25. Juni 2020 / 15:44 Uhr

"Zeremonie wird fehlen": Gedämpfte Feierlaune bei den VfL-Frauen

"Zeremonie wird fehlen": Gedämpfte Feierlaune bei den VfL-Frauen

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
So wird es diesmal nicht aussehen: Im vergangenen Sommer hatte Nilla Fischer die Meisterschale für die VfL-Frauen in die Luft gehalten, drumherum standen alle Teamkolleginnen eng aneinander.
So wird es diesmal nicht aussehen: Im vergangenen Sommer hatte Nilla Fischer die Meisterschale für die VfL-Frauen in die Luft gehalten, drumherum standen alle Teamkolleginnen eng aneinander. © (c) Copyright 2019, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
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Am Sonntag empfangen die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg im letzten Liga-Spiel Bayer Leverkusen im AOK-Stadion (14 Uhr, live auf Eurosport). Anschließend gibt es endlich die Meisterschale - die Rahmenbedingungen machen aber wenig Lust auf Feiern.

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Frauenfußball-Bundesligist VfL Wolfsburg hat die vierte Meisterschaft in Folge bereits letzte Woche Mittwoch dank eines 2:0-Erfolgs gegen den SC Freiburg eingetütet. Am Sonntag trifft die Mannschaft von Trainer Stephan Lerch im AOK-Stadion am letzten Spieltag auf Bayer Leverkusen (14 Uhr, live auf Eurosport). Anschließend gibt's die Schale, doch die Rahmenbedingungen wegen der Corona-Epidemie dämpfen die Feierlaune.

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Wolter, Rauch, Wedemeyer, Pajor und Doorsoun. Zur Galerie
Wolter, Rauch, Wedemeyer, Pajor und Doorsoun. ©

Zum Ablauf: Nach dem Abpfiff wird zunächst die Torjägerinnen-Kanone an Pernille Harder ausgehändigt (derzeit 26 Tore, Nicole Billa von der TSG Hoffenheim folgt mit 18 Treffern). Übergeben wird die Auszeichnung jedoch nicht, die Dänin wird sich die Trophäe selbst greifen, Kicker-Chefredakteur Jörg Jakob und Hannelore Ratzeburg, Vizepräsidentin für Frauen- und Mädchenfußball im Deutschen Fußball-Bund, werden aber vor Ort sein. Danach steigt die Meisterschaftsehrung. Die Mannschaft wird sich mit Abstand im Mittelkreis aufstellen, die Schale wird in der Mitte platziert - und die Kapitäninnen (oder eine von ihnen) Alexandra Popp und Harder holen sie ab. Die dritte Kapitänin Almuth Schult (bekam jüngst Zwillinge) wird nicht im Mittelkreis stehen, aber vor Ort sein. "Ich schreibe nicht vor, wer die Schale abholen wird. Vielleicht machen es auch Poppi und Harder zusammen, das werden sie sich schon einig werden und es regeln", so Lerch.

Es wird keine Meisterfotos, Ehrungsbühne oder Konfetti geben. "Wir wussten alle, dass nach dem Re-Start nichts mehr so sein wird, wie es einmal war", sagt Lerch, und "da schließt man auch eine mögliche Meisterschaft mit ein". Dass sich alle an die Vorschriften halten, ist selbstverständlich, doch "Fußball lebt allgemein und in solchen Momenten von Emotionen. Diese Emotionen kommen jetzt schwer rüber. Wir sind stolz und glücklich, wenn wir die Schale in der Hand halten dürfen, aber die Zeremonie oder das Foto - das sind Dinge, die gehören einfach dazu, das wird fehlen."

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Und auch die Fans werden fehlen. "Das beschäftigt uns auch. Es gibt für uns nichts Schlimmeres, als am Wochenende die Schale hochzuhalten und keiner jubelt uns zu", gibt der 35-Jährige zu. "Ich habe immer gesagt, es ist Wahnsinn, wie viel Energie vom Publikum aufs Feld übertragen wird. Es ist schade, denn man feiert gerne gemeinsam. Uns tut das sehr leid, aber wir vergessen sie nicht." Seit Mittwoch sammelt der Verein Video-Botschaften der Fans, alle Clips werden dann in ein Video gepackt, das im Anschluss an die Schalenübergabe im AOK-Stadion für die Meisterinnen gespielt wird.