24. Mai 2017 / 21:34 Uhr

„Zu Selfies sage ich nie nein“: RB-Trainer Ralph Hasenhüttl beim LVZ-Talk

„Zu Selfies sage ich nie nein“: RB-Trainer Ralph Hasenhüttl beim LVZ-Talk

Anne Grimm/Matthias Roth
Leipziger Volkszeitung
Guido Schäfer und Ralph Hasenhüttl im Live-Talk in der LVZ-Kuppel.
Guido Schäfer und Ralph Hasenhüttl im Live-Talk in der LVZ-Kuppel.
Anzeige

LVZ-Chefreporter Guido Schäfer und der Coach von RB Leipzig plauderten vor 300 Gästen angeregt in der LVZ-Kuppel. 

Leipzig. Das Beste kommt zu Schluss: RB-Trainer Ralph Hasenhüttl musste am Mittwoch einen wahren Interview-Marathon bei zahlreichen Fernsehstationen absolvieren. Am Abend tauchte er im frischen Hemd bei Chefreporter Guido Schäfer in der LVZ-Kuppel zum launigen Talk vor rund 300 Gästen auf und plauderte gut gelaunt über die sensationelle Saison des Aufsteigers. Die Besucher bereiteten ihm eine Begrüßung wie im Stadion. Stehend sangen sie: „Europapokal – Leipzig international“, ein Gassenhauer der vergangenen Wochen in der Fankurve. „Der Empfang ist ein Highlight“, so Hasenhüttl. Der Sportbuzzer übertrug die Gesprächsrunde live per Videostream.

Anzeige

Hier sind die spannendsten Aussagen von Hasenhüttl:

Das 2:2 im letzten Spiel gegen Eintracht Frankfurt: „Eigentlich wollten wir danach mit den Trainern noch feiern. Das haben wir sein lassen, die Stimmung war nicht da, weil wir die Begegnung noch hergeschenkt haben. Was die Spieler machen, wollen wir besser nicht wissen.“

Anzeige

Zur Erwartungshaltung vor der Saison: „Ich habe mich in der Öffentlichkeit mit der Erwartungshaltung zurückgehalten. Wenn Du mit zwei Niederlagen startest, dann wird es zäher. Man kann sich aber kaum zurückhalten, wenn es dann so gut läuft.“

Zum Jubel nach Naby Keitas 1:0 gegen Borussia Dortmund: „Ich bin an Naby vorbei gesprintet. Er stand mit Oliver Burke zusammen, plötzlich war der Kleine schon weg. Hinter mir ist die ganze Meute von der Bank her gelaufen. Es war eine einzige Traube und ein Meilenstein in diesem Jahr. Das Tor war nicht zu erwarten. Wir hatten den Fuß noch einmal auf dem Gaspedal.“

RB-Trainer Ralph Hasenhüttl im Kuppeltalk mit Guido Schäfer

Beziehung zu Sportdirektor Ralf Rangnick: „Wir haben eine super Art und Weise der Zusammenarbeit. Jeder hat seinen Aufgabenbereich, besser hätte es nicht kommen können. Eitelkeiten sind mir am weitesten entfernt. Wir waren so erfolgreich, weil wir als Team auch mit den anderen Trainern funktioniert haben.

Der vergangene Sommer: „Vor der Saison konnte ich im Urlaub nicht abschalten, ich wusste nicht was kommt. Ich bin froh und stolz, dass es so funktioniert hat.“

Zu seinem erfolgreichen Jahr als Trainer: „Ich bin dankbar für den Job. Es ist aber nicht immer so angenehm wie gerade jetzt. Viele Kollegen haben in diesem Jahr ihre Stelle verloren, deshalb muss ich so eine Phase genießen.“

Besserer Trainer geworden: „Ich hatte in Aalen und Ingolstadt auch schon Erfolg. In Leipzig musste ich mich aber komplett auf etwas Neues einlassen. Es hat Sinn gemacht, auch Verantwortung zu übertragen. Ich habe versucht, den schon in Bewegung befindlichen Wagen am Laufen zu lassen und nur Details zu verändern. Es wäre schlimm gewesen, wenn die Mannschaft etwas komplett Neues hätte spielen müssen.

Beliebter, volksnaher Typ: „Ich möchte das normale Leben behalten. Es ist nicht schlimm, wenn ich in der Stadt angehalten und um Autogramme gebeten werden. Zu Selfies sage ich nie nein. Irgendwann muss ich dann aber auch weiter. Im Waldstraßenviertel gehe ich ganz normal im Konsum einkaufen. Wenn es doch einmal zu viel wird, dann setze ich Mütze und Brille auf.

Zu seinen wiederholten Erstrunden-Pleiten im DFB-Pokal: „Danach kam immer eine riesige Saison. Vielleicht wird es für uns schwierig, wenn wir nächstes Jahr die erste Runde überstehen.“

Naby Keita und Wechselgerüchte: „Bleibt mal ganz cool, der kann nicht weg. Das wird nicht das letzte Gerücht sein. Wir haben in der letzten Saison Begehrlichkeiten geweckt. Jetzt können wir den Jungs viel mehr bieten. Das war im vergangenen Sommer noch nicht so, da haben wir den einen oder anderen Spieler nicht bekommen. Es ist aber alles gut, einige von ihnen haben es teilweise nicht in die Champions League geschafft.“

Oliver Burke: „Er ist ein Naturereignis, hat aber noch Defizite. Der Bursche ist erst 19, muss noch lernen, dann werden wir viel Freude an ihm haben.“

Dayot Upamecano: „Schon nach der zweiten Trainingseinheit mit ihm, musste ich Timo Werner fragen, ob er langsamer geworden ist. Er kam an Dayot nicht vorbei, Upa ist schon wahnsinnig schnell. Am Anfang hatte er es nicht ganz einfach. Ich habe ihn zweimal in der ersten Halbzeit ausgewechselt, das macht man nicht, es war aber nötig. In den letzten Spielen war er stark.“


Diego Demme: Er hat es von der 3. Liga bis in die Nationalmannschaft geschafft. Wenn du dich gegen jeden durchsetzt, dann musst du was können. Diego ist zwar nicht torgefährlich, aber ein Leadertyp. Er hat Qualitäten, die auch der Nationalmannschaft helfen.“

Dominik Kaiser: „Er hatte es schwer, sich gegen die Konkurrenz mit Marcel Sabitzer und Emil Forsberg durchzusetzen. Er wurde von der Mannschaft und mir zum Kapitän gewählt, das zeigt seinen Stellenwert.“

Davie Selke: „Ich habe kein persönliches Problem, wenn ich einen Spieler nicht aufstelle. Davie ist professionell damit umgegangen, das spricht für seinen Charakter. Bei einem Wechsel muss es drei Gewinner geben: uns, den Spieler und den neuen Verein. Dann kommt ein Transfer zustande.

Neue Spieler: „Viele Talente kenne ich auch nicht. Die Scoutingabteilung seht sich die Spieler an und zeigt mir dann Videos. Ich muss mich darauf verlassen und kann niemanden 20 Mal anschauen.“

Urlaub: „Ich fahre nach Österreich in die Berge. Dort will ich auch Sport treiben – Mountainbike fahren und Tennis spielen. In Leipzig fehlt mir oft die Motivation, abends noch an der Elster entlang zu laufen.“

[Anzeige] Kein Bundesliga-Spiel verpassen: Checke hier die aktuellen Streaming-Angebote von WOW/Sky und DAZN.