04. September 2020 / 11:49 Uhr

Zschortaus Trainer Mörschke: „Hätte mir Regelung mit fünf Wechseln in Sachsen gewünscht“

Zschortaus Trainer Mörschke: „Hätte mir Regelung mit fünf Wechseln in Sachsen gewünscht“

Johannes David
Leipziger Volkszeitung
Alexander Zschernitz (Mitte) auf Balljagd.
Spannung garantiert: Vizemeister Zschortau um Alexander Zschernitz (vorn) sträubt sich gegen die Rolle des Aufstiegsfavoriten. © Thomas Jentzsch
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Am Wochenende startet die Fußball-Nordsachsenliga in die Saison 2020/21 und es wird spannend wie nie werden! Der SPORTBUZZER hat vor dem Start noch mal einen Blick auf die Favoriten und Außenseiter geworfen.

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Nordsachsen. Das dürfte nach Lage der Dinge die spannendste Nordsachsenliga aller Zeiten werden – und zwar an beiden Enden der Fahnenstange. Auch wenn einige Vorjahres-Vize Zschortau voreilig die Favoritenrolle zuschanzen wollen, so einfach liegt der Fall mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit nicht.

Mindestens der frisch gekrönte Pokalsieger Blau-Weiß Wermsdorf hat sich die Titel-Anwartschaft erarbeitet. Und dann gibt es da ja eigentlich immer dieses eine Überraschungsteam: Was hat zum Beispiel Mügeln-Ablaß drauf, das sich in der Vorbereitung überaus bedeckt hielt? Schütteln die Naundorfer Talente nun endlich ihr ganzes Potenzial aus dem Ärmel, wie es Trainer-Grande Helfried Krause immer wieder beschwört? Oder wie wäre es mit den ebenso spielstarken wie eingespielten Bad Dübenern?

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Der Klassenkampf sollte ohnehin ausgeglichen wie nie sein. Wohl mindestens drei Teams müssen wegen der Corona-Aufstockung runter. Das könnte die halbe Liga bis zum bitteren Ende vor dem Abstieg zittern lassen. Sicher scheint: Aufsteiger ESV Delitzsch II steht ein komplizierter Start bevor, da die erste Mannschaft bereits jetzt über viele Ausfälle klagt und die Reserve nun einmal traditionell den Ersatz bereitstellt. Vorjahres-Kellerkind Doberschütz-Mockrehna hat mit Dirk Geißler einen neuen Trainer und mit Rocky Wedehase einen altgedienten Torjäger zurückgeholt. Schenkenberg klagt dagegen über Alterserscheinungen und schwindendes Personal. Der Roland aus Belgern machte in der Vorbereitung auch nicht den frischesten Eindruck. Es wird auf jeden Fall interessant, hochinteressant.

Nick André Rollin trifft zum 2:1 im Spiel ESV Delitzsch II gegen SV Wölkau.
Nick André Rollin (l.), der hier gegen Wölkau trifft, und Aufsteiger ESV Delitzsch stehen mutmaßlich vor einer schweren Saison. © Alexander Prautzsch

Zschortau? Favoritenrolle? Davon will der Coach so gar nichts wissen. „Das fahren wir gleich mal runter“, sagt Christian Mörschke. „Die Wermsdorfer haben mit dem Pokalsieg unterstrichen, wo sie hingehören. Sie schwimmen auf einer großen Welle.“ Die SGZ wurde dagegen im Halbfinale von Hartenfels Torgau 5:1 zusammengestaucht. „Das war ein undankbares Spiel, aber ein 1:5 kann man auch nicht wegreden“, weiß der Übungsleiter.

Schenkenberg mit Sorge um Kadergröße

Dabei ist sein Erfolgsteam zusammengeblieben und hat mit Michael John einen Neuzugang an Bord. So hat der Vizemeister wieder ein mächtiges Arsenal beisammen, das zusammengehalten werden will. „Es wird nicht immer leicht sein, allen gerecht zu werden und die Stimmung hoch zu halten. Deswegen hätte ich mir auch gewünscht, dass wir die Regelung mit fünf Wechseln pro Partie auch in Sachsen übernommen hätten“, erzählt Christian Mörschke. Doch der sächsische Fußballverband sah das offenbar anders.

Andernorts hat man eher die Sorge zu wenig oder gar nicht wechseln zu können, etwas überspitzt formuliert. „Der Klassenerhalt wird verdammt schwer. Ich hab die Mannschaft nochmal ins Gebet genommen und ihr erklärt, wie wichtig das für uns ist“, berichtet Sven Roos, Trainer von Concordia Schenkenberg. Eine Ankündigung, die in der Vorsaison ganz ähnlich klang und dann landeten die Randdelitzscher auf Platz drei.

Nur sitzt diesmal die Jacke noch enger. Trainersohn Daniel Roos muss nach einer neuerlichen Knieverletzung seine Laufbahn wohl beenden, Eric Huth fällt mit einem Kreuzbandriss mindestens für die Hinrunde aus, Torwart Dirk Forstmeier fehlt wegen Knieproblemen ebenfalls wohl ein Vierteljahr. Das gleiche Schicksal ereilte Florian Münnich. Und Patrick Wagner hat den Verein gleich ganz verlassen und sich Union Sandersdorf angeschlossen.

Zwochau startet am 20. September in die Saison

Der einzige Zugang Tim Müller kam von Kreisligist Rackwitz. Dem Offensivspieler bescheinigt Roos gute Anlagen am Ball, aber auch körperliche Defizite. „Da kannst du Wind durchjagen.“ Es könnte also stürmisch werden in dieser Saison für die Schenkenberger.

Auf der Warteliste steht momentan noch Pokal-Halbfinalist Zwochau. Die Jungs von der Mühle haben am ersten Spieltag spielfrei, greifen erst am 20. September in die Liga ein, denn nächste Woche geht es bereits in Sachen Pokal weiter.