06. Januar 2020 / 13:01 Uhr

Zart statt hart: Das ist Oliver Glasners Portugal-Plan für den VfL Wolfsburg

Zart statt hart: Das ist Oliver Glasners Portugal-Plan für den VfL Wolfsburg

Alexander Flohr
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Männertrip im Bulli: Business-Class im Flieger? Von wegen! VfL-Coach Oliver Glasner wählte eine ganz andere Art der Anreise von Österreich nach Niedersachsen. Zusammen mit seinem Trainerteam startete er einen Männertrip stilecht im VW-Bulli.  
Gut gelaunt und voller Tatendrang: Oliver Glasner. © Scharinger/Lebelhuber
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Seit Samstag befindet sich der VfL Wolfsburg im Trainingslager im portugiesischen Alamancil. Üblicherweise sind diese Tage besonders intensiv – vor allem im konditionellen Bereich. Glasners Plan: Es wird eher zart als hart zugehen. Denn: „Physisch sind die Spieler in einem Topzustand, das verliert man nicht in zehn Tagen Urlaub. Wir können gleich loslegen.“

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Das Wort Vorbereitung hört der Österreicher in diesem Zusammenhang nur ungern. „Ich finde das einfach nicht passend. Wir spielen in knapp zwei Wochen in Köln. Es ist eher wie eine Länderspielpause“, so Glasner, der weiter ausholte: „Wenn jemand eine Muskelverletzung hat, ist er länger raus als die Jungs Urlaub hatten. Die Österreicher beim Skifahren lachen uns aus bei zwei Wochen Vorbereitung – die haben vier Monate.“

Fitness: VfL-Profis im Top-Zustand

Kurz: Die VfL-Profis sind topfit, in den kommenden Tagen in Portugal (rund 15 Grad und Sonnenschein) muss also nur noch der Feinschliff her. Glasner verzichtet deshalb auf ein Knüppel-Programm. Stattdessen sollen seine Schützlinge bestimmte Automatismen verinnerlichen. Glasner: „Wir werden auch nicht jeden Tag zweimal trainieren.“

Glasners Plan hat es trotzdem in sich: Auf die konditionellen Einheiten verzichtet das Team nicht ganz. Am Samstag stand nach der normalen Einheit ein Intervall-Lauf an. So ähnlich wird es auch in den kommenden Tagen ablaufen. „Es geht aber eher darum, alles noch mal aufzufrischen“, so Glasner. Vermehrt legt er den Fokus auf die fußballerischen Elemente. „Wir werden uns mit der Defensive, vor allem mit der Viererkette beschäftigen. Es gibt einige Vorteile, aber auch – was den eigenen Strafraum angeht – Nachteile.“

Der zweite Tag des VfL Wolfsburg im Trainingslager

Bilder vom zweiten Tag des VfL Wolfsburg im Trainingslager. Zur Galerie
Bilder vom zweiten Tag des VfL Wolfsburg im Trainingslager. ©

Ginczek soll eine wichtige Rolle einnehmen

Es soll aber auch darum gehen, Stürmer Daniel Ginczek ins System einzubauen. Einen Großteil der Hinrunde musste der VfL auf den Angreifer aufgrund einer Rücken-OP verzichten. Nun ist er zurück und soll eine wichtige Rolle im Team einnehmen. „Wir haben vorn wieder einen Spieler mehr – da geht es darum, wie wir den Gegner zum Beispiel höher attackieren können“, erklärte Glasner.

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Bilder vom ersten Tag des VfL-Trainingslagers in Portugal

Bilder vom ersten Tag des VfL-Trainingslagers in Portugal. Zur Galerie
Bilder vom ersten Tag des VfL-Trainingslagers in Portugal. ©

Glasner will mehr Standardtore

Die weiteren Punkte in Portugal: Chancenverwertung und Standardsituationen. Nur 18 Tore haben die Wolfsburger in der Bundesliga-Hinrunde geschossen. Viel zu wenig. Kein Team hat weniger Treffer erzielt. Einzig Stürmer Wout Weghorst ist ein verlässlicher Torjäger. Dahinter fehlte es der VfL-Offensive oft an Qualität im Abschluss. Auch bei den Standards ließ der VfL einiges liegen. „Da waren wir nicht zufrieden“, so Glasner, „defensiv schon, aber offensiv können wir mit der Ausbeute nicht glücklich sein.“

Eine erste Bewährungsprobe, ob Glasner seine Inhalte erfolgreich vermitteln konnte, gibt es am Freitag. Dann testet der VfL um 13 Uhr im Estadio Municipal de Albufeira gegen den Schweizer Super-League-Vertreter Servette Genf, um 16 Uhr soll ein weiterer Test geplant werden. „Wir wollen jedem ein Testspiel geben, um in den Rhythmus zu kommen“, sagte Glasner. Am Samstag geht‘s dann wieder zurück nach Deutschland.