23. Oktober 2021 / 13:29 Uhr

Ziehl will keine Komplimente mehr: Havelse gegen Braunschweig vor 6.000 Zuschauern

Ziehl will keine Komplimente mehr: Havelse gegen Braunschweig vor 6.000 Zuschauern

Christian Purbs
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Findet es immer schlecht, nach einem Spiel Komplimente vom gegnerischen Trainer zu erhalten: Havelses Coach Rüdiger Ziehl.
Findet es immer schlecht, nach einem Spiel Komplimente vom gegnerischen Trainer zu erhalten: Havelses Coach Rüdiger Ziehl. © IMAGO/Kirchner-Media
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TSV Havelses Trainer Rüdiger Ziehl würde gegen Eintracht Braunschweig am Sonntag (ab 14 Uhr) ein unspektakulärer 1:0-Sieg reichen. Um gegen den Aufstiegsaspiranten bestehen zu können, hofft der TSV auf die Unterstützung der Fans.

Ein kurzer Handschlag von Eintracht-Trainer Michael Schiele nach dem Spiel würde Rüdiger Ziehl reichen. Mehr muss gar nicht sein. Bloß kein Schulterklopfen als Anerkennung für eine gute Leistung des TSV Havelse, denn das ging in der Vergangenheit meistens einher mit einer Niederlage für den Aufsteiger. „Ich finde es immer schlecht, wenn ich nach dem Spiel ein Kompliment vom gegnerischen Trainer bekomme“, sagt TSV-Trainer Ziehl vor dem Nachbarschaftsduell der 3. Liga gegen Eintracht Braunschweig am Sonntag (14 Uhr) in der HDI-Arena. „Mir würde am Sonntag ein unspektakuläres Spiel mit einem 1:0-Sieg absolut reichen.“

Zu den Dingen im Fußball, die schon mit dem Schlusspfiff nicht mehr sind als eine Randnotiz, gehörten auch die beiden Tore von Tobias Fölster bei der 3:5-Niederlage am vergangenen Montag beim SC Verl. Zwei Tore als Innenverteidiger, alle Achtung, das gelingt einem nicht allzu oft. Und doch wäre es dem Havelser Kapitän „lieber gewesen, wenn ich die Tore einem anderen hätte geben können und wir dafür gewonnen oder zumindest etwas mitgenommen hätten“, sagt Fölster. Drei Tore in einem Auswärtsspiel, das ist schon eine Hausnummer. Fünf Gegentore allerdings auch. „Uns fehlt die gesunde Mischung. Das, was wir vorne jetzt gut machen, machen wir hinten jetzt weniger gut. Die Gegentore fallen zu einfach, wir schenken sie dem Gegner“, sagt der 27-Jährige.

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Offensive und Defensive "unter einen Hut bringen"

Auf die richtige „Balance zwischen Offensive und Defensive“, hofft im Heimspiel gegen die Eintracht auch Ziehl. „Wir sind im Laufe der Saison torgefährlicher geworden, was allerdings auch auf Kosten der defensiven Stabilität gegangen ist. Wir müssen es jetzt schaffen, beides unter einen Hut zu bringen. Wenn wir unsere Leistung hundertprozentig abrufen, können wir mit jeder Mannschaft mithalten und gewinnen. Wenn uns ein paar Prozente fehlen, werden wir Spiele verlieren.“

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Helfen könnte dem Ligaschlusslicht die Unterstützung durch die Fans, etwa 6.000 Zuschauer werden am Sonntag im Stadion sein. Unter ihnen auch zahlreiche 96-Fans, geht es doch gegen den Erzrivalen aus Braunschweig. „Wir freuen uns über jeden Fan, der uns unterstützt. Aber es soll Stimmung sein im Stadion und keine Randale gemacht werden“, sagt Kapitän Fölster.

Braunschweigs Schiele warnt vor Havelse

Rund 1.200 BTSV-Fans werden ihre Mannschaft nach Hannover begleiten und hoffen, dass der Fünfte der Liga gegen Havelse die nächsten Punkte auf dem Weg zurück in die 2. Liga holt. „Braunschweig ist eine der Topmannschaften der 3. Liga, die aufgrund des Personals um den Aufstieg mitspielen muss“, sagt Ziehl.

Braunschweigs Trainer Schiele warnt vor der Partie beim Letzten: „Am Sonntag gehört auch Geduld dazu.“ Pflichtschuldig lobt er den Gegner. Der TSV Havelse lasse auch nach Gegentoren nie nach. „Sie spielen frei auf. Nach dem Motto ‚Jetzt erst recht‘. Wir müssen definitiv bei ihren variantenreichen Standards aufpassen. Sie werden sich durch ihre offensive Spielweise nicht unbedingt hinten reinstellen.“