29. Juni 2020 / 17:13 Uhr

Zieht es Johan Roijakkers von der BG Göttingen zu Brose Bamberg?

Zieht es Johan Roijakkers von der BG Göttingen zu Brose Bamberg?

Kathrin Lienig
Göttinger Tageblatt
Im Dezember 2016 haben Frank Meinertshagen und Johan Roijakkers (r.) die Zusammenarbeit des Niederländers mit der BG Göttingen bis zum Sommer 2021 besiegelt. Jetzt könnte es sein, dass der Headcoach den Verein vorzeitig in Richtung Bamberg verlässt.
Im Dezember 2016 haben Frank Meinertshagen und Johan Roijakkers (r.) die Zusammenarbeit des Niederländers mit der BG Göttingen bis zum Sommer 2021 besiegelt. Jetzt könnte es sein, dass der Headcoach den Verein vorzeitig in Richtung Bamberg verlässt. © Swen Pförtner
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Er hatte zuletzt immer wieder betont, dass er gehen dürfe, wenn ein entsprechendes Angebot vorliegt. Jetzt scheinen die Zeichen tatsächlich auf Abschied zu stehen: Johan Roijakkers wird als aussichtsreichster Kandidat beim Ligakonkurrenten Brose Bamberg gehandelt.

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Das Final-Turnier der Basketball-Bundesliga war auch ein Schaulaufen für die Trainer, die neben dem Geschehen auf dem Spielfeld bei den Pressekonferenzen viele Gelegenheit hatten, sich zu profilieren. Johan Roijakkers, Headcoach der BG Göttingen, hat diese Plattform genutzt – als er auf dem Sofa der MagentaSport-Lounge über seinen noch ein Jahr laufenden Vertrag bei den Veilchen und eine mit Geschäftsführer Frank Meinertshagen vereinbarte Ausstiegsklausel plauderte. „Ich bin jetzt bereit für den nächsten Schritt. Ich habe meine Verträge bis jetzt immer erfüllt, aber ich habe mit Frank schon seit zwei Jahren die Absprache, dass ich weg kann, wenn ein anderer Verein mich will.“ Ein BBL-Klub scheint genau hingehört zu haben: Der Niederländer wird als neuer Coach bei Brose Bamberg gehandelt.

Sieben nationale Titel seit 2010

Die Franken sind eine der Top-Adressen im deutschen Basketball. In den vergangenen zehn Jahren wurden sie siebenmal nationaler Meister und fünfmal Pokalsieger. Zuletzt machte Namensgeber Brose jedoch negative Schlagzeilen. Die Brose-Unternehmensgruppe, Zulieferer für die Automobilindustrie, wollte ihre Geschäftsanteile an der Bamberger Basketball GmbH abgeben, lenkte dann aber – nach von Oberbürgermeister Andreas Starke koordinierten Gesprächen – ein und bleibt weiterhin als Mehrheitsgesellschafter im Boot. Ende Mai sagte Geschäftsführer Arne Dirks zum Brose-Etat: „Ich gehe davon aus, dass die Zeiten eines zweistelligen Millionenetats vorüber sind.“

Drei Namen im Gespräch

Nach dem Viertelfinal-Aus gegen Oldenburg beim Final-Turnier der BBL in München hatten sich die Franken am 22. Juni von ihrem belgischen Headcoach Roel Moors getrennt. Damit ist Brose Bamberg wieder einmal auf der Suche: Es wäre der sechste Trainer innerhalb der zurückliegenden zweieinhalb Jahre. Drei Namen kursieren noch als Nachfolger. Der Spanier Pedro Calles gehört nicht mehr dazu, der 36-Jährige wechselt von Rasta Vechta zu den Hamburg Towers, hat dort in der vergangenen Woche unterschrieben. Neben dem Würzburger Trainer Denis Wucherer und dem 44-jährigen Kroaten Igor Milicic, der 2018 und 2019 mit dem polnischen Spitzenklub Anwil Wloclawek Meister wurde und seinen auslaufenden Vertrag dort nicht verlängert hat, ist auch Johan Roijakkers im Gespräch. Zu Beginn seiner Trainerlaufbahn war der Niederländer für einige Jahre als Nachwuchscoach in Belgien tätig und 2007 Co-Trainer beim Erstligisten Dexia Mons-Hainault. Bambergs belgischer Sportdirektor Leo De Rycke dürfte Roijakkers daher bestens kennen.

Keine Stellungnahme der BG Göttingen

Das Online-Portal „inFranken.de“ schreibt von fünf potenziellen Bewerbern, ohne alle Namen zu nennen. Wohl aber den von Roijakkers, der als „aussichtsreichster Kandidat“ bezeichnet wird. Der 39-Jährige war am Montag für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Auch BG-Geschäftsführer Frank Meinertshagen hüllte sich, angesprochen auf die Gerüchte, in Schweigen.

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Auf der Facebook Seite von Brose Bamberg wurde die Personalie Roijakkers schon diskutiert: „Roijakkers hatte doch gemeint, er wäre offen für den nächsten Schritt! Auf geht‘s!“, äußerte sich ein User. Von einem anderen erhielt er die Antwort: „...und was will er dann in Bamberg? Das Geld wird knapper, da kann er auch in Göttingen bleiben.“