16. Oktober 2020 / 09:51 Uhr

ZFC Meuselwitz in Babelsberg: Mit Bier und Yoga gegen die Krise

ZFC Meuselwitz in Babelsberg: Mit Bier und Yoga gegen die Krise

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Routinier Fabian Stenzel wird dem ZFC heute wegen muskulärer Probleme fehlen.
Routinier Fabian Stenzel wird dem ZFC heute wegen muskulärer Probleme fehlen. © Mario Jahn
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Vor dem wichtigen Spiel in Babelsberg und nach sieben Spielen ohne Sieg greift Meuselwitz tief in die Trickkiste.

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Meuselwitz. Schonmal den „schlafenden Hund“ geweckt? Die Kicker des ZFC Meuselwitz wissen spätestens seit dieser Woche, dass es dafür keinen dösenden Dalmatiner braucht, eine Yogamatte reicht völlig aus. Um die Köpfe nach den zuletzt ernüchternden Auftritten frei zu fegen, legte Trainer Koray Gökkurt das Leder beiseite und bat zur fernöstlichen Entspannungskunst. Außerdem beraumte der 37-Jährige einen Teamabend an, bei dem sogar die alkoholgeschwängerten Getränke der Speisekarte zur Auswahl standen.

„Es ging um einen Austausch weg vom Sportlichen. Wir haben Dinge aufgearbeitet. Es ist eine Mischung aus Ängste und Sorgen nehmen und den Kampfgeist stärken“, erklärt Gökkurt den nicht ganz alltäglichen Maßnahmenkatalog. Nach zwei Wochen Pause geht es am Freitag beim SV Babelsberg (Anstoß 19 Uhr) um immens wichtige Regionalliga-Punkte. Der ZFC steht seit sieben Spielen vergeblich an der Sieg-Haltestelle, ist auf Rang 17 abgedriftet. Und so bestanden die vergangenen 14 Tage natürlich nicht nur aus Ablenkung von der tabellarischen Talfahrt. „In der ersten Woche haben wir die Intensität im Training deutlich gehoben. Diese Woche haben wir uns die nötige Frische geholt. Wir arbeiten maximal akribisch, um aus unserer kleinen Krise heraus zu kommen.“

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Dabei mangelt es nicht an Einsatzbereitschaft im Training, doch die zuletzt gegen Schlusslicht Halberstadt vorgebrachte Einstellung missfiel dem Coach ganz offensichtlich. „Das Spiel wurde nicht dem gerecht, wofür wir stehen. Wir müssen eine Schippe drauflegen, auch wenn es keine leichte Konstellation ist und der Druck steigt.“ Dabei sollte Babelsberg die passende Kragenweite für den ZFC tragen. Mit nur einem Punkt mehr rangiert das Team von Trainer Predrag Uzelac auf Platz 14. Die selbst ernannten „Kiezkicker“ waren im Gegensatz zu Meuselwitz am vergangenen Wochenende im Einsatz, erreichten per 4:1 bei Brandenburgligist Oranienburger FC das Viertelfinale im Landespokal. Dabei traf auch ein gewisser Daniel Frahn, jahrelanges Aushängeschild von RB Leipzig. Nach diversen Querelen kickt er wieder bei seinem alten Verein in Liga vier und ist mit vier Toren in neun Partien trotz seiner inzwischen 33 Jahre immer noch gemeingefährlich vorm Kasten.

Die Beschäftigung mit solchen Namen gleicht für Koray Gökkurt immer auch einer Gratwanderung: „Natürlich setzt man sich mit einzelnen Topathleten auseinander. Aber das extrem zu forcieren, kann die Aufmerksamkeit zu sehr in eine Richtung lenken.“ Ohnehin sind die Zipsendorfer auch personell eher mit sich selbst beschäftigt. Neben dem Langzeitverletzten Andy Trübenbach fehlt heute auch Fabian Stenzel (muskuläre Probleme). Zudem stehen Fragezeichen hinter den versehrten Henrik Ernst und Dennis Blaser. Aber vielleicht lassen sich diese schlafenden Hunde ja noch kurzfristig erwecken.