26. Dezember 2021 / 18:20 Uhr

Zoff, Siegesserie, Trennung: Glasner und der Abschied des Jahres beim VfL Wolfsburg

Zoff, Siegesserie, Trennung: Glasner und der Abschied des Jahres beim VfL Wolfsburg

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Hatten sich im Sommer getrennt: Oliver Glasner (l.), der jetzt Trainer bei Eintracht Frankfurt ist, und Wolfsburgs Manager Jörg Schmadtke.
Hatten sich im Sommer getrennt: Oliver Glasner (l.), der jetzt Trainer bei Eintracht Frankfurt ist, und Wolfsburgs Manager Jörg Schmadtke. © IMAGO/Rene Schulz
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Bundesliga, Pokal, Champions League: Der SPORTBUZZER resümiert das Jahr des VfL Wolfsburg. Im vierten Teil der Serie beschäftigen wir uns mit dem Abschied des Jahres.

Es war Mitte September, kurz nach dem ersten Champions-League-Spiel des VfL in Lille (0:0), als Oliver Glasner im Vorfeld des Fußball-Bundesliga-Spiels seines neuen Klubs Eintracht Frankfurt bei seinem Ex-Klub Wolfsburg in der Pressekonferenz gefragt wurde, ob er eine Glückwunsch-SMS an VfL-Manager Jörg Schmadtke geschickt habe. „Sie haben ja nicht gewonnen“, begründete Glasner und setzte sein smartes Lächeln auf.

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Glasner, ein kluger Kopf, wusste in dem Moment nur zu gut, dass diese Frage auch auf das Verhältnis zwischen ihm und Schmadtke zielte. Und das war trotz des großen Erfolgs mit ihm beim VfL kaputt gegangen – und so kam es im Sommer bei den Wolfsburgern zum Abschied des Jahres.

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Glasners noch ein Jahr laufender Vertrag war im Mai vorzeitig beendet worden, er ging als einer der erfolgreichsten Trainer der VfL-Geschichte. Der Österreicher hatte die zweitmeisten Punkte aller VfL-Coaches in der Bundesliga geholt und hatte die Wolfsburger auch dank eines starken und ausgeglichenen Kaders nach sechs Jahren wieder in die Champions League geführt. Alles gut? Sportlich ja, zwischenmenschlich nein!

Nachdem Glasner im Spät-Herbst des vergangenen Jahres Kritik an der Transferpolitik des Klubs geäußert hatte, ging das bereits angeknackste Verhältnis zu Schmadtke komplett entzwei. Es war klar: Gibt’s jetzt keine Siege, kommt es zur vorzeitigen Trennung. Aber der schwach in die Saison gestartete Glasner und sein Team legten eine Erfolgsserie hin, gewannen nach der öffentlichen Kritik des Trainers am Management von den danach folgenden acht Pflichtspielen sechs, einzig gegen Köln (2:2) und bei den Bayern (1:2) gab es keinen Dreier.

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Aber: Trotz des sportlichen Höhenflugs, der auch nach dem Jahreswechsel anhielt und mit dem Erreichen der Königsklasse gekrönt wurde, kam es im Mai 2021 zur Trennung. Eine Trennung mit Ansage: Denn: Als der Kicker im März von einer Ausstiegsklausel im Vertrag des Trainers berichtete, verdribbelte sich Glasner öffentlich mehrmals. Anstatt sich klar zu positionieren, gab es einen Eiertanz nach dem anderen. Er selbst vermied jegliches Treuebekenntnis zum VfL. Da war dann endgültig klar: In der neuen Saison gehen beide Seiten getrennte Wege.

Glasner wechselte nach Frankfurt - und startete mit der Eintracht nach anfänglichen Schwierigkeiten durch. Der Klub aus der Main-Metropole gewann sechs seiner letzten sieben Bundesliga-Spiele und steht in der Tabelle nach der Hinrunde mit 27 Punkten auf Platz sechs, zudem haben die Hessen das Achtelfinale der Europa League erreicht. Glasners Ex-Klub wiederum ist raus aus dem internationalen Geschäft. Nach dem 1:3 im Rückspiel gegen Lille war die Königsklasse für die Niedersachsen bereits nach der Gruppenphase beendet.

In der nächsten Folge: Der Fehler des Jahres

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