15. September 2019 / 08:47 Uhr

Zehn unvergessene Spiele von Dynamo Dresden im neuen Rudolf-Harbig-Stadion

Zehn unvergessene Spiele von Dynamo Dresden im neuen Rudolf-Harbig-Stadion

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
<b>6. Europas größte Blockfahne beim 3:2 gegen Magdeburg am 31. Oktober 2015:</b>
An diesem Tag erlebten die Zuschauer an der Lennéstraße einen ganz besonderen Moment, denn vor dem Elb-Clasico gegen den 1. FC Magdeburg wurde die größte Blockfahne Europas im Stadion entrollt. Das 350 Meter lange und 35 Meter hohe Ungetüm hatten Fans in 851 Tagen Schwerstarbeit aus Einzelteilen zusammengenäht und dann auf Sportplätzen und Turnhallen bemalt. 25.000 Euro hatten die Anhänger für das „Projekt X“ gesammelt. Zu den Kommandos von Ultra-Vorsänger Stefan Lehmann breiteten die Fans dann die Riesenfahne gleichmäßig über fast allen Blocks aus. Nur die Gäste-Ecke blieb unverhüllt, die 1800 Magdeburger Fans durften so mit freier Sicht bestaunen, was die Dresdner ihnen da vor der Nase aufzogen. „Die Legende aus Elbflorenz – der Verein mit den besten Fans“ stand auf dem gigantischen Banner zu lesen. Die Mannschaft von Trainer Uwe Neuhaus legte sich vor 29.321 heißblütigen Fans dann auch gewaltig ins Zeug und gewann die umkämpfte Partie mit 3:2. Justin Eilers (21., 80.) und Pascal Testroet (73.) sicherten den Sieg im Prestigeduell, für Magdeburg hatten Farrona-Pulido (35.) und Malone (89.) getroffen. Ralf Minge blieb aber vor allem die Fahne in Erinnerung: Das war eine unfassbare Werbung für Fußball-Dresden. Wer mag das bestreiten?
 <b>Im Foto:</b> Vor einer gigantischen Blockfahne laufen die Drittligisten aus Dresden und Magdeburg am 31. Oktober 2015 im Stadion ein.
Vor einer gigantischen Blockfahne laufen die Drittligisten aus Dresden und Magdeburg am 31. Oktober 2015 im Stadion ein. © imago/Robert Michael
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Seit zehn Jahren fungiert die neue Arena an der Lennéstraße als zweites Wohnzimmer für die SGD-Spieler und ihre Fans.

Am 15. September 2009 - heute vor zehn Jahren - wurde der Neubau des Rudolf-Harbig-Stadions offiziell eröffnet. Nach jahrzehntelangem Streit um das überfällige Projekt konnte die reichlich 32.000 Zuschauer fassende Arena endlich komplett übergeben werden. Während der Bauphase, die im November 2007 begann, wurde zwar weiter an der Lennéstraße gekickt, doch zum Eröffnungsspiel gegen den Bundesligisten Schalke 04 sind erstmals alle Blöcke geöffnet. Alle Plätze der rund 45 Millionen Euro teuren Spielstätte, die als reines Fußballstadion ohne Laufbahn konzipiert ist, sind überdacht, doch es regnet an diesem Abend nicht.

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DURCHKLICKEN: Erinnerungen an 10 Jahre Stadiongeschichte

