28. Dezember 2021 / 14:00 Uhr

ZFC Meuselwitz' Präsident Wolf über restliche Spielzeit: "Die Saison fertigreparieren"

ZFC Meuselwitz' Präsident Wolf über restliche Spielzeit: "Die Saison fertigreparieren"

Frank Müller
Leipziger Volkszeitung
Trainer David Bergner hauchte der Mannschaft neues Leben ein.
Trainer David Bergner hauchte der Mannschaft neues Leben ein. © PICTURE POINT
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Die Saison für den ZFC Meuselwitz startete nicht wie geplant. Erst mit dem Trainerwechsel kam neuer Schwung und der Erfolg zurück. Nun sind die Zipsendorfer ohne Sorgen in der Winterpause. Ein Rückblick auf die Herbstrunde der Bergner-Truppe.

Meuselwitz. „Wir sind extrem motiviert und zuversichtlich in die Saison gegangen, jedoch relativ schnell ernüchtert und enttäuscht worden“, bekennt Hubert Wolf, der Präsident von Fußball-Regionalligist ZFC Meuselwitz zur Winterpause. „Trotz zum Teil guter Spiele blieben die Ergebnisse aus.“

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Und dann sei man mental am Boden gewesen. „Jetzt stehen wir glücklicherweise nicht mehr unten, durch die Serie von sechs Spielen ohne Niederlage ist der Optimismus zurückgekehrt, das hat Mut gemacht“, so Wolf weiter. Man sei ohne extreme Sorgen in die Winterpause gegangen. „Nun müssen wir die Saison aber auch gut zu Ende spielen, sie quasi fertigreparieren.“

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Mit 21 Punkten aus 21 Spielen überwintern die Meuselwitzer auf Rang 14. Die Bilanz von sechs Siegen, drei Remis und zwölf Niederlagen stellt auf der Glaserkuppe wohl keinen zufrieden. Die 22 Tore entsprechen kaum mehr als einem Treffer pro Spiel, die 33 Gegentreffer ergeben hingegen eine Quote von 1,57. Dieses Missverhältnis war einerseits mangelnder Durchschlagskraft im Angriff und andererseits zahlreichen individuellen Patzern in der Defensive geschuldet.

Neuer Schwung

Trainer und Vizepräsident Holm Pinder hatte davon Anfang Oktober genug und entließ sich quasi selbst. Für ihn wurde nach kurzem Interimsamt von Co-Trainer Daniel Rupf (je ein Pokal- und Punktspielsieg) David Bergner als neuer Chefcoach verpflichtet. Nach 0:3 an Bergners alter Wirkungsstäte in Chemnitz startete besagt gute Serie: sechs Punkt-, mit Pokal- sogar sieben Pflichtspielen ohne Schlappe. Zwar waren die verletzungsbedingten Einschränkungen im Kader keineswegs überwunden, doch man hatte den Eindruck, dass der ZFC wieder entschlossener, zweikampfstärker agierte, vom das Jahr abschließenden 0:2 gegen Hertha BSC II mal abgesehen.

Der neue Schwung lag vielleicht auch an dem Zeichen, dass Bergner kurz nach Beginn seiner Tätigkeit ans Team schickte, als er vier Akteure daraus wegen mangelnder Einstellung und Leistungen aus dem Kader strich: Torwart Fabian Guderitz, die Abwehrspieler Fabian Raithel und Firat Tuncer sowie Stürmer Alexander Dartsch wurden freigestellt.

Etliche Langzeitverletzte kehren nun langsam zurück. Kapitän René Eckardt wurde durch kleinere Blessuren immer wieder zurückgeworfen und rang bis in den Dezember hinein um seine Normal-Form. „Im Großen und Ganzen denkt jeder in unserer Liga, dass wir großes Potenzial haben“, weiß Bergner. „Das konnte ich bei dem einen oder anderen wecken. Ich habe zudem den Eindruck, dass die Mannschaft charakterfest ist. In der weiteren Rückrunde wird es wichtig sein, dranzubleiben, nicht wieder nachzulassen.“


Kurze Vorbereitung

Die Meuselwitzer Fans waren logischerweise zeitweise recht unzufrieden und äußerten mitunter ihren Unmut. Dennoch kann sich der ZFC auf eine treue Anhängerschar verlassen. Der Zuschauer-Durchschnitt lag bei Heimspielen bei 647 (insgesamt 6471 in den zehn Heimpartien). Darin enthalten sind allerdings auch die beiden Spiele gegen die Zuschauermagneten Chemie und Lok Leipzig. Gegen die Grün-Weißen kamen 1352 in die Blue-Chip-Arena, gegen Lok noch etwas mehr, die 1386 stellen den momentanen Heim-Rekord für die Meuselwitzer dar. Ohne diese beiden Partien läge die Besucherquote auf der Glaserkuppe nur bei 467. Das ist noch nicht alarmierend, gibt jedoch auch keinen Anlass zu Euphorie. Andere Viertligisten genießen indes noch deutlich weniger Zuspruch.

Die Torschützenliste der Regionalliga Nordost wird Christian Beck vom BFC Dynamo mit 15 Treffern angeführt. Ihm folgen mit je 13 Toren Djamal Ziane von Lok Leipzig und Maximilian Pronichev aus Cottbus. Die besten Meuselwitzer, Florian Hansch und Felix Müller, rangieren mit je 5 Toren gemeinsam mit elf weiteren Akteuren auf Platz 30.

Weiter geht es für den ZFC schon am 28. Januar mit dem 23. Spieltag, wenn er den FSV Luckenwalde empfängt. Die bei Chemie ausgefallene Begegnung in Leipzig-Leutzsch soll am 9. Februar nachgeholt werden. Vor allem steht in der recht kurzen Vorbereitung auf die Frühjahrsrunde vom 12. bis 22. Januar ein Trainingslager in der Türkei an, dem wiederum am 7. Januar zu Hause ein Testspiel gegen den 1. FC Zeitz vorausgehen wird.