18. September 2021 / 16:36 Uhr

Zu wenig! Chemie Leipzig kommt gegen Rathenow nicht über ein Unentschieden hinaus

Zu wenig! Chemie Leipzig kommt gegen Rathenow nicht über ein Unentschieden hinaus

Jens Fuge
Leipziger Volkszeitung
Florian Kirstein (BSG 20) und Stefan Karau (BSG 3) nach einer vergebenen Torchanche - 

BSG Chemie Leipzig vs Optik Rathenow, Fußball, Regionalliga, 18.09.2021
Zum Haare raufen: Chemie Leipzigs Florian Kirstein trauert einer vergebenen Chance nach, Kapitän Stefan Karau wendet sich enttäuscht ab. © Christian Modla
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Das Team von Trainer Miroslav Jagatic konnte zum vierten Mal in Folge in der Regionalliga Nordost keinen Sieg einfahren. Nach dem frühen Rückstand durch Rathenows Dzafo waren die Gastgeber zwar deutlich besser, mehr als der Ausgleich durch Brügmann gelang den Leutzschern trotz einiger weiterer Möglichkeiten nicht.

Leipzig. Das war wohl nichts! Mit einem 1:1 trennte sich die BSG Chemie Leipzig von Optik Rathenow und läuft weiterhin einem Heimsieg hinterher. Dabei hatte Chemie Glück, denn Rathenow nutzte seine zahlreichen hochkarätigen Chancen nicht. Ein paar Angriffe starteten die Hausherren gleich zu Beginn, doch die Präzision und Entschlossenheit fehlte. So hatten die Rathenower das bessere Momentum für sich, als sie gleich in der neunten Minute zur Führung trafen. Dzafo vollendete, nachdem Muiomo noch am bärenstarken Benny Bellot im Chemie-Tor gescheitert war, per Abstauber.

Doch dabei beließen es die überraschend offensiv eingestellten Gäste nicht. Muiomo, von der Chemie-Defensive einfach nicht in den Griff zu bekommen, schoss völlig alleinstehend vor Bellot vorbei (19.). Und auch in der 30. Minute landete der Schuss von Muiomo knapp neben dem Leutzscher Tor. Eine erste Großchance konnten die Gastgeber erst nach 39 Minuten verzeichnen, als nacheinander Benny Schmidt und Florian Kirstein scheiterten. Die letzte Gelegenheit vor der Pause gehörte allerdings wieder Optik, als Will nach Eckball knapp vorbei köpfte (45.).

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Das war zu wenig: Die BSG Chemie Leipzig kommt gegen den FSV Optik Rathenow nicht über ein 1:1-Unentschieden hinaus. Zur Galerie
Das war zu wenig: Die BSG Chemie Leipzig kommt gegen den FSV Optik Rathenow nicht über ein 1:1-Unentschieden hinaus. ©

In Hälfte zwei kam Anton Kanther für Timo Mauer, aber es wurde erst einmal nicht besser. Zwar scheiterte Denis Jäpel allein vor Hiemann (48.), doch wiederum Muiomo vergab die sichere 2:0-Führung mutterseelenallein vor dem Tor von Bellot, als er volley über den Kasten schoss (59.). Nach Tarik Reinhardt energischer "Doppel-Grätsche" ging ein Ruck durch die Leutzscher Elf. Zusätzlich Öl ins Feuer goss dann der Betreuer der Gäste nach einer Spielerbehandlung, als er provozierend am Dammsitz entlang schritt. Wie bestellt fiel der Ausgleich, als der eingewechselte Brügmann einen feinen Spielzug per Flachschuss veredelte (61.).

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Nun warteten die 2921 Zuschauer auf den Lucky Punch, aber der ließ auf sich warten. Müllers Heber (69.), Schmidts Kopfball nach Ecke (72.), Luisˋ Kopfball aus drei Metern (79.) - nichts ging rein, es fehlte einfach der letzte Wille oder die berühmten Zentimeter. Stattdessen gaben auch die Gäste niemals auf und hatten ihrerseits den Siegtreffer auf dem Fuß. Als Dzafo vier Chemie-Spieler mühelos stehen ließ, stand nur Bellot mit einem großartigen Reflex noch im Weg (70.). Auch bei Muiomos Freistoß war der Leutzscher Schlussmann auf dem Posten.

Auch wenn Chemie sich einige Chancen herausarbeitete, sollte das nicht den Blick auf die limitierten Möglichkeiten verstellen, die der Mannschaft nach den Ausfällen von Bury, Surek und Mvibudulu zur Zeit hat. Es fehlt an Kreativität und Lösungen im Mittelfeld, allein mit langen Bällen ist gegen viele Gegner in der Liga nichts auszurichten. Während Optik-Urgestein Ingo Kahlisch angesichts des überhaupt ersten Punktgewinnes von Optik gegen eine Leutzscher Mannschaft mit dem Punkt ganz selbstbewusst "nicht unzufrieden" war und wieder mal von "Champions League für Rathenow" sprach, klang das bei Miroslav Jagatic naturgemäß anders: "Wir müssen Tacheles reden, werden die Fehler aufarbeiten. Es werden schwere Wochen, aber wir gehen das an. Wir werden wiederkommen!"