02. Mai 2020 / 11:06 Uhr

Zehn Jahre ist es her: So war es, als die BG Göttingen die EuroChallenge gewann

Zehn Jahre ist es her: So war es, als die BG Göttingen die EuroChallenge gewann

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Basketball Herren EuroChallenge, Final4. Saison 2009/10, Finale, Krasnye Krylia - BG Gšttingen am Sonntag (02.05.10) in Gšttingen. ID 2010-01-2493
Foto: Swen Pfšrtner
Jubelnde BG-Spieler nach dem Europapokal-Coup in der heimischen Lokhalle. © Pförtner
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Die Basketballer der BG Göttingen haben als einzige deutsche Mannschaft die EuroChallenge gewonnen. Am 2. Mai jährt sich zum zehnten Mal der überraschende Erfolg, der mit einem sensationellen Halbfinale seinen Lauf genommen hat.

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Für die BG Göttingen war es eine Saison für die Ewigkeit: Im dritten Jahr nach dem erstmaligen Bundesliga-Aufstieg gelang den Basketballern aus Südniedersachsen 2010 der überraschende Triumph in der EuroChallenge. Der damalige US-amerikanische Trainer John Patrick stellte ein Team zusammen, das auch auf europäischer Ebene bestehen und den Erfolg im dritthöchsten europäischen Wettbewerb nach der Euroleague und dem Eurocup perfekt machen konnte. „Mein schönster Tag“, sagte Top-Scorer Christopher McNaughton nach dem 83:75-Finalsieg am 2. Mai 2010 über Krasniye Krylia Samara aus Russland.

Die eigentliche Überraschung gelang dem Club bereits zwei Tage zuvor im Halbfinale des Final-Four-Turniers in der heimischen Arena gegen das französische Team Chorale Roanne Basket. Mit 17:37 lagen die Göttinger kurz vor dem Seitenwechsel fast aussichtslos zurück. Eine Riesen-Enttäuschung schien sich anzubahnen, Verzweiflung machte sich unter den 3500 Veilchen-Fans breit. Sollte der Final-Traum ausgerechnet in der Lokhalle platzen?

Zehn Jahre EuroChallenge-Triumph der BG Göttingen

Basketball Herren EuroChallenge, Final4. Saison 2009/10, Finale, Krasnye Krylia - BG Gšttingen am Sonntag (02.05.10) in Gšttingen. ID 2010-01-2493
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Basketball Herren EuroChallenge, Final4. Saison 2009/10, Finale, Krasnye Krylia - BG Gšttingen am Sonntag (02.05.10) in Gšttingen. ID 2010-01-2493 Foto: Swen Pfšrtner © Pförtner

Doch die BGer um Spielmacher Taylor Rochestie, Robert Kulawick, Ben Jacobsen, Chris Oliver, Jason Boone und McNaughton kämpften sich zurück. Fast schon sensationell steigerte sich Patricks Team und bog die Partie noch in ein 77:67 um. Angeführt wurde die Mannschaft von Aufbauspieler Rochestie, der mit 27 Punkten überragte und nach dem Finale sogar zum „Final-Four-MVP“, dem wertvollsten Spieler des Endrunden-Turniers, gekürt wurde.

Im Finale gegen Krasniye Krylia war es aber ein andere Spieler, der zum Helden wurde: der 2,11 Meter große Center McNaughton. Der in Nürnberg geborene Profi mit US-Namen steuerte 22 Punkte gegen die Russen bei. Der Hüne warf die Göttinger beim 83:75 zum EuroChallenge-Titel und hatte einen großen Anteil am ersten und einzigen deutschen Erfolg in dem heute nicht mehr existierenden Wettbewerb.

Neben McNaughton und Rochestie waren aber auch die Göttinger Fans ein Grund für die Coup. „Es hat heute sicher geholfen, dass wir den Heimvorteil hatten. Das Publikum war fantastisch“, schwärmte Coach Patrick vom Anhang der BG. „Wir haben wie schon die ganze Saison mit sehr viel Herz gespielt. Das hat am Ende auch den Ausschlag gegeben. Ich bin glücklich für das Team, die Coaches, die Fans, das Management und die ganze Stadt.“

Riesen-Stimmung, Riesen-Feiern in der „Lok-Hölle“. Glückseligkeit überall – mit so einem Erfolg hatte niemand gerechnet. „Wenn mir das einer vor der Saison gesagt hätte, hätte ich nur den Kopf geschüttelt“, sagte der damalige Geschäftsführer Marc Franz.

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Heute steht der EuroChallenge-Pokal in einer Vitrine in der Geschäftsstelle des Clubs. Zwei Jahre nach dem europäischen Titel musste die damalige BG 74 Göttingen Insolvenz anmelden, stieg ab und spielte zwei Spielzeiten in der 2. Liga. 2014 gelang den Veilchen der zweite Bundesliga-Aufstieg. Seitdem hält sich der Verein in der höchsten deutschen Spielklasse und wurde in diesem Jahr von der Coronavirus-Pandemie gestoppt.

Die Mannschaft von Trainer Johan Roijakkers schnupperte als Tabellenneunter an den Playoff-Rängen, ehe die Liga unterbrochen wurde. Sollte es doch noch weitergehen, würde die BG Göttingen in einer 10er-Liga, wenn auch aus Außenseiter, um den Titel spielen. Aber in seiner Rolle als Underdog kennt sich der Club seit dem Triumph vor zehn Jahren gut aus.

Von dpa