19. August 2020 / 18:30 Uhr

Ziel Eigenständigkeit: Der TSV Klein Lafferde plant langfristig

Ziel Eigenständigkeit: Der TSV Klein Lafferde plant langfristig

Lukas Everling
Peiner Allgemeine Zeitung
Marcel Runge (in Hellblau) spielt in der neuen Saison für sein Heimatdorf Klein Lafferde.
Marcel Runge (in Hellblau) spielt in der neuen Saison für sein Heimatdorf Klein Lafferde. © Isabell Massel
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Nach dem unerwarteten Aufstieg in die 2. Kreisklasse möchte sich die SG Klein Lafferde/Lengede in der neuen Liga etablieren. Auch zwei langfristige Ziele haben der Fußballobmann Reimann-Kehrer und Co. bereits im Blick: Das Team will bald eigenständig am Spielbetrieb teilnehmen und eine weitere Klasse aufsteigen.

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Seit April sind es wieder nur noch 300 Meter, die Marcel Runge vom Sportplatz in Klein Lafferde trennen. Der frühere Stürmer des Landesligisten SV Lengede ist in sein Heimatdorf zurückgezogen und schließt sich zur neuen Saison dem Klub an, in dem er erstmals gegen den Fußball getreten hat. Nach einer langwierigen Verletzung mit drei Operationen ist der 23-Jährige zurück auf dem Rasen und hat mit dem TSV Klein Lafferde nun einiges vor.

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„Chris hat eine coole Mannschaft zusammengestellt, er will da was aufbauen“, lobt Runge den neuen Fußballobmann des TSV Klein Lafferde. Seit Anfang Juni ist Christian Reimann-Kehrer beim Verein im zweitkleinsten Ort der Gemeinde Lengede im Amt und hat einen Punkt ganz weit oben auf die Agenda gesetzt: den Aufstieg in die 2. Kreisklasse.

Die vergangene Saison hatte das Team auf dem dritten Platz in der Südstaffel abgeschlossen und hatte sich nach dem Saisonabbruch bereits damit abgefunden, dass es in der Spielzeit 2020/21 einen neuen Versuch wagen müsste. Doch nach der Telefonkonferenz des Kreisfußball-Verbandes hatten vor allem die Klein Lafferder Grund zum Jubeln. In der 2. Kreisklasse, die ebenso wie die anderen Ligen in der Mitte geteilt wurde, waren noch mehrere Plätze frei – Klein Lafferde durfte aufrücken.



Für Reimann-Kehrer war dieser Aufstieg der erste logische Schritt in der Entwicklung des TSV. Nun solle die Fußballabteilung „gesund wachsen“. Den nächsten Aufstieg haben die Klein Lafferder zwar bereits im Blick, der solle aber nicht sofort passieren. „Uns ist klar, dass das hier kein zweites Lengede wird“, sagt Stürmer Marcel Runge. „Aber wir wollen innerhalb der nächsten vier Jahre in die 1. Kreisklasse aufsteigen.“

Dass der 23-Jährige ein Teil davon sein könnte, dass war vor einiger Zeit überhaupt nicht absehbar. Vor drei Jahren hatte er sich einen mehrfachen Bänderriss zugezogen. Doch mit dieser Verletzung kam noch viel mehr mit. Das Hauptproblem sei ein Knorpelschaden gewesen, weshalb der Klein Lafferder dreimal unter das Messer musste.

Zwischendurch versuchte er immer wieder den Schritt zurück in den Sport, doch wirklich schmerzfrei war er dabei nicht. Er spielte eine Partie für Lengede in der ersten Runde des Härke-Pokals und half in der Saison 2018/19 auch schon „drei-, vielleicht viermal“ in der Spielgemeinschaft mit Klein Lafferde aus, ehe er im Sommer danach das dritte Mal operiert wurde.

„Zwischendurch sah es gar nicht gut aus. Ich hatte eigentlich schon damit abgeschlossen, dass ich noch selber spielen würde. Aber wenn man 19 Jahre Fußball gespielt hat, dann juckt es einen umso mehr, wenn man nicht mehr selber eingreifen kann“, sagt Runge, der zuletzt mit kleineren Unterbrechungen die A-Jugend des SV Lengede in der Landesliga trainiert hatte.

