13. März 2021 / 12:43 Uhr

ZFC-Meuselwitz-Boss Hubert Wolf: "Saisonabbruch keine Alternative"

ZFC-Meuselwitz-Boss Hubert Wolf: "Saisonabbruch keine Alternative"

Johannes David
Leipziger Volkszeitung
ZFC-Meuselwitz-Präsident Hubert Wolf hält einen Saisonabbruch nicht für eine Option - und will zumindest die Hinrunde zu Ende spielen.
ZFC-Meuselwitz-Präsident Hubert Wolf hält einen Saisonabbruch nicht für eine Option - und will zumindest die Hinrunde zu Ende spielen. © Mario Jahn
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Auch der ZFC hatte mit Corona-Fällen zu kämpfen, auch beim ZFC rollt seit Monaten kein Ball. Der Meuselwitzer Vereinschef Hubert Wolf spricht im SPORTBUZZER-Interview über den schwierigen Stand der Dinge, Spiele ohne Fans und mögliche Gratis-Schnelltests.

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Meuselwitz. Weit mehr als vier Monate ist es her, dass in der Fußball-Regionalliga Nordost die Pille rollte. Dennoch trainiert der ZFC Meuselwitz seit Anfang des Jahres wieder, wenn auch mit durch Kurzarbeit gebremstem Schaum. Vereinsboss Hubert Wolf spricht im SPORTBUZZER-Interview über Glaube und Hoffnung, Spiele ohne Fans und die Borniertheit des DFB. Doch nicht nur das Männerteam steht im Fokus: Nachwuchsspielern will der ZFC kostenlose Corona-Schnelltests zur Verfügung stellen.

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Herr Wolf, glauben Sie, dass in dieser Saison in der Regionalliga Nordost noch einmal gespielt wird?

Glauben kann man in der Kirche. Ich hoffe es, stehe dem aber neutral gegenüber. Die Entscheidung obliegt der Politik. Die Vereine sind zum größten Teil willens, ihren Beitrag zu leisten, etwa mit Schnelltests und Hygienemaßnahmen. Wir haben den ersten Teil unserer Hausaufgaben gemacht, dürfen seit längerem wieder trainieren und wären für einen Neustart bereit.

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Sind denn Schnelltests als Voraussetzung für den Ligabetrieb für den ZFC finanziell überhaupt darstellbar?

Das sollte für Vereine in unserer Liga möglich sein. Für uns würde das nach jetzigem Stand Mehrkosten von etwa 800 Euro im Monat bedeuten. Das muss, in den Sphären, in denen wir uns bewegen, einfach abfallen. Da nach Hilfen vom Bund zu rufen, wäre unanständig, wenn man bedenkt, was manche Vereine manchen Spielern für Gehälter zahlen.

Sind Spiele ohne Fans für Sie eine Option?

Etwas anderes ist ja derzeit nicht denkbar. Es ist eine Utopie zu glauben, dass wir jetzt dauerhaft eine niedrige Inzidenz kriegen. Es braucht noch sechs Spiele, um die Hinrunde zu beenden, dann könnte man die Saison werten. Also ja, wir würden ohne Fans spielen. Stand heute ist ein Abbruch der Saison jedenfalls keine Alternative. Wir befinden uns schließlich Mitte März und haben noch bis Ende Juni Zeit.

Und wenn es in der nächsten Saison genauso weiterginge?

Grundsätzlich ist es immer schwierig. Und je mehr Zuschauer ein Verein hat, umso kritischer ist es. Bei unserem Schnitt von etwa 700 fällt das weniger ins Gewicht. Aber bei Lok und Chemie Leipzig ist das natürlich etwas ganz anderes.

Es gab auch beim ZFC schon Corona-Fälle. Wie hat Sie das beeinflusst?

Sportlich hat es uns nicht gehandicapt, weil die Fälle kurz vor beziehungsweise während der Corona-Pause passiert sind. Uns ist bewusst, dass Ausfälle eingeplant werden müssen, sollte die Saison fortgesetzt werden. Deswegen können wir auch nicht mit einem Spielbetrieb am Mittwoch und Sonntag planen, damit wir noch Puffer haben.

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Neben der Liga gibt es da ja auch noch den Landespokal. Kann man den noch sportlich zu Ende bringen?

Man muss kein Prophet sein, um zu sagen, dass das spannend wird, wenn bei uns in Thüringen noch nicht einmal die Hauptrunde begonnen hat. Die Inzidenz ist immer noch hoch und im Landespokal spielen hauptsächlich Mannschaften aus den unteren Ligen, die bislang noch nicht einmal trainieren dürfen. Während der DFB so borniert ist und am Finaltag der Amateure Ende Mai festhält. Im Zweifelsfall ermittelt man am Ende per Los den Pokalsieger, nur damit man das durchziehen kann. Dabei könnte man einfach auch den Juni nehmen, um den Wettbewerb auszutragen.

In der Winterpause gab es noch einmal einige Transfers. Sind Sie jetzt mit dem Kader zufrieden?

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Ja, absolut.

Der ZFC hat auch viele Nachwuchs-Mannschaften in den höchsten Ligen Thüringens am Start. Wie ist dort die Lage?

Sobald die Verfügungslage es hergibt, wollen wir wieder trainieren. Wir wollen unseren Spielern dazu einen Schnelltest pro Woche zur Verfügung stellen und hoffen, dass sie einen zweiten aus der Apotheke bekommen. Wie wir genau verfahren, wollen wir auf unserer nächsten Präsidiumssitzung festlegen.