsten Gegentore der Liga kassiert (26). Das hat neben der Klasse-Hintermannschaft viel mit Schlussmann Peter Gulacsi zu tun. Auch weitere Statistiken zeigen, warum der ungarische Nationalspieler inzwischen zu besten Goalies der Welt gerechnet wird.

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Leipzig. Peter Gulacsi gehört nicht nur zu den stärksten Torhütern der Bundesliga. Das Fußball-Magazin „Fourfourtwo“ wählt den 29-Jährigen kürzlich in seiner Rangliste der weltbesten Schlussmänner auf Platz sechs. Hinter dem Ungarn steht Yvon Mvogo in der Torwarthackordnung bei RBL auf Platz zwei und kommt zumindest hin und wieder zum Einsatz. Routinier Philipp Tschauner (34) hat das Nachsehen und blieb ohne Spielminute. Wie schlagen sich die eingesetzten Leipziger Keeper untereinander? Und wie schneiden ihre Statistiken im Ligavergleich ab?

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Weiße Weste

In seinen 32 Saisoneinsätzen hielt Peter Gulacsi elfmal seinen Kasten sauber, darunter achtmal in 24 Bundesligaspielen. Damit lieg er im deutschen Oberhaus mit Lukas Hradecky (Leverkusen) und Roman Bürki (Borussia Dormund) auf Rang zwei der Wertung. Erster ist Bayern-Schlussmann Manuel Neuer mit zehn Zu-Null-Spielen.

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Mai 2016: Gulacsi feiert den Aufstieg  Zur Galerie
Mai 2016: Gulacsi feiert den Aufstieg  ©

Yvon Mvogo wahrte in seinen fünf Saisoneinsätzen (dreimal DFB-Pokal, je einmal Bundesliga und Champions League) einmal die weiße Weste. Allerdings wurde der Schweizer beim 2:2 gegen Benfica Lissabon in der Gruppenphase der Königsklasse beim Stand von 0:2 für den verletzten Gulacsi eingewechselt und stand nur 26 Minuten im Tor, als er die Null hielt.

Gegentore

Gulacsi musste in 24 Bundesliga-Einsätzen 24 mal hinter sich greifen. Macht einen Schnitt von exakt 1,0 Gegentoren pro Spiel. Das ist der Spitzenwert unter allen Stammtorhütern. Laut Online-Portal „Sofascore“ waren darunter zwei Tore, die Gulacsi durch eigene Fehler verursachte. Manuel Neuer (1,04 Gegentore pro Spiel) sowie Lukas Hradecky und Yann Sommer (Gladbach/beide 1,2) folgen dahinter. Bei Mvogo zappelte der Ball achtmal im Netz, was einen Durchschnitt von 1,6 Gegentoren ergibt.

Abgewehrte Schüsse

73 Prozent der auf seinen Kasten abgegebenen Schüsse konnte Gulacsi laut Online-Portal „Ligainsider“ in der Fußball-Bundesliga abwehren. Von den Stammgoalies ist nur Yann Sommer mit 76 Prozent besser. Zum Vergleich: Manuel Neuer parierte 70,3 Prozent der gegnerischen Versuche. Yvon Mvogo wehrt dagegen nur 50 Prozent der Schüsse ab.

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Abgewehrte Elfmeter

Nur einen Strafstoß bekam Peter Gulacsi in der aktuellen Saison auf seinen Kasten. In der Hinrunde versenkte Schalkes Amine Harit den Ball beim 3:1-Sieg der Königsblauen vom Punkt. Mvogo hatte zweimal die Chance, sich bei einem gegnerischen Elfmeter auszuzeichnen. Beide Male (im DFB-Pokal gegen Osnabrück und Frankfurt) ohne Erfolg. Laut Online-Portal „Transfermarkt“ besitzt der Ungar mit zehn parierten und 29 nicht parierten Elfern die deutlich bessere Karriere-Statistik (25,6 Prozent). Mvogo konnte nur drei von 24 Strafstößen abwehren (12,5 Prozent), ein unterdurchschnittlicher Wert. Bei der Nummer drei von RBL, Philipp Tschauner, sind es 23,1 Prozent.

Manuel Neuers Karrierequote beträgt übrigens 30,3 Prozent. Jan Oblak (Atletico Madrid), der von „Fourfourtwo“ zum weltbesten Torhüter gewählt wurde, pariert 32,6 Prozent der Strafstöße. Der amtierende FIFA-Welttorhüter des Jahres, Alisson Becker vom FC Liverpool, kommt auf einen Karrierewert von 31,3 Prozent

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Vereitelte Großchancen

Mit 46,9 Prozent gehört Gulacsi auch in dieser Statistik zur Elite der Bundesliga. Von allen Stammtorhütern liegt nur Schalkes Alexander Nübel (der inzwischen zum Reservisten degradiert wurde) mit 53,6 Prozent vor dem RBL-Profi. Mit 40 Prozent vereitelter Großchancen zählt Manuel Neuer nur zum gehobenen Ligadurchschnitt.

Passgenauigkeit

Bei den angekommenen Pässen liegt Mvogo mit 80 Prozent knapp vor seinem teaminternen Konkurrenten (77 Prozent). In der eigenen Hälfte kommt der Schweizer laut „Sofascore“ sogar auf eine makellose Bilanz von 100 Prozent (Gulacsi: 91). Von seinen langen Pässen bringt Mvogo 38 Prozent an den Mann, während es bei Gulacsi 42 Prozent sind. Und Manuel Neuer? Der Schlussmann vom Tabellenführer und Rekordmeister aus München kommt auf 88 Prozent, in der eigenen Hälfte sind es sogar 95 Prozent. Von Neuers langen Bällen erreichen 56 Prozent einen Mitspieler.