09. Juli 2020 / 09:08 Uhr

Zorc bestätigt: BVB beschäftigt sich mit Sancho-Alternativen – "Den einen oder anderen Spieler im Visier"

Zorc bestätigt: BVB beschäftigt sich mit Sancho-Alternativen – "Den einen oder anderen Spieler im Visier"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Michael Zorc hat betont, dass der BVB im Fall eines Abgangs von Jadon Sancho gerüstet sei.
Michael Zorc hat betont, dass der BVB im Fall eines Abgangs von Jadon Sancho gerüstet sei. © Getty
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Sollte Jadon Sancho Borussia Dortmund in diesem Transfer-Sommer verlassen, hat der BVB laut Sportdirektor Michael Zorc einen Plan B in der Tasche. Nach Thomas Meunier und Jude Bellingham würde dann noch ein dritter Spieler kommen - allerdings würde nicht die ganze Ablösesumme wieder reinvestiert werden.

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Es ist bei Borussia Dortmund das Dauer-Thema des Sommers: die ungeklärte Zukunft von Jadon Sancho. Es gilt ganz grundsätzlich als offenes Geheimnis, dass der 20-Jährige gern nach England zurückkehren würde. Manchester United gilt als größter Interessent. Doch können die Red Devils wirklich den vom BVB geforderten Preis von angeblich 125 Millionen Euro zahlen? Das ist ungewiss, zumal die Champions-League-Qualifikation von United noch gar nicht gesichert ist.

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Obwohl der BVB seinen Rechtsaußen gern über die Saison aus halten möchte, ist man in Dortmund für alle Eventualitäten gerüstet - also auch für einen Sancho-Abgang. "Es gibt sicherlich den einen oder anderen Spieler, den wir im Visier haben", sagte Borussias Sportdirektor Michael Zorc dem Kicker. Der 57-Jährige bestätigt außerdem: "Sollte Jadon gehen, würden wir im Offensivbereich noch einmal tätig werden." Sprich: nach Thomas Meunier (kam ablösefrei von PSG) und Sanchos Landsmann Jude Bellingham, dessen Verpflichtung von Birmingham City unmittelbar bevorstehen soll, würde noch ein dritter neuer Spieler kommen.

Kicker: Havertz-Transfer zum BVB ausgeschlossen

Dabei soll man in Dortmund nach Kicker-Recherchen allerdings nicht an einen direkten Ersatz in einer ähnlichen Preiskategorie nachdenken. Dass man die sehr wahrscheinlich dreistellige Summe, die ein Sancho-Abgang in die Kassen spülen dürfte, direkt wieder reinvestiert, sei ausgeschlossen - das würde unter anderem bedeuten, dass Kai Havertz, der bei Bayer 04 Leverkusen wohl vor dem Abschied steht, nicht gekauft werden würde. Der deutsche Nationalspieler steht beim FC Chelsea und Real Madrid weit oben auf der Einkaufsliste.

Dass die Suche nach einem Ersatz für Sancho ähnlich kompliziert werden würde wie vor drei Jahren bei Ousmane Dembélé, den Andrey Yarmolenko nicht gleichwertig ersetzen konnte, liegt für BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke auf der Hand. "Sollten wir Sancho abgeben, wird jeder Spieler, an dem wir interessiert sind, gleich fünf bis zehn Millionen Euro teurer als in der Woche zuvor. Dabei habe man "nichts zu verschenken", sagte der Klubchef dem Kicker. Ein Großteil der Sancho-Summe würde wohl auf den BVB-Konten liegen, die nach einem coronabedingten Jahresdefizit von 45 Millionen Euro ohnehin nicht mehr so prall gefüllt sind wie vor der Krise.

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Watzke: Sancho-Verbleib beim BVB "gewünscht"

Erwartet wird ein Abgang Sanchos allerdings nicht wirklich. Ein Verbleib sei "gewünscht", erklärte Watzke - insbesondere, nachdem man schon Achraf Hakimi nicht halten konnte, der nach zweijähriger Leihe von Real Madrid zu Inter Mailand gewechselt war. Sancho war für das Offensivspiel der Dortmunder in der zurückliegenden Saison ähnlich wichtig wie der schnelle Marokkaner, kam wettbewerbsübergreifend zu 44 Einsätzen, in denen er je 20 Tore schoss und für Teamkollegen auflegte. Sein Vertrag beim BVB läuft noch bis 2022.

Sky-Experte Dietmar Hamann rechnet in jedem Fall mit zeitnaher Bewegung im Fall Sancho. Der Engländer müsse sich "irgendwann entscheiden, wenn er denn wechseln will", sagte der 46-Jährige unlängst dem SPORTBUZZER."Ich glaube deshalb nicht, dass es seine Entscheidung zwingend beeinflussen wird, ob ManUnited – sollten sie der Klub sein, der das Rennen macht – in die Champions League kommt oder nicht." Borussia Dortmund will so oder so bis spätestens Ende August Klarheit - auch, um selbst noch reagieren zu können.