26. Oktober 2020 / 12:41 Uhr

ZFC Meuselwitz bleibt auch unter neuem Trainer sieglos

ZFC Meuselwitz bleibt auch unter neuem Trainer sieglos

Jörg Wolf
Leipziger Volkszeitung
Auch ZFC-Kapitän Tobias Becker (vorn) war sichtlich mit Zweikämpfen im Mittelfeld beschäftigt.
Auch ZFC-Kapitän Tobias Becker (vorn) war sichtlich mit Zweikämpfen im Mittelfeld beschäftigt. © Mario Jahn
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Beim ZFC Meuselwitz wartet man auch weiterhin auf den nächsten Dreier. Mit dem neuen Trainer Holm Pinder kamen die Meuselwitzer nicht über ein 0:0 hinaus. Den einen Punkt sieht Pinder als Teilerfolg und weiß das noch viel Arbeit vor ihm und seiner Mannschaft liegt.

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Meuselwitz. Acht Partien ohne Dreier in Folge, Absturz in den Tabellenkeller und Trainerrauswurf – schwieriger könnte das Fahrwasser nicht sein, in dem der ZFC Meuselwitz sich am Sonntag aufmachte, um in ruhigere Gefilde vorzustoßen. Mit dem FSV Union Fürstenwalde, dem Tabellensechsten der Regionalliga, gab ein Kontrahent in der Bluechip-Arena seine Visitenkarte ab, der jedoch alles andere als die sprichwörtliche Laufkundschaft war. Die Partie unter Leitung von Schiri Martin Bärmann, die letztendlich völlig leistungsgerecht torlos 0:0 endete, war kein fußballerischer Leckerbissen, sondern eher dominiert von viel Stückwerk beider Teams. Pandemiebedingt waren im Stadion nur 200 Besucher erlaubt -inklusive beider Teams sowie Ordnern und weiterem unverzichtbarem Personal.

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Wie war es dem für den entlassenen Koray Gökkurt eingesprungenen Coach Holm Pinder unter der Woche gelungen, das verunsicherte Zipsendorfer Team wieder einzunorden? „Die Mannschaft war und ist doch intakt und lag nicht am Boden. Aber klar ist, dass die Spieler aufgrund der ausbleibenden Erfolge ein wenig in den Seilen hingen. Wir haben versucht, den Spaß am Spiel und das Selbstvertrauen zurück zu bringen.“

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Die erste Chance der Partie hatten die Gäste in der zweiten Minute durch Arlind Shoshi, dessen 20-Meter-Schuss aber abgefälscht und dann zu sicherer Beute von ZFC-Keeper Fabian Guderitz wurde. Vorstöße gab es in der Anfangsphase auch von den Hausherren, die auf dem Platz eine lautstarke Kommunikation pflegten. Tobias Becker oder Amer Kadric sorgten zumindest partiell für etwas Gefahr vor dem Union-Kasten von David Richter. Auch Routinier Henrik Ernst war da mit von der Partie. Aber so richtig zwingend war das alles nicht – auch auf der Gegenseite.

Hoffnung der Zuschauer wurde enttäuscht

Ab Mitte der ersten Halbzeit schien der ZFC aber das Heft des Handelns mit mehr Nachdruck an sich reißen zu wollen. Es folgten die wohl stärksten zehn Minuten der Hausherren in der gesamten Partie. So flankte in der 19. Minute Ben-Luca Moritz auf den lauernden Serhat Semih Güler, der aus sechs Metern neben das Tor köpfte. Das hätte die ZFC-Führung sein müssen. Auch Kadric meldete in der 25.Minute Torhunger an. Seinen Lupfer konnte Union-Keeper Richter allerdings noch aus dem Eck kratzen. Allerdings verebbte dieser Sturmlauf so schnell wie er aufgekommen war auch wieder und es schlich sich Tristesse ein.


Die Hoffnung der auserwählten Zuschauer auf eine Besserung im zweiten Durchgang wurde enttäuscht. Das Geschehen gefiel auch beiden Trainern nicht. Pinder ließ dies in der ersten Halbzeit unüberhörbar wissen. Sein Union-Kollege Matthias Maucksch sah in der zweiten Hälfte gar Gelb wegen Meckerns.

Pinder: „Noch einiges an Arbeit vor uns“

Die Gefühlswallungen von den Trainerbänken machten den Akteuren auf dem Rasen für den Rest der 90 Minuten jedoch nicht merklich Beine. Auf beiden Seiten gab es zwar noch Vorstöße gen gegnerisches Tor. Letztlich wurde allerdings zu ungenau agiert, klappten Abspiele nicht oder waren die Hüter auf dem Posten. Es blieb beim 0:0. Über weite Strecken war dabei dem ZFC die Verunsicherung anzumerken, die eine so lange Phase der Erfolglosigkeit nun mal mit sich bringt.

„Uns war klar, welche Qualität Fürstenwalde mitbringt. Vor allem mit ihren schnellen Spitzen und auch auswärts. Zufrieden sind wir mit dem einen Punkt aber selbstverständlich nicht. Auch weil man gesehen hat, dass noch einiges an Arbeit vor uns liegt“, so Pinder. Das Remis sei zumindest „ein kleiner Teilerfolg, auf dem man aufbauen kann und muss.“