04. Mai 2021 / 21:04 Uhr

Zu viele Ballverluste kosten den Sieg: BG Göttingen verliert in Hamburg

Zu viele Ballverluste kosten den Sieg: BG Göttingen verliert in Hamburg

Kathrin Lienig
Göttinger Tageblatt
Interessantes Duell: Rihards Lomazs (l.) beim Dreierversuch, den Justus Hollatz verhindern möchte.
Interessantes Duell: Rihards Lomazs (l.) beim Dreierversuch, den Justus Hollatz verhindern möchte. © Michael Schwartz
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Eine starke Crunchtime war nicht von Erfolg gekrönt. Die BG Göttingen hat in der Basketball-Bundesliga am Dienstagabend bei den Hamburg Towers knapp mit 91:93 verloren und belohnte sich nicht für den Endspurt, in dem Rihards Lomazs fast jeden Dreier traf – nur leider nicht den letzten Versuch.

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Zwei Punkte haben am Ende den Unterschied gemacht: 91:93 verlor die BG Göttingen am 33. Spieltag der Basketball-Bundesliga gegen die Hamburg Towers. Am Ende waren es die Ballverluste, die ausschlaggebend waren, dass die Veilchen im Spiel zwei nach der Quarantäne erneut mit leeren Händen dastanden.

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Bislang hatte die BG Göttingen die beiden Spielernamen nicht genannt, die kurz vor dem Start des Top Four im Pokal in München im April positiv auf das Corona-Virus getestet worden waren. Luke Nelson war einer von ihnen – der mit dem schlimmeren Krankheitsverlauf. Er berichtete vor dem Spiel im Interview von seinen Krankheitssymptomen und den Tagen in der Quarantäne.

MagentaSport Highlights: Hamburg Towers - BG Göttingen 2020/21

Die Gastgeber sind am Dienstagabend verletzungsbedingt mit nur zehn Spielern angetreten, Towers-Headcoach Pedro Calles fehlten einige Routiniers. Für sie sprang der junge Justus Hollatz ein, der die ersten sechs der sieben Punkte für die Hamburger machte – in einer im Anfangsviertel zerfahrenen Partie. Die ersten Punkte für die Göttinger fielen nach Freiwürfen, Rihards Lomazs war es, der in der fünften Minute dann endlich Zähler aus dem Feld zum 5:10 erzielte. Da waren Nelson Weidemann und Tai Odiase schon mit zwei Fouls belastet, Roel Moors hatte ein Technisches Foul kassiert. Bis auf 21:12 waren die Hamburger durch acht Punkte in Folge von TJ Shorts davon gezogen, doch die Veilchen konterten und glichen zum Ende des ersten Viertels noch auf 21:21 auf. Die letzten sechs Punkte waren in dieser Phase auf das Konto von Mathis Mönninghoff gegangen.

Den besseren Start in das zweite Viertel erwischten die Göttinger, die ihren Vorsprung auf 26:21 ausbauten. Doch Hamburg ließ sich nicht abschütteln, drehte den Spieß um. Die Veilchen leisteten sich gegen nun aggressiver verteidigende Gastgeber immer wieder Turnovers im Spielaufbau, sodass die Punkte per Fastbreak leichte Beute für die Hamburger waren (37:31/16.). Zwischendrin boten beide Teams einiges Unterhaltsames, unter anderem ein Dunk von Aubrey Dawkins. Allerdings gelang es der BG nicht mehr, bis zur Halbzeitpause erneut aufzuschließen, 40:49 stand es nach elf Ballverlusten in den ersten beiden Vierteln aus Sicht der Südniedersachsen.

Hamburg Towers - BG Göttingen, BBL 2020/21

Rihards Lomazs
Hamburg Towers - BG Goettingen, 
easyCredit Basketball Bundesliga, Saison 2020-2021, 
33. Spieltag, Hamburg, Germany, 04.05.2021
Copyright: MSSP - MICHAEL SCHWARTZ SPORTPHOTO, 22605 Hamburg, Tel: 0171-6460044, www.mssp.biz  -  www.schwartz-photo.de *** Local Caption *** 
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Rihards Lomazs Hamburg Towers - BG Goettingen, easyCredit Basketball Bundesliga, Saison 2020-2021, 33. Spieltag, Hamburg, Germany, 04.05.2021 Copyright: MSSP - MICHAEL SCHWARTZ SPORTPHOTO, 22605 Hamburg, Tel: 0171-6460044, www.mssp.biz - www.schwartz-photo.de *** Local Caption *** ©

Auch nach der Pause waren es die Hamburger, die die einfacheren Abschlüsse hatten. Sie verteidigten ihren Vorsprung – hielten die Differenz bei etwa zehn Punkten. Erst in der Schlussphase kamen die Veilchen wieder näher (60:65/28.), am Ende waren es beim 63:73 dann aber doch wieder zehn Punkte Rückstand (63:73/30.) – eine hohe Hypothek für das Schlussviertel.

Die einzige Konstante im Spiel der Göttinger war an diesem Abend die Ballverlust-Quote, die immer katastrophaler wurde (22:5). Dadurch erhielten die Hamburger natürlich auch mehr Gelegenheit zu werfen. Dabei waren die Trefferquoten der Veilchen gar nicht so schlecht – zumindest aus dem Zwei- und Dreipunktbereich (77 und 50 Prozent). Schmerzlich waren sicherlich die vielen Fehlwürfe von der Freiwurflinie.

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Nach vier erfolgreichen Dreiern von Rihards Lomazs in Folge keimte bei der BG in der Schlussphase noch einmal Hoffnung auf (86:87/38.). Solch eine Crunchtime hatte ein paar Minuten vorher sicherlich niemand mehr erwartet. Harper Kamp brachte die Göttinger dann mit einem Korbleger 88:87 in Führung, der unermüdlich rackernde Shorts drehte wieder auf 89:88 für die Towers, Kamp verwandelte zwei Freiwürfe (80:89/39.). 22 Sekunden vor dem Ende stand es 91:91, der Hamburger Shorts verwandelte aus der Halbdistanz zum 93:91 – dann aber reichte die eine Sekunde auf der Uhr nicht mehr für das kleine Wunder. Lomazs Dreier fand nicht sein Ziel, die BG verlor knapp – und angesichts der vielen Ballverluste schließlich auch unnötig bei den bereits für die Playoffs qualifizierten Hanseaten.

"Ich glaube, wir hatten heute unsere Chancen gegen ein sehr gutes und aggressives Hamburger Team. Leider haben wir zu viele Fehler gemacht, zu viele Ballverluste und konnten selbst nur fünf Hamburger Turnover erzwingen. Das hat für mich das Spiel entschieden", sagte Moors bei der anschließenden Pressekonferenz. "Aus der Quarantäne herauszukommen und hier heute so aufzulaufen, spricht wirklich für die mentale Stärke des Teams. Sie haben keine Ausreden gesucht und versuchen immer alle Energie, die sie haben, ins Spiel zu legen", fügte der Belgier an, der zugab, enttäuscht über die Niederlage zu sein. "Dennoch bin ich sehr stolz auf meine Spieler. Wir hatten wirklich einen sehr schlechten Start ins Spiel und haben uns im Laufe der Partie toll herangekämpft."

Punkte BG: Booker (1), Weidemann (3), Nelson (0), Vargas (12), Onwuegbuzie (dnp), Kramer (9), Omuvwie (2), Lomazs (26), Mönninghoff (10), Kamp (19), Odiase (0), Dawkins (9).