27. März 2022 / 19:16 Uhr

ZFC Meuselwitz trifft im Finale des thüringischen Landespokal auf Jena

ZFC Meuselwitz trifft im Finale des thüringischen Landespokal auf Jena

Frank Müller
Leipziger Volkszeitung
Die Meuselwitzer Spieler freuen sich über den Einzug ins Finale.
Die Meuselwitzer Spieler freuen sich über den Einzug ins Finale. © Mario Jahn
Anzeige

Nachdem Carl Zeiss Jena den Einzug ins Finale mit einem 3:1-Sieg in Geratal schon am Samstag klargemacht hatte, zog der ZFC Meuselwitz am Sonntag mit einem deutlichen 3:0-Erfolg in Erfurt nach.

Erfurt. Die Fußballer des ZFC Meuselwitz stehen im Endspiel um den Thüringenpokal. Im Halbfinale gewannen sie am Sonntag beim Oberliga-Spitzenreiter Rot-Weiß Erfurt mit 3:0. Zweimal traf Andy Trübenbach, einmal Nils Miatke für die Zipsendorfer. Im Finale wartet nun Titelverteidiger FC Carl Zeiss Jena. Die Liga-Kollegen der Meuselwitzer setzten sich beim Thüringenligisten SpVgg Geratal mit 3:1 durch, hatten dabei allerdings mehr Mühe als erwartet.

Anzeige

Dagegen war der Auftritt der Meuselwitzer im mit 3597 Zuschauern besetzten Steigerwaldstadion insgesamt recht souverän. Nach verhaltenem Beginn und einer ersten Torchance für die Erfurter (6. Minute, der diesmal für Matthias Hamrol im Tor stehende Jean-Marie Plath parierte ebenso wie in der 8. Minute) köpfte der gut in den Eckball von Max Kulke eingelaufene Trübenbach zum 1:0 für die Gäste ein. Die Erfurter Abwehr machte dabei einen für den ZFC erfreulich „unaufgeräumten“ Eindruck.

Mehr zum Fußball

Kurz darauf traf auch Felix Müller per Kopf, doch sein Treffer wurde wegen eines angeblichen Aufstützens nicht anerkannt. Die Gäste kontrollierten nun weitestgehend das Geschehen. Nach einer halben Stunde sah Erfurts Linus Schwarz nach einem üblen Foul an ZFC-Kapitän René Eckardt die Gelbe-Karte, die noch Folgen haben sollte. Kurz darauf hatte Trübenbach nach schönem Konterzug die Chance zum Führungsausbau, schoss aber über den Kasten. Ebenso besaß der FC Rot-Weiß in der 45. Minute durch Amougou Nkoa eine Torgelegenheit, doch Plath hielt. In dieser Szene zog sich Gäste-Kapitän René Eckardt eine stark blutende Platzwunde zu, die in der 54. Minute zu seiner Auswechslung führte, weil sich die Blutung mit Pflaster nicht hinreichend beruhigen ließ. In der Nachspielzeit holte sich Schwarz mit einem Foul an Jegor Jagupov Gelb-Rot, wodurch die Platzherren nur noch zu zehnt waren.

"Anfangs waren wir etwas fahrig"

Die Meuselwitzer gingen also in Überzahl in die Pause und kamen natürlich auch so raus. Als Trübenbach nur fünf Minuten danach erneut traf, sah es buchstäblich trübe aus für die Landeshauptstädter. „Trübe“ hatte aus halbrechter Position und 17 Meter Entfernung mutig aufs lange Eck abgezogen und getroffen. Das fühlte sich schon wie die Vorentscheidung an. Doch plötzlich wurde „Zipse“ ein wenig nachlässig und ließ gleich vier Großchancen zu. Zweimal hielt Plath großartig (64. Und 73.), dann köpfte Arthur Mergel nach Eckball aus Nahdistanz vorbei, was schwerer schien, als ins Netz zu treffen (74.). Unmittelbar danach verschätzte sich Plath, doch Amougou Nkoa verfehlte das leere Tor (75.). Der ehemalige Erfurter Nationalspieler und heutige MDR-Co-Kommentator Lutz Lindemann befand: „Ich denke, Rot-Weiß hätte sich ein Tor verdient.“

Dann endlich wieder eine Chance auf der anderen Seite: Kulke verpasste jedoch die Flanke von Nils Miatke (77.). Doch es wurde nochmal vor dem ZFC-Tor spannend, weil Plath übermotiviert sein Tor verließ, aber der eingewechselte Romarjo Hajrulla schoss zum Glück für die Gäste ebenfalls vorbei. Insgesamt wirkte der ZFC da nicht mehr so souverän. Erst als Miatke von links energisch abzog und zum 3:0 traf, war der Kuchen buchstäblich gegessen, der I-Punkt auf dem Spiel und der Finaleinzug seines Teams perfekt.

„Schon das 2:0 war enorm wichtig, da können wir uns bei Andy Trübenbach bedanken“, sagte der leidlich wieder hergestellte Eckardt nach dem Abpfiff. Sein Trainer David Bergner analysierte: „Man hat gesehen, dass wir uns auf dieses Spiel gefreut haben. Anfangs waren wir etwas fahrig, sind dann aber verdient in Führung gegangen. Die Gelb-Rote Karte für die Erfurter hat uns natürlich auch geholfen. Obwohl wir ihnen mit dem 2:0 bissl den Stecker gezogen hatten, mussten wir noch zwei, drei brenzlige Situationen überstehen. Mit dem 3:0 wurde unser Spiel dann wieder souveräner.“ Zeitpunkt und Austragungsort des Endspiels stehen noch nicht fest.


ZFC Meuselwitz: Plath – Moritz, Müller, Senkbeil, Miatke – Stenzel – Kulke, Eckardt (54. Kadric) – Trübenbach, Jagupov (82. Becker) – Hansch (67. Jahn).

Tore: 0:1, 0:2 Trübenbach (11., 50.), 0:3 Miatke (90.+1). Z.: 3597.