21. Juni 2021 / 18:30 Uhr

ZFC Meuselwitz' 0:5 gegen Jena: Wo kein Wille ist, endet der Weg

ZFC Meuselwitz' 0:5 gegen Jena: Wo kein Wille ist, endet der Weg

Johannes David
Leipziger Volkszeitung
Meuselwitz
ZFC-Meuselwitz-Tainer Holm Pinder attestierte seinem Team nach der 0:5-Niederlage gegen Jena fehlenden Willen. © Mario Jahn
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War es fehlender Einsatz? Waren es die Umstände? Das Meuselwitzer 0:5 gegen Jena war mit einigen Absurditäten gespickt.

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Meuselwitz. Dieses Spiel passte perfekt zu all den Absurditäten, die der Thüringenpokal schon im Vorfeld produziert hatte. Die 0:5-Achtelfinal-Pleite des ZFC Meuselwitz gegen Carl Zeiss Jena am Sonntag bot ein Füllhorn fußballerischer Verrücktheiten. Die Hausherren begannen mit zwei Abgängen in der Startelf, kassierten ein Gegentor von einem künftigen Mitspieler und verschossen zu allem Überfluss einen Elfmeter. Ein halbes Fu?ballerleben in einem 90-minütigen Mikrokosmos.

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„Konnten nicht erwarten, dass er sich zurückhält“

Und doch entdeckte Holm Pinder die Gründe der Blamage auf einer anderen Spielwiese. „Von außen hatte man schon den Eindruck, dass bei uns zu wenig Wille da ist. Jena hat uns gezeigt hat, was mit Einsatz und Leidenschaft geht“, sagte der ZFC-Trainer. „Das war doppelt ärgerlich. Kaum sind wieder Zuschauer da, werden sie von uns mit solch einer Leistung vor den Kopf gestoßen.“

Durchklicken: Die Bilder der Achtelfinalpartie im Landespokal beim ZFC

Das war deutlich: Der ZFC Meuselwitz unterliegt Carl Zeiss Jena im Thüringenpokal-Achtelfinale mit 0:5. Zur Galerie
Das war deutlich: Der ZFC Meuselwitz unterliegt Carl Zeiss Jena im Thüringenpokal-Achtelfinale mit 0:5. ©

Dabei hätte das Schicksal womöglich eine andere Wendung genommen, wenn, ja wenn Felix Müller nach einer halben Stunde vom Punkt die Nerven behalten hätte. Dann nämlich hätte es 1:1 gestanden. Ganz schön viel hätte, ganz schön viel Konjunktiv und doch meint Pinder: „Der Elfmeter hat uns ein bisschen das Genick gebrochen. Danach sind die Beine schwerer geworden.“

Als es in der zweiten Halbzeit knüppeldicke kam, machte ausgerechnet ein künftiger Meuselwitzer im Jena-Trikot alles klar. René Eckardt entschied mit dem 0:3 die Angelegenheit endgültig. Muss ein seltsames Gefühl gewesen sein, ab 1. Juli steht der Routinier beim ZFC unter Vertrag. „Trotzdem konnten wir natürlich nicht erwarten, dass er sich zurückhält. Das ging uns mit einigen Jungs schließlich auch so“, bemerkte Pinder.

Bis zum 30. Juni gehts weiter

Damit spielte er auf Timo Mauer (künftig bei der BSG Chemie Leipzig unter Vertrag) und Henrik Ernst, der seine Karriere beendet, an. Beide standen sogar in der Startelf und seien „noch die Besseren unter vielen Schlechten“ gewesen, befand Pinder. Dennoch ist kaum damit zu rechnen, dass der 34-jährige Ernst den Rücktritt vom Rücktritt auslöst. Zum einen beginnt der angehende Lehrer sein Referendariat, zum anderen sind inzwischen sämtliche Plätze im Kader für die neue Saison vergeben. Der letzte ging übrigens an René Eckardt. Vielleicht kommt der ja sogar als Pokalsieger an die Schnauder. Für die Mannschaft wäre es allenfalls ein schwacher Trost.

Trotz des Ausscheidens trainieren die Meuselwitzer nun bis zum 30. Juni weiter, werden vielleicht noch den ein oder anderen kurzfristigen Test einstreuen. Danach gibt es eine Woche Urlaub, ehe Hirte Pinder seine Schäfchen wieder zur Saisonvorbereitung einsammelt. Bis dahin kann ein jeder über Themen wie Einstellung, Wille oder Leidenschaft nachdenken. Zum Beispiel.