13. April 2021 / 18:02 Uhr

ZFC-Offensivmann Dartsch sieht Pokalfinale gegen Jena als „eine sehr gute Möglichkeit“

ZFC-Offensivmann Dartsch sieht Pokalfinale gegen Jena als „eine sehr gute Möglichkeit“

Johannes David
Leipziger Volkszeitung
Sport MŠnner Fu§ball Fussball Regionalliga Saison 2019/ 20 Punktspiel Regionalliga Nordost
ZFC Meuselwitz  - Energie Cottbus
Alexander Dartsch rot ZFC im Kopfballduell mit Niclas Erlbeck Cottbus
Alexander Dartsch, hier im Kopfballduell mit Niclas Erlbeck von Energie Cottbus, hofft auf eine Teilnahme beim DFB-Pokal in der nächsten Saison, wofür die Meuselwitzer im Finale des Thüringenpokals gegen Jena gewinnen müssten. © Mario Jahn
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Ohne ein Spiel ins Pokalfinale: Der ZFC Meuselwitz befindet sich zwischen Vorfreude und abwartender Skepsis. Am Freitag trifft Alexander Dartsch beim Testspiel gegen den Chemnitzer FC auf bekannte Gesichter, während Torwart Chris Kroner durch die Quarantäne nicht teilnehmen kann.

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Meuselwitz. Diese Nachricht lässt Gourmets und Freunde rustikaler Kost seit ein paar Tagen das Silberbesteck wetzen. Mit nur einem Spiel kann der ZFC Meuselwitz an die Eisbein-fetten Schnellkochtöpfe des Deutschen Fußball-Bundes gelangen. Die Idee: 30 Mannschaften verzichten auf ihr Landespokal- Galamenü, Meuselwitz und Carl-Zeiss Jena bestreiten direkt das Finale. Auch wenn das vorerst nur einer von drei Vorschlägen ist, läuft so manchem Feinschmecker bereits das Hochwasser im Munde zusammen.

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„Einfacher geht es nicht. Wir werden alles daran setzen, diese Chance zu nutzen, wenn wir sie kriegen“, sagt ZFC-Offensivmann Alexander Dartsch. „Es ist eine sehr gute Möglichkeit, die Spieler und den Verein zu präsentieren.“ Zunächst am „Finaltag der Amateure“, den die ARD am 29. Mai per Konferenz live überträgt beziehungsweise übertragen will. Und dann womöglich im DFB-Pokal gegen einen Gegner aus der oberen Schublade. Diese delikate Nachspeise winkt dem Landespokalsieger.

Zu einem Kompromiss gezwungen

Trainer Holm Pinder gebietet dem vorauseilenden Tischlein-deck-dich indes Einhalt. „Darüber unterhalten wir uns erst, wenn alles entschieden ist.“ Am 19. April soll es soweit sein. Passiert, was viele Sterneköche erwarten, „dann kommen wir wie die Jungfrau zum Kind“, meint Pinder. „Was das mit dem Wettbewerb macht, darüber brauchen wir nicht zu reden.“ Will heißen: Es würde den Cup entwerten, wenn die übrigen 30 Mannschaften auf ihre Chance verzichten.

Andererseits: „Wir sind in dieser Situation zu einem Kompromiss gezwungen“, sagt der ZFC-Coach. „Selbst wenn die kleineren Mannschaften auf ihrer Chance beharren würden, hätten sie wenig davon, denn Zuschauer würden so oder so wahrscheinlich nicht zugelassen werden. Und ohne diese Einnahmen können sie nicht einmal ihre Unkosten decken.“ Da klingen die vom Verband offerierten 2.000 Euro pro Mannschaft für den freiwilligen Verzicht überaus schmackhaft.

Ähnlich würde man übrigens gern beim sächsischen Nachbarn verfahren. Dort ist man immerhin schon im Achtelfinale angelangt – und es gibt sieben Vereine, die momentan trainieren dürfen. Die sollen den Sieger unter sich ausspielen. Zehn Mannschaften würden verzichten, für sie sind jeweils 3.500 Euro „Prämie“ vorgesehen.

Testspiel in Chemnitz

Doch zurück ins Ostthüringische, wo immerhin feststeht, dass die Zipsendorfer am Freitag beim Chemnitzer FC zu Tisch gebeten werden. Chemnitz, da war doch was? Richtig. ZFC-Stürmer Alexander Dartsch wechselte erst im Sommer (mal wieder) zum CFC, um in der Winterpause an die Schnauder zurückzukehren. „Es ist schon ein komisches Gefühl, weil ich noch jeden Spieler dort kenne. Aber auf jeden Fall ist ein Spiel schöner als Training“, sagt „der Dartscher“, der nach überstandener Corona-Erkrankung nach eigener Aussage „voll im Saft“ steht und auf einen mindestens 45-minütigen Einsatz beim Ex-Club hofft.

Dafür sitzt ein anderer nun am Katzentisch: Torwart Chris Kroner hockt noch eine Woche in häuslicher Quarantäne, weil seine Gattin infiziert ist. Am Tag der Eheschließung im August 2017 führte das Paar übrigens einen Ehrenanstoß im Meuselwitzer Mittelkreis durch. Damals hieß Chris noch Flader, übernahm an jenem Tag die Krone(r) seiner Herzdame. Die Thronfolge ist also gesichert.

Klares Votum der Vereine

Nach der Videokonferenz vom Freitagabend hatte der Spielausschuss des Thüringer Fußball-Verbandes (TFV) die 32 noch im Thüringer Landespokal vertretenen Mannschaften abgefragt, ob sie dem Vorschlag zustimmen, dass der FC Carl Zeiss Jena und der ZFC Meuselwitz das Pokalfinale bestreiten.

Nun liegt das Ergebnis vor. Von den 32 Vereinen haben 27 teilgenommen. Davon haben 24 für den Vorschlag des Spielausschusses, das sind 88,88 %, gestimmt. Drei Vereine lehnen ihn ab. Wie der Vorsitzende des Spielausschusses, Sven Wenzel, mitteilt, wird das Abstimmungsergebnis in die Empfehlung des Ausschusses an den TFV-Vorstand einfließen. Der befindet auf seiner Sitzung am 19. April über den Punkt- und Pokalspielbetrieb.