14. August 2019 / 18:28 Uhr

Zeichen gegen Homophobie – RB Leipzig unterschreibt Berliner Erklärung

Zeichen gegen Homophobie – RB Leipzig unterschreibt Berliner Erklärung

Anton Zirk
Leipziger Volkszeitung
Ulrich Wolter (li.) setzt stellvertretend für RB Leipzig die Unterschrift unter die Berliner Erklärung.
Ulrich Wolter (li.) setzt stellvertretend für RB Leipzig die Unterschrift unter die Berliner Erklärung. © Dirk Knofe
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Homophobie ist in deutschen Fußballstadien bis heute ein weit verbreitetes Problem. RB Leipzig hat sich nun mit der Unterzeichnung der "Berliner Erklärung" anderen Vereinen angeschlossen und ein Zeichen für Toleranz gesetzt.

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RB Leipzig gehört ab sofort zu den Unterzeichnern der "Berliner Erklärung", einer Selbstverpflichtung gegen Homophobie im Sport. Für die Roten Bullen setzte stellvertretend Vorstandsmitglied Ulrich Wolter im Musiksaal der Red-Bull-Arena feierlich die Unterschrift. "Wir stehen für Offenheit, Vielfalt, Toleranz und Menschenwürde. Das gilt in der Mannschaft aber auch in der Fankultur. Bei uns ist jeder willkommen und gehört dazu. Das sind Grundwerte unserer Gesellschaft, die wir als Verein vertreten. Wir halten uns ein Stück weit raus aus der Politik, aber wir zeigen Haltung. Deswegen ist es gut, dass wir die Erklärung unterschreiben", sagte Wolter im Rahmen der Veranstaltung am frühen Mittwochabend.

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Erste Unterzeichner bereits 2013

Die Berliner Erklärung wurde im Juli 2013 veröffentlicht und damals unter anderem vom DFB, dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) sowie sechs Vereinen, darunter der FC St. Pauli, Rekordmeister FC Bayern München und Leipzigs Bundesliga-Auftaktgegner 1. FC Union Berlin. Laut Erklärungstext werden "Maßnahmen zur Förderung eines vorurteilsfreien Klimas sowie zur Schaffung einer Kultur gelebter Vielfalt auf der Basis gegenseitiger Wertschätzung und Achtung" sowie die Forschung auf diesem Gebiet aktiv unterstützt.

RB Leipzig ist der insgesamt 64. Fußballverein, der die Erklärung unterzeichnet hat, der zweite sächsische nach dem 1. FC Lokomotive Leipzig. Die Roten Bullen folgen damit der Initiative des 2017 gegründeten schwul-lesbischen Fanclubs "RainbowBulls".

Köpping lobt Schritt

Die bei der Unterzeichnung ebenfalls anwesende Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, Petra Köpping (SPD), lobte die Unterstützung als wichtigen Schritt: "Toleranz ist ein wichtiges Thema für unsere Gesellschaft. Gerade im Fußball ist das Thema Homosexualität keines, worüber man schon lange spricht. Auch heute ist es bei weitem nicht Normalität. Deswegen finde ich es so großartig, dass RB die Erklärung unterschreibt."

Initiiert wurde die Berliner Erklärung von der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld und der Universität Vechta. Laut „Fußball für Vielfalt" werden die unterzeichnenden Vereine und Institutionen auf die Einhaltung der Erklärung überprüft und mögliche Verstöße veröffentlicht.

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Zweite Aktion binnen weniger Tage

Die Unterschrift ist binnen kurzer Zeit Leipzigs zweites öffentlichkeitswirksames Zeichen gegen Diskriminierung. In der ersten Runde des DFB-Pokals gegen den VfL Osnabrück war die Mannschaft von Julian Nagelsmann am Sonntag mit dem Ärmelaufdruck "Unser Ball ist Bund" an den Start gegangen.

Im Anschluss an die Unterzeichnung diskutierten Vertreter der Universität Vechta, der RainbowBulls, des Queer Football Fanclubs, des Sächsischen Fußballverbands und der Stiftung Magnus Hirschfeld über Homosexualität und Diskriminierung im Fußball.

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