21. Februar 2021 / 08:01 Uhr

ZFC Meuselwitz verliert Defensivspezialisten Francesco Lubsch

ZFC Meuselwitz verliert Defensivspezialisten Francesco Lubsch

Johannes David
Leipziger Volkszeitung
Francesco Lubsch (r.) verlässt den ZFC auf eigenen Wunsch.
Francesco Lubsch (r.) verlässt den ZFC auf eigenen Wunsch. © Mario Jahn
Anzeige

Der leise Abgang des "Lubschers": Nach mehr als sechs Jahren sagt Francesco Lubsch adé. Der lange verletzte Verteidiger des Zipsendorfer FC hat ein Vertragsangebot ausgeschlagen. Der 27-Jährige wird sich einen neuen Verein suchen. Positive Meldung: Andy Trübenbach und Ingi Andreasson sind  zurück im Training.

Meuselwitz. 134 Regionalliga-Spiele für den ZFC Meuselwitz in sechseinhalb Jahren. Aber auch zwei folgenschwere Verletzungen. So könnte man die bewegte Zeit von Francesco Lubsch in Zipsendorf zusammenfassen. Nun hat der Defensivspieler den Verein verlassen, begleitet von einigen Störgeräuschen aus dem Maschinenraum. „Bei dem Angebot, was ich bekommen habe, habe ich mich nicht richtig wertgeschätzt gefühlt. Das war schlicht zu wenig“, sagt Lubsch, selbstredend ohne die genauen Kennzahlen zu erwähnen.

Anzeige

"Absolut auf Nummer sicher gegangen"

ZFC-Vizepräsident und gleichzeitig Regionalliga-Cheftrainer Holm Pinder sieht die Angelegenheit so: „Wir haben ihm einen leistungsbezogenen Vertrag angeboten, den er aber nicht angenommen hat.“ Dazu muss man wissen, dass „der Lubscher“ seit 2018 nur 25 Ligaspiele bestreiten konnte. Zweimal riss das Kreuzband im linken Knie. „Mit dem letzten Kreuzbandriss habe ich ein halbes Jahr lang gespielt, das hat gar keiner so richtig gemerkt“, erzählt der 27-Jährige. Dann aber ging gar nichts mehr. Seine letzte Partie datiert vom 28. September 2019 (1:1 gegen Optik Rathenow). Kurz darauf folgte die niederschmetternde Diagnose.

Mehr zu ZFC Meuselwitz

Lubsch ließ sich bei der Reha Zeit. „Es war mir wichtig, vollkommen schmerzfrei zu sein. Ich bin da absolut auf Nummer sicher gegangen.“ Und so stieg er im vergangenen Jahr wieder ins Mannschaftstraining des ZFC ein und war bis zur Winterpause regelmäßiger Gast bei den Einheiten. „Sorgenfrei“, wie er sagt. Seit Januar hält er sich nun selbstständig und mit Unterstützung eines befreundeten Personalcoachs in Form.

Von der SGD zum ZFC

„Ich heule dem Verein nicht hinterher, Fußball ist nun einmal schnelllebig“, sagt der gelernte Außenverteidiger. Und bisweilen etwas undankbar, was den Umgang mit verdienten Spielern betrifft, ist der Fußball auch. Einen neuen Verein hat Lubsch noch nicht gefunden, was während der Corona-Pause schwer werden dürfte. Sobald die Unterbrechung endet, will er sich über Probetrainings bei neuen Teams anbieten und glaubt an seine Chance: „Ich will auf jeden Fall weiter höherklassig spielen.“ Also in der Regionalliga. Mindestens.

Lubsch stammt aus dem Nachwuchs von Dynamo Dresden, kam 2014 zum ZFC, für den er anschließend 134 Mal in der Regionalliga auflief und dabei sechs Tore erzielte. „Es war ja eigentlich immer ein Kampf gegen den Abstieg. Aber auch das sind Erfahrungen, an denen man wächst und die man für die Zukunft mitnimmt. Die Jungs sind mir alle ans Herz gewachsen, mit vielen habe ich ja einige Jahre zusammengespielt“, rekapituliert er seine Zeit an der Schnauder.

Topfitte Truppe beim TFC

Derweil sind Andy Trübenbach und Ingi Andreasson nach längeren Verletzungen wieder auf dem Weg zur Normalität. „Trübe hat bereits Teile des Mannschaftstrainings mitgemacht, Ingi steigt am jetzt wieder ein“, erzählt Pinder. Andreasson befand sich nach einem Bänderriss im Knöchel im Januar in Köln in der Reha. Trübenbach war bereits seit vergangenem September wegen eines Knorpelschadens ausgefallen, musste operiert werden und hatte anschließend lange mit Schmerzen und Schwellungen zu kämpfen.


Derweil durfte der topfitte Rest der Truppe zuletzt schon den Ernstfall proben. Der Coach bat zum Elf gegen Elf. Weil das rekonvaleszente Duo noch fehlte, füllten kurzerhand Sportdirektor Frank Müller und Co-Trainer Daniel Rupf die Reihen auf. Pinder kam um einen Einsatz herum. „Für mich war kein Platz mehr, ich musste dafür das Los des Schiedsrichters übernehmen“, berichtete der 49-jährige frühere Zweitligakicker und ließ sogleich seine Beobachtungen zur „großen Spielform“ folgen: „Es war gut, mal was anderes zu machen, eine gelungene Aktion, auf grenzwertigem Boden. Die Jungs waren anschließend entsprechend kaputt.“ Da ein Regionalliga-Neustart weiterhin nicht abzusehen ist (inzwischen darf man getrost von Anfang April ausgehen), bleibt den Kickern vorerst gar nichts anderes übrig als Trainingsspielchen.