<b>1. Das Eröffnungsspiel am 15. September 2009 gegen Schalke 04:</b>
Die Vorfreude ist riesig, als die Fans am 15. September 2009 in die neue Arena an der Lennéstraße strömen. Nach knapp zwei Jahren Bauzeit wird der neue Fußball-Tempel am Großen Garten mit einem Freundschaftsspiel gegen den Bundesligisten Schalke 04 offiziell eröffnet. 32.000 Fans kommen und pfeifen Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) gnadenlos aus, als sie um 19 Uhr ihre Grußworte sprechen will. Sie wird dafür abgestraft, dass Stadträte ihrer Partei und auch einer ihrer Amtsvorgänger den Stadionneubau über Jahre verschleppt und so WM-Spiele 2006 in Dresden verhindert haben. Jetzt sind aber auch CDU-Politiker froh, dass das Stadion steht. „Der Fußball in Dresden erhält eine prächtige Heimstätte“, erklärt Sachsens Justizminister Geert Mackenroth. Dynamo-Präsident Hauke Haensel, auch CDU-Mitglied, dankt allen am Bau Beteiligten, aber auch Schalke, das ohne Antrittsgage gekommen ist. Kevin Kuranyi (27.) und Ivan Rakitic (54.) zeigen sich weniger gastfreundlich, bringen den Favoriten mit 2:0 in Führung. Maik Wagefeld lässt die trotzdem feiernden Dresdner Fans aber auch noch einmal Torjubel zelebrieren. Der Kapitän der Schwarz-Gelben, die diesmal in Schwarz spielen, versenkt in der 83. Minute noch einen Elfmeter für die Elf von Trainer Ruud Kaiser. Die Atmosphäre ist trotz der 1:2-Niederlage prächtig, Bengalfackeln und eine Lasershow der Extraklasse sorgen für unvergessliche Momente. Roland Kaiser singt seine Hits, Dresdens Fußballfans sind berauscht von einer glanzvollen Nacht. <b>Im Foto:</b> Die Mannschaften laufen vor einer tollen Choreographie ins fertige Stadion ein. Zur Galerie
1. Das Eröffnungsspiel am 15. September 2009 gegen Schalke 04: Die Vorfreude ist riesig, als die Fans am 15. September 2009 in die neue Arena an der Lennéstraße strömen. Nach knapp zwei Jahren Bauzeit wird der neue Fußball-Tempel am Großen Garten mit einem Freundschaftsspiel gegen den Bundesligisten Schalke 04 offiziell eröffnet. 32.000 Fans kommen und pfeifen Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) gnadenlos aus, als sie um 19 Uhr ihre Grußworte sprechen will. Sie wird dafür abgestraft, dass Stadträte ihrer Partei und auch einer ihrer Amtsvorgänger den Stadionneubau über Jahre verschleppt und so WM-Spiele 2006 in Dresden verhindert haben. Jetzt sind aber auch CDU-Politiker froh, dass das Stadion steht. „Der Fußball in Dresden erhält eine prächtige Heimstätte“, erklärt Sachsens Justizminister Geert Mackenroth. Dynamo-Präsident Hauke Haensel, auch CDU-Mitglied, dankt allen am Bau Beteiligten, aber auch Schalke, das ohne Antrittsgage gekommen ist. Kevin Kuranyi (27.) und Ivan Rakitic (54.) zeigen sich weniger gastfreundlich, bringen den Favoriten mit 2:0 in Führung. Maik Wagefeld lässt die trotzdem feiernden Dresdner Fans aber auch noch einmal Torjubel zelebrieren. Der Kapitän der Schwarz-Gelben, die diesmal in Schwarz spielen, versenkt in der 83. Minute noch einen Elfmeter für die Elf von Trainer Ruud Kaiser. Die Atmosphäre ist trotz der 1:2-Niederlage prächtig, Bengalfackeln und eine Lasershow der Extraklasse sorgen für unvergessliche Momente. Roland Kaiser singt seine Hits, Dresdens Fußballfans sind berauscht von einer glanzvollen Nacht. Im Foto: Die Mannschaften laufen vor einer tollen Choreographie ins fertige Stadion ein. ©

Es blitzt auch nicht aus den Wolken, aber eine tolle Lasershow und ein buntes Programm rund um den Hit gegen die von Felix Magath trainierten Schalker Knappen sorgen für eine bezaubernde Atmosphäre. Endlich hat Dresden eine zeitgemäße Arena mit Komfort, den die reisefreudigen Dynamo-Fans vorher nur aus fremden Stadien kannten. An der Planung des Dresdner Stadions haben sie mitgewirkt, mit dem Verein u.a. einen großen Stehplatzblock im Heimbereich (9055 Plätze) durchgesetzt. Dort werden die treuesten Fans schnell heimisch, von dort aus machen sie Stimmung. Aber auch die Zuschauer auf den zunächst 21.045 Sitzplätzen tragen von Beginn an dazu bei, den Fußball-Tempel "RHS" regelmäßig in einen Hexenkessel zu verwandeln.

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Sie beteiligen sich an Choreografien, singen den „Zwölften Mann“ mit und feuern ihre Mannschaft tatkräftig an. So entsteht immer wieder eine Kulisse, die die Spieler beflügelt und zu besonderen Leistungen antreibt. An tollen Spielen gab es in den zehn Jahren seit der Eröffnung des neuen Dresdner Stadions sehr viele, der Sportbuzzer erinnert noch einmal an zehn Partien, die auf unterschiedliche Weise besonders für Aufsehen sorgten.

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