16. Oktober 2020 / 21:43 Uhr

"Zermürbungskampf": Das sagen die Trainer zum Havelser Sieg gegen Hannover 96 II

"Zermürbungskampf": Das sagen die Trainer zum Havelser Sieg gegen Hannover 96 II

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Das sagen 96-Trainer Christoph Dabrowski (links) und Havelse-Coach Jan Zimmermann (rechts) zum Spiel.
Das sagen 96-Trainer Christoph Dabrowski (links) und Havelse-Coach Jan Zimmermann (rechts) zum Spiel. © Debbie Jayne Kinsey / Christian Hanke / imago images
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Der TSV Havelse entscheidet das Derby in der Regionalliga Nord gegen die Reserve von Hannover 96 mit 2:0 (1:0) für sich. TSV-Trainer Jan Zimmermann ist zufrieden, ärgert sich aber über eine Verletzung. 96-Coach Christoph Dabrowski lobt die Havelser Leistung und gratuliert zum Derbysieg.

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Kampf und Fouls und weh tut so ein Derby auch. Der TSV Havelse steht nach dem 2:0 am Freitagabend gegen Hannover 96 II an der Spitze der Regionalliga-Gruppe. Aber Rechtsverteidiger Marco Schleef verletzte sich schwer am Knie. „Das tut mir richtig weh für Marco, deshalb kann ich mich nicht so richtig freuen über die gute Leistung“, sagte TSV-Trainer Jan Zimmermann.

Es ging gleich schmerzhaft los: 96-Stürmer Thilo Töpken feuerte den Ball nach 50 Sekunden ins Gesicht von Havelse-Keeper Norman Quindt. „Gut gehalten“, sagte Zimmermann schmunzelnd. „Danach haben wir dem Spiel unseren Stempel aufgedrückt.“

Bilder zum Regionalliga-Spiel zwischen dem TSV Havelse und Hannover 96 II

Havelses Noah Plume (Mitte) wird nach einem Eckball von 96-Neuzugang Marc Martin Lamti (rechts) geschoben. Zur Galerie
Havelses Noah Plume (Mitte) wird nach einem Eckball von 96-Neuzugang Marc Martin Lamti (rechts) geschoben. ©

Havelse trifft in Unterzahl

Erstmal drückte der TSV-Physio dem Stürmer Yannik Jaeschke ein Taschentuch an die blutige Nase, die er sich im Zweikampf mit Ex-Profi Christian Schulz zugezogen hatte. Jaeschke stand blutend neben Zimmermann, als Havelse in Unterzahl das 1:0 erzielte (44.). Noah Plume machte es per Kopf.

Einen „Zermürbungskampf“ hatte 96-Trainer Christoph Dabrowski bis dahin gesehen. Und Kampf, das können die Havelser etwas besser und cleverer als die jungen Wilden von 96.

Dabrowski packte die große Glückwunsch-Karte aus: „Havelse – das ist Männerfußball, Effektivität, deshalb stehen sie auch oben und werden mit Sicherheit auch oben bleiben.“

"Waren nicht durchschlagskräftig genug"

Die zweite Hälfte kam 96 – abgesehen von einer sehenswerten Hackenchance von Töpken - nicht mehr gefährlich vors Tor. Havelse dominierte die Zweikämpfe und das Spielgeschehen und ließ sich auch von der schweren Schleef-Verletzung (58.) nicht aus dem Konzept bringen.

Der 96-Plan, den schnellen Orrin McKinze Gaines mit langen Bällen zu bedienen, ging schief. „Daran müssen wir arbeiten, wir waren nicht durchschlagskräftig genug“, sagte Dabrowski. „Havelse hat das gut verteidigt. Wir werden daran arbeiten, die Waffen besser ins Spiel zu bekommen.“ 

Zimmermann reagierte noch zurückhaltend auf Dabrowskis Super-Lob. „Naja, Glückwünsche anzunehmen ist ja so eine Sache“, sagte Zimmermann. „Wir wissen, dass wir diese Leistung immer wieder bringen müssen. Es wird Mannschaften geben, die nicht so mitspielen wollen wie Hannover.“ Dann gabs noch eine kurzen Klapps von Dabrowski für den Havelser Derbysieger. Der hat dem TSV dann sicher nicht wehgetan.

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TSV Havelse: Quindt – Schleef (58. Kina), Foelster, Tasky, Teichgräber – Meien, Cicek (70. Kummer), Plume – Damer, Jaeschke (88. Lakenmacher), Schumacher (84. Langfeld).

Hannover 96 II: Kokott – Rüther, Morgenstern, Schulz, Karakas (74. Eichhorn) – Herrmann (86. Drawz), Lamti – McKinze Gaines, Neiß (72. Truemner), Jeong (64. Ennali) – Töpken.