13. Juni 2019 / 12:02 Uhr

Ziel erreicht: F2 des TuS Altwarmbüchen macht sich im Rheinland einen Namen

Ziel erreicht: F2 des TuS Altwarmbüchen macht sich im Rheinland einen Namen

Ole Rottmann
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Gewonnen! Der Jubel nach dem Sieg gegen den SV Schlebusch ist bei den Altwarmbüchenern entsprechend ausgelassen.
Gewonnen! Der Jubel nach dem Sieg gegen den SV Schlebusch ist bei den Altwarmbüchenern entsprechend ausgelassen. © Viktoria Jakimov
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Beim U8-REWE-Richrath-Pfingstcup belegt das Team Platz 33 - und behauptet sich dabei gegen internationale Gegner.

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Pfingsten ist die Zeit der Mannschaftsfahrten. Auch die F2-Junioren des TuS Altwarmbüchen sind über das verlängerte Wochenende auf große Tour gegangen. Doch statt Sonne, Strand und Feierei, womit sich die großen Fußballer in der Regel nach Saisonende gerne beschäftigen, war für die Sieben- und Achtjährigen kurz vor den Sommerferien noch einmal Schwerstarbeit angesagt.

Beim U8-REWE-Richrath-Pfingstcup in Hürth und Wesseling in der Nähe von Köln belegten die jungen Altwarmbüchener den 33. Platz unter 54 Mannschaften, die aus ganz Europa angereist waren. „Wir sind mit der Erwartung, dass es nicht so gut laufen könnte, angetreten“, sagte TuS-Trainer Jens Meyburg, der die Mannschaft gemeinsam mit Tom Beckmerhagen trainiert, ob des prominenten Teilnehmerfeldes.

Wiener Schmäh im Rheinland

Behauptet! Der TuS Altwarmbüchen (grüne Trikots) hält gegen Rapid Wien klasse mit.
Behauptet! Der TuS Altwarmbüchen (grüne Trikots) hält gegen Rapid Wien klasse mit. © Viktoria Jakimov
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Doch schon im ersten Spiel hatte Rapid Wien seine liebe Mühe mit dem TuS, der bei seiner 1:3-Niederlage (TuS-Torschütze war Julius) am Ende dem Anschlusstor näher war als die ambitionierten Österreicher dem 4:1. Dass das Team aus der Alpenrepublik in der Folge dem späteren Turniersieger Manchester City eine 3:0-Niederlage zufügte, wertet dieses Resultat für den TuS zusätzlich auf.

Gegen den City-Nachwuchs setzte es für die tapferen Altwarmbüchener zwar eine 0:7-Niederlage, doch das Erlebnis, gegen eine Mannschaft antreten zu dürfen, die vor dem Spiel nicht einmal für ein gemeinsames Foto zur Verfügung stand, weil die Spieler sonst nach Aussage des Coaches in ihrer Konzentration gestört würden, stand über allem. Gegen die Mini-Sanés gab der Außenseiter alles und ließ sich auch von den teils wunderbar herausgespielten Treffern der Briten nicht entmutigen.

Vincent pariert - Julius trifft

Gehalten! TuS-Schlussmann Vincent lässt den Ball beim Schlebuscher Neunmeter nicht ins Tor.
Gehalten! TuS-Schlussmann Vincent lässt den Ball beim Schlebuscher Neunmeter nicht ins Tor. © Viktoria Jakimov

In den weiteren Vorrundenspielen hießen die Gegner SC Condor Hamburg (0:1), GKSC Hürth (2:2, Treffer durch Ben mit einem Freistoß von der Mittellinie sowie Daniel mit voller Wucht) und SV Schlebusch aus einem Stadtteil von Leverkusen. „Where is Altwarmbüschen?“, Eltern und Kinder des TuS hörten diese Frage an diesem Wochenende häufig. Der Tourguide im Kölner RheinEnergieStadion, das eine TuS-Delegation noch vor Turnierbeginn in Augenschein genommen hatte, verortete den Stadtteil Isernhagens sogar ausgerechnet in den Großraum Braunschweig ...

In NRW wird mit kleineren Bällen gekickt als in Niedersachsen

Den Schlebuschern, die auch nicht so recht wussten, woher diese quietschgrünen Kontrahenten, die ihnen da gerade vor die Flinte gekommen waren, nun eigentlich stammen, wurde diese Frage direkt auf dem Feld beantwortet. Aus einem Ort, in dem man durchaus mit der Kugel umzugehen weiß, nämlich. Auch wenn in Nordrhein-Westfalen in dieser Altersklasse mit kleineren Bällen gekickt wird als in Niedersachsen. Denn der TuS feierte mit einem 1:0-Sieg seinen vorher von allen so ersehnten und entsprechend vielumjubelten Sieg. Altwarmbüchens Schlussmann Vincent avancierte dabei zum Matchwinner, als er einen zweifelhaften Neunmeter parierte – und den Ball dabei sogar festhielt.