Mittlerweile ist seine Behandlung abgeschlossen und er ist „positiv überrascht“, dass er mittlerweile wieder gut mithalten kann. „An Schnelligkeit habe ich sicherlich eingebüßt“, flachst der 23-Jährige, der sich nicht mehr zutrauen würde, dreimal pro Woche zu trainieren. Er wolle auch kein Risiko eingehen und in einer höheren Liga spielen.

Aus der SG mit Nachbar Lengede wollen die Klein Lafferder bald aussteigen, bestmöglich nach der Saison 2020/21. „Das ist auch gar nicht gegen den SVL gerichtet, aber für einen Verein ist es immer schöner, wenn er seine eigene Mannschaft hat“, erklärt Runge. Von 21 Spielern im SG-Kader gehören immerhin 18 dem TSV an.

Ziel für die neue Liga sei laut Fußballobmann Reimann-Kehrer der Klassenerhalt. „Der thront über allem. Wenn wir das schaffen, dann haben wir schon viel richtig gemacht“, erklärt der Klein Lafferder, der nur die Mitaufsteiger einschätzen kann. „Groß Gleidingen ist stark und Clauen/Soßmar II schlagbar. Favorit ist nach dem Ergebnis des letzten Jahres der TSV Denstorf“, sagt er.

Sascha Scheer ist der neue Torhüter des TSV Klein Lafferde.
Sascha Scheer ist der neue Torhüter des TSV Klein Lafferde. ©

Interview mit Torhüter-Zugang Sascha Scheer

Wo Marcel Runge ist, da ist auch Sascha Scheer nicht weit. Zumindest nennt der 38-Jährige Keeper seinen Kumpel als einen der Gründe, warum auch er in der kommenden Saison beim TSV Klein Lafferde in der 2. Kreisklasse kickt. Im Interview spricht Sascha Scheer über seine Erwartungen.

Sascha, wie kam denn Ihr Transfer zustande?

Ich bin relativ dicke mit Marcel und auch Obmann Christian Reimann-Kehrer kenne ich noch aus Lengeder Zeiten. So kam eins zum anderen und jetzt freue ich mich, noch ein bisschen mit den beiden zusammen zu kicken.

Ist es ein Problem für Sie, in die 2. Kreisklasse zu gehen?

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Da muss ich sicherlich meine Anforderungen runterschrauben, aber das ist nicht schlimm. Es geht dann eben nicht darum, jedes Spiel auf Biegen und Brechen zu gewinnen, sondern auch um den Spaß. Ich war jetzt schon bei einigen Einheiten dabei und muss sagen: Das ist ein sehr familiärer Haufen in Klein Lafferde.

Wie viele Gegentore darf ein Sascha Scheer dann in dieser Saison höchstens kassieren?

(lacht) Mein persönlicher Ansporn ist es, jedes Spiel zu Null zu gewinnen. Das wird aber nicht immer klappen. Bei 14 Saisonspielen wären so 15 bis 20 sicherlich in Ordnung.

Wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus?

Ich habe mich gleich für zwei Jahre zur Verfügung gestellt, dann bin ich 40. Ich werde schauen, was die Knochen dann so machen, ansonsten ist vielleicht auch bald mal Schluss. (lacht)

Kader der SG Klein Lafferde/Lengede

Zugänge: Marcel Runge, Sascha Scheer (SV Lengede), Felix Evers (SV Lengede III), Sascha Böttger (Lehndorfer TSV), Kevin Hückel (TuS Bierbergen), Daniel Hahnsch (TSV Rüningen), Rouven Jütte (TV Klein Ilsede).

*Abgänge: * Nils Gschwend (Grün-Weiß Vallstedt).

Tor: Sascha Scheer, Kevin Hückel.

Abwehr: Christian Reimann-Kehrer, Daniel Glindemann, Niklas Göldner, Sven Thurau, Nico Heffter, Phil Witschorek.

Mittelfeld: Sascha Böttger, Angelo Fehs, Chris Fehs, Dennis Woschek, Felix Evers, Juliano Teixeira Dos Reis, Cengiz Durak, Rouven Jütte, Ali El-Zein, Steven Benstem.

Angriff: Daniel Hahnsch, Marcel Runge, Mikdat Bozkurt.

Trainer: Michael Lemahl.

Saisonziel: Klassenerhalt.

Favoriten: TSV Denstorf.

Von Lukas Everling