16. Juni 2020 / 13:23 Uhr

ZFC Meuselwitz vergrößert Kader und setzt auf Probetraining

ZFC Meuselwitz vergrößert Kader und setzt auf Probetraining

Johannes David
Leipziger Volkszeitung
frank müller
Hat gerade viel zu tun und steht in ständigem Kontakt mit Trainer Koray Gökkurt: ZFC-Sportdirektor Frank Müller (l.). © Mario Jahn
Anzeige

ZFC-Trainer Koray Gökkurt plant mit 20 oder 21 Feldspielern, doch finden künftige Verhandlungen mit möglichen Neuzugängen unter erschwerten Bedingungen statt.

Anzeige

Meuselwitz. In Zeiten wie diesen einigermaßen unerwartet: Trotz diverser Ungewissheiten will Fußball-Regionalligist ZFC Meuselwitz seinen Kader für die kommende Saison breiter aufstellen. Das kündigte Trainer Koray Gökkurt an. „Wir wollen uns in der Quantität minimal vergrößern. Ein Kader von 20 plus drei oder 21 plus drei ist geplant.“ Also 20 oder 21 Feldspieler plus drei Torhüter.

Bislang sind 14 Verträge unter Dach und Fach, darunter auch der bislang einzige Neuling Aron Ingi Andreasson. Weitere Spieler stünden „direkt vor der Unterschrift“, so Gökkurt. „Wir sind in laufenden, fortgeschrittenen Gesprächen. In den nächsten ein, zwei Wochen werden wir weitere Neuzugänge präsentieren.“

Dabei kommt ein breites Spektrum in Frage, bis auf die Innenverteidiger sind auf allen Positionen noch „Spots frei“, wie der neue Coach es nennt. Überhaupt hört man dem 37-Jährigen bisweilen deutlich an, dass er eine ganz andere Trainergeneration vertritt als Vorgänger Heiko Weber. Sehr gern garniert er seine Sätze mit einem englischen Fachbegriff.

Vollkontakt muss her

Um etwa die freien „Spots“ zu besetzen, komme in diesem Jahr „try outs“ größere Bedeutung zu, weil seit Corona das „Scouting“ logischerweise eingestellt worden sei. Wir übersetzen und fassen fix zusammen: Weil Spielerbeobachtungen in dieser Form nicht mehr möglich waren, werden die freien Plätze im Kader via Probetraining vergeben. Zwei bis drei davon wolle der ZFC anbieten, wann genau ist momentan noch unklar.

Mehr zum ZFC

Zunächst müsse während der Übungen Vollkontakt her. „Technische Übungen auf Abstand sind nicht aussagekräftig. Es geht darum, unter Gegnerdruck passen und schießen zu können, verschiedene Situationen und Erschwernisse zu simulieren“, erläutert Gökkurt. Zudem seien in Corona-Zeiten „Vertragsgespräche mit potenziellen Neuen extrem zeitaufwendig.“

Als Abgang steht bisher lediglich Michael Rudolph fest, der seine Karriere beendet hat. Weiter eine wichtige Rolle spielen soll indes Tobias Becker, der im vergangenen Winter vom kriselnden Wacker Nordhausen verpflichtet. Er gehört zu den „glorreichen 14“, des bisherigen Kaders. „Eine absolut zufriedenstellende Zahl“, findet nicht nur Koray Gökkurt. Schließlich dürfte noch einige Zeit verwehen, ehe die neue Saison startet. In der Vergangenheit ähnelte der Meuselwitzer Kader zu diesem Zeitpunkt meist eher einem Flickenteppich.

Derby gegen Jena

Vielleicht spielt in diesem Fall Corona dem Verein sogar ein wenig in die Karten. Die Spieler suchen schließlich Sicherheit in ungewisser Zeit. Dabei steht noch nicht fest, wann es wieder losgeht und schon gar nicht, wann beziehungsweise ob Zuschauer zugelassen sind. Umso erstaunlicher, dass in Zipsendorf sogar das kickende Personal aufgestockt wird.

Zur Regionalliga-Konkurrenz in der neuen Saison gehört übrigens auch Carl Zeiss Jena. Während man sich an der Schnauder also auf ein Derby gegen einen Traditionsclub freuen darf, müssen die Jenaer erst einmal den am vergangenen Wochenende besiegelten Drittliga-Abstieg verwinden. Bereits angekündigt ist eine deutliche Verjüngung des Kaders. Ob dieser auch verschlankt wird, ist nicht bekannt.

Der bisherige ZFC-Kader: Aron Ingi Andreasson, Tobias Becker, Luca Bürger, Chris Kroner, Andy Trübenbach, René Weinert, Sebastian Albert, Henrik Ernst, Ben-Luca Moritz, Bastian Strietzel, Fabian Raithel, Fabian Stenzel, Johann Weiß.