Da schaute auch Ben wieder hin und leitete direkt den Gegenangriff ein. Kurz darauf erzielte Julius das goldene Tor, was drei Punkte und strahlende Gesichter bedeutete. „Dieser Sieg war für mich der schönste nach unserem allerersten beim SC Wedemark“, sagte Trainer Meyburg selig. Die kleinen Kicker waren binnen 13 Minuten Spielzeit gleich um mehrere Zentimeter gewachsen. „Aus dem Moor – rein ins Tor!“, lautet der Altwarmbüchener Anfeuerungsspruch im Spielerkreis. Dabei handelt es sich übrigens nicht um eine Anspielung auf die Parkplatzsituation rund um die Spielstätten an diesem Wochenende, sondern natürlich auf die Herkunft des TuS nahe des Altwarmbüchener Sees.

Zu Besuch bei einer Olympiasiegerin

Da geht's lang! Trainer Jens Meyburg gibt die Richtung vor.
Da geht's lang! Trainer Jens Meyburg gibt die Richtung vor. © Viktoria Jakimov

Mit vier Punkten nach dem ersten Tag ging es sensationell in die Silberrunde – was frühes Aufstehen am Sonntag und Duelle mit robusten Gegnern mittlerer bis besserer Spielstärke bedeutete. Der FC Genua war beim 0:5 mehr als eine Nummer zu groß. Italienischer Catenaccio? Fehlanzeige! Wem nicht schon bei der Anfahrt zum Sportplatz in einem der schier unzähligen Kreisel auf den Kölner Straßen schwindlig geworden war, der geriet spätestens jetzt ins Schwanken.

"Es gab am zweiten Tag auf die Socken"

Bei den Spielen im Ulrike-Meyfarth-Stadion der SpVg Wesseling-Urfeld kam es außerdem zum Aufeinandertreffen mit Westfalia Wickede (1:5; Tor: Julius, der nach seinem Treffer im Jubeltaumel kurzerhand sogar mit dem Schiedsrichter abklatschte), dem FC Spich (0:4) sowie dem Gastgeber (1:1, Paul traf aus dem Gewühl heraus). „Es gab am zweiten Tag auf die Socken“, berichtete Meyburg. „Diese Art der Spielhärte war für uns Neuland.“ In Nordrhein-Westfalen wird beim Fußball eben nach guter alter Sitte noch gepöhlt und malocht. Ein Loch in Niklas' Schienbeinschoner war ein Andenken, auf das er sicher gerne verzichtet hätte.

Mit großen Augen und teils Empörung standen die Altwarmbüchener manchmal daneben und wussten nicht so recht, wie ihnen beim rustikalen Einsteigen ihrer Gegner geschah. Große Hüpfer waren so auch im nach der zweifachen Hochsprung-Olympiasiegerin Meyfarth benannten Stadion, die in Wesseling aufwuchs, nicht zu machen.

Gelungener Abschluss zweier toller Tage

Durchgesetzt! Boris (Mitte) lässt sich von seinem Gegenspieler aus Manchester nicht beirren. Lars (links) sichert ab. 
Durchgesetzt! Boris (Mitte) lässt sich von seinem Gegenspieler aus Manchester nicht beirren. Lars (links) sichert ab.  © Viktoria Jakimov

Doch zumindest ging es als Vierter der Silberrundengruppe im Spiel um Platz 15 (Platz 33 im Gesamtklassement) weiter. Das abschließende 1:1 gegen den BC Efferen sowie Daniels Ausgleich, nachdem er gekonnt den Torwart umspielt hatte und den Ball souverän über die Linie beförderte, waren ein toller Abschluss eines rundum gelungenen Wochenendes. Auch Meyburg war begeistert von den Darbietungen seiner Spieler. „Das war die beste Leistung aller Zeiten“, sagte er. „Vor allem, wenn man bedenkt, dass nahezu alle unsere Gegner in der Endabrechnung ganz weit vorne gelandet sind.“

Where is Altwarmbüschen? In Manchester, Genua und Wien kann diese Frage nun begleitet von einem wissenden Nicken beantwortet werden. In Schlebusch sowieso. Und das überzählige s? Geschenkt!

Für den TuS waren am Ball: Vincent – Ben, Boris, Niklas – Lars, Paul, Till – Daniel, Julius, Rune.

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