11. September 2021 / 08:25 Uhr

ZFC Meuselwitz vor Kellerduell in Fürstenwalde: „Wir müssen mal auswärts gewinnen“

ZFC Meuselwitz vor Kellerduell in Fürstenwalde: „Wir müssen mal auswärts gewinnen“

Frank Müller
Leipziger Volkszeitung
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Der ZFC Meuselwitz würde am Sonntag in Fürstenwalde gern jubeln. © Mario Jahn
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Corona beim letzten Gegner, Manipulationsversuche bei der Konkurrenz, überraschende Ergebnisse im Landespokal? Doch der ZFC Meuselwitz bleibt – insbesondere vor dem Kellerduell am Sonntag – vergleichsweise ruhig. Denn die Zipsendorfer wollen bei Union Fürstenwalde punkten und (perspektivisch) die unteren Tabellenplätze verlassen. Darauf ist alle Konzentration gerichtet.

Ostthüringen. Der jüngste Gegner VfB Auerbach in Corona-Quarantäne, dazu angebliche Aufforderungen zur Spielmanipulation bei der Konkurrenz aus Jena, Eilenburg und Cottbus. Und doch bleibt der ZFC Meuselwitz vom Trubel der vergangenen Tage vor dem nächsten Regionalligaspiel am Sonntag bei Union Fürstenwalde (Anstoß 13 Uhr) vergleichsweise unbeeindruckt.

Volle Konzentration aufs Sportliche

Holm Pinder bringt ohnehin so schnell nichts aus der Ruhe. „Fast alle unserer Spieler sind entweder durchgeimpft oder genesen. Bei wem das nicht der Fall ist, der wird täglich vorm Training getestet“, sagt der ZFC-Trainer mit Blick auf die Auerbacher Corona-Problematik. Ganz offenbar hat sich keiner seiner Jungs beim 1:0-Auswärtssieg vor knapp zwei Wochen angesteckt.

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Am dritten Spieltag der Regionalliga Nordost gewann Chemie Leipzig mit 2:1 beim ZFC Meuselwitz. Die Fans sahen ein abwechslungsreiches und spannendes Spiel. Zur Galerie
Am dritten Spieltag der Regionalliga Nordost gewann Chemie Leipzig mit 2:1 beim ZFC Meuselwitz. Die Fans sahen ein abwechslungsreiches und spannendes Spiel. ©

Auch in Sachen versuchter Spielmanipulation gibt Pinder für seinen Verein Entwarnung: „Davon sind wir verschont geblieben und ich hoffe, das bleibt auch so.“ Der Trainer ergänzt: „Wobei sich mir die Größenordnungen nicht erschließen.“ Einige Spieler aus Cottbus, Jena und Eilenburg hatten Nachrichten in brüchigem Deutsch erhalten, darin wurden 100.000 Euro für eine Spielmanipulation geboten. Ein Experte schätzte die Nachrichten gegenüber dem SPORTBUZZER inzwischen als Fälschungen ein.

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So kann man sich in Zipsendorf allein aufs Sportliche konzentrieren. Auch wenn die Tabelle durch viele Nachholspiele bereits verzerrt ist, die Konstellation vorm Spiel in Fürstenwalde ist klar wie Kloßbrühe: Die Sonntagspartie ist ein Kellerduell. Die Gastgeber haben neunmal gespielt und daraus fünf Punkte gezogen, was ihnen aktuell Platz 18 beschert. Die Zipsendorfer konnten achtmal antreten und dabei mit zwei 1:0-Siegen sechs Zähler ergattern, das bedeutet Platz 16.

Tobias Becker wieder im Aufgebot

Kleines Plus also für die Gäste, die nach sechs Niederlagen in Folge jüngst Schlusslicht VfB Auerbach dank eines Treffers von Felix Müller knapp bezwangen. Danach erledigten Holm Pinders Schützlinge ihre Pokal-Hausaufgaben beim SV Borsch mit 3:1. Das ist also fast schon eine kleine Siegesserie.

Pinder will natürlich die Kirche im Dorf lassen und bemerkt gewohnt sachlich-nüchtern: „Wir müssen nachlegen, Fürstenwalde ist wieder ein Gegner auf Augenhöhe. Und wir müssen ohnehin mal auswärts gewinnen, wenn wir uns aus dem unteren Bereich der Tabelle richtig rauspaddeln wollen. Das geht nur Stück für Stück.“


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An der Personalfront gibt es ganz kleine Lichtblicke. Mittelfeldakteur Tobias Becker steht nach seiner Bänderdehnung am Knie zumindest wieder im Aufgebot, wird also gegen Fürstenwalde mit auf der ZFC-Bank sitzen. René Eckardt und Nils Miatke sind immerhin wieder im Lauftraining. Sie können wahrscheinlich nächste Woche ins Mannschaftstraining einsteigen.

Union Fürstenwalde ist angeschlagen

Die Gastgeber verloren ihr letztes Punktspiel bei Germania Halberstadt übrigens 1:2. Am vergangenen Sonnabend unterlagen sie allerdings im Brandenburg-Pokal daheim den Liga-Kollegen vom FSV Optik Rathenow, die in der Regionalliga-Tabelle auf Rang 17 und damit genau zwischen dem ZFC und Union liegen, glatt mit 0:3. Richtig entschieden wurde die Partie allerdings erst in der Schlussphase. Kurioserweise erst, als die Rathenower wegen einer Gelb-Roten Karte in Unterzahl waren.

Der ZFC sollte am Sonntag im Friesenstadion trotzdem besser zu elft antreten. Denn auch, wenn der FSV Union aus finanziellen Gründen personell in einem Umbruch steckt (als neuer Trainer wurde erst jüngst Andreas Langer verpflichtet, nachdem Matthias Maucksch seinen Vertrag nicht verlängert hatte), wird ihm wohl so ein Lapsus, in Überzahl zwei Gegentore zu kassieren, nicht zwei Mal passieren.

Johannes David, Frank Müller