21. April 2021 / 12:19 Uhr

Kommentar zum Zerfall der Super League: Der Fußball siegt, die Zweifel bleiben

Kommentar zum Zerfall der Super League: Der Fußball siegt, die Zweifel bleiben

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Pläne einer Super League sollten für die beteiligten Teams Konsequenzen haben, meint RND-Sportchef Heiko Ostendorp.
Die Pläne einer Super League sollten für die beteiligten Teams Konsequenzen haben, meint RND-Sportchef Heiko Ostendorp. © IMAGO/PA Images/Sportimage (Montage)
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Die Super-League-Pläne wurden dank einer geschlossenen Reaktion abgeschmettert. Doch so einfach sollte man die Klubs nicht davonkommen lassen, findet RND-Sportchef Heiko Ostendorp.

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Es ist der größte Sieg für den Fußball seit Jahren! Die perversen Pläne zur Gründung einer neuen europäischen Super League verschwinden nach 48 Stunden wieder dort, wo sie hingehören: im Papierkorb. Nach heftigen Reaktionen aus diversen gesellschaftlichen Bereichen, Fanaufständen und Strafandrohungen der UEFA fiel das milliardenschwere Kartenhaus in sich zusammen. Weil endlich mal (fast) alle zusammenstanden und zeigten, welche Kraft der Fußball tatsächlich entwickeln kann, wenn dies der Fall ist. Also ist nun alles wieder gut? Mitnichten!

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Alleine die erste Reaktion von Aleksander Ceferin lässt Böses erahnen. Der UEFA-Boss hielt nach dem Rückzug der Premier-League-Klubs eine Lobeshymne ab, vor allem Richtung Manchester City, die vorgelegt hatten. Er freue sich, City wieder "in der europäischen Fußballfamilie begrüßen zu dürfen" und habe nie an der "Klugheit" des Scheichklubs gezweifelt, sie seien "ein Gewinn für den Fußball", so Ceferin. Gilt dies dann auch für alle anderen Vereine, die zuerst den absurden Plan entwarfen und nun kalte Füße bekamen?

Sollte es nicht viel mehr so sein, dass man TROTZ der fixen Rückwärtssalti der Klubs über Sanktionen nachdenkt? Im Fußball gilt schließlich die Regel: alleine der Versuch eines Fouls ist strafbar. Wenn zwei Tage später alles vergessen ist, wird der Nachhall nicht sonderlich groß sein und es vermutlich auch nicht allzu lange dauern, bis sich die Geldhaie mit Dollarzeichen in den Augen den nächsten Bullshit ausdenken. Eine wachsweiche "Welcome-back-Mentalität" bei der UEFA dürfte allerdings niemanden wundern. Bleibt zu hoffen, dass zumindest die Fans ihre Klubs nicht so billig davonkommen lassen.