08. Mai 2022 / 16:06 Uhr

ZFC Meuselwitz ballert sich mit Kantersieg bei Tasmania zum Klassenerhalt

ZFC Meuselwitz ballert sich mit Kantersieg bei Tasmania zum Klassenerhalt

Johannes David
Leipziger Volkszeitung
Die Meuselwitzer Spieler freuen sich über den Einzug ins Finale.
Die Meuselwitzer schaffen den Klassenerhalt. © Mario Jahn
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Einem lange glücklosen Stürmer gelingt beim 6:0-Auswärtserfolg sogar ein Hattrick. Die Hausherren treten mit dem letzten Aufgebot an.

Berlin. Das war in vielerlei Hinsicht ein Befreiungsschlag: Mit dem 6:0 bei Tasmania Berlin hat der ZFC Meuselwitz am Sonntagnachmittag nicht nur den Klassenerhalt in der Fußball-Regionalliga besiegelt. Endlich überzeugte das Team auch mal offensiv und schüttelte ein wenig vom Ruf der eigenen Harmlosigkeit ab. Speziell ein bislang eher glückloser Stürmer ließ es krachen.

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Früh alles klar

Johan Martynets, in der Winterpause von Union Fürstenwalde, gen Ostthüringen gewechselt und bis dato auffällig unauffällig unterwegs traf nach vier Monaten erstmals im ZFC-Dress – und dann gleich dreifach. Das muss auch für Trainer David Bergner eine Genugtuung nach wechselvollen Wochen gewesen sein. Schließlich galt Martynets als sein Wunschtransfer, schien sich aber umgehend an der Meuselwitzer Abschlussschwäche angesteckt zu haben.

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Rein ins Spiel: Ziemlich zeitig kam der ZFC mit dem Schrecken davon. Nach langem Ball durch die Berliner Luft sank Thomas Brechler im Duell mit Kilian Senkbeil im Strafraum zu Boden. Der Schiedsrichter entschied sich gegen einen Elfmeter. Überhaupt brauchte „Zipse“ ein paar Minuten, um ins Spiel zu finden, dann aber ging sie so richtig ab, die Post.

Nach ersten, bereits vielversprechenden, jedoch erfolglosen Annäherungsversuchen von Martynets und Max Kulke klingelte es schließlich. Eine Ecke veredelte Außenverteidiger Ben-Luca Moritz mit dem Oberschenkel zum so wichtigen 0:1 (14.). Mit diesem Dosenöffner im Rücken spielte es sich natürlich leichter. Keine 120 Sekunden später bediente Kulke Kadric, der die Pille ins lange Eck schob (16.). Danach prüfte Senkbeil seinen Torwart Matthias Hamrol mit einer gewagten Kopfball-Rückgabe. Kurz darauf folgte Vorentscheidung: Nils Miatke zog auf der linken Außenbahn das Tempo an, brachte den Ball nach Innen, wo Andy Trübenbach einschob (31.).

Meuselwitz macht ruhiger

Kurz vor der Pause begannen derweil wieder die Zweifel an Martynets zu nagen, als er das Leder völlig frei vor Tasmania-Torwart Elvin Kovac nicht im Kasten unterbrachte. Doch mit Wiederbeginn brach der Bann. Luca Bürger bewies nach feinem Alleingang Augenmaß, bediente den Angreifer, dem mit dem Tor zum 0:4 tonnenschwere Lasten von den Schultern krachten (46.). Anschließend gab es Chancen im Minutentakt für den ZFC. Zur Ehrenrettung der Berliner sei gesagt, sie traten mit dem allerletzten Aufgebot an, hatten nur zwei Feldspieler auf der Bank sitzen.

Schließlich nahm Meuselwitz den Fuß vom Gas, diktierte gleichwohl weiterhin die Partie und machte in der Schlussphase seinen russischen Stürmer vollends glücklich. Joker Jegor Jagupov bediente Martynets, der ins verwaiste Tor traf (87.). In der Schlussminute machte der 24-Jährige sogar den Hattrick klar. Schlussmann Kovac legte ihm das Leder zu Füßen und der 24-Jährige nahm die Einladung zum halben Dutzend dankbar an. Welch ein Meuselwitzer Nachmittag, sogar das Wetter war eitel Sonnenschein.


ZFC Meuselwitz: Hamrol; Moritz, Senkbeil, Müller, Miatke (73. Albert), Stenzel, Trübenbach (73. Becker), Kulke, Kadric (73. Weinert), Bürger (66. Jagupov), Martynets