11. Mai 2022 / 19:48 Uhr

Zu wenig Twitter-Likes: Deutsche Bahn schickt keinen Sonderzug für Eintracht-Fans nach Sevilla

Zu wenig Twitter-Likes: Deutsche Bahn schickt keinen Sonderzug für Eintracht-Fans nach Sevilla

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der Zug ist abgefahren: Die Deutsche Bahn stellt keinen Sonderzug für Fans von Eintracht Frankfurt nach Sevilla bereit.
Der Zug ist abgefahren: Die Deutsche Bahn stellt keinen Sonderzug für Fans von Eintracht Frankfurt nach Sevilla bereit. © IMAGO/Jan Huebner
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Der Support hat nicht ausgereicht: Die Deutsche Bahn wird keinen Sonderzug für Fans von Eintracht Frankfurt, die zum Europa-League-Finale am kommenden Mittwoch nach Sevilla reisen wollen, bereitstellen. Vor dem Endspiel gegen die Glasgow Rangers habe es nicht genug Likes für einen Twitter-Post gegeben, teilte die Bahn mit.

Das war's mit dem Sonderzug: Die Anhänger von Eintracht Frankfurt müssen andere Wege zum Europa-League-Endspiel nach Sevilla finden. Wie die Deutsche Bahn am Mittwoch mitteilte, ist der Zug mangels Masse abgefahren. Für den Sonderzug für die Eintracht-Fans habe es nicht gereicht, teilte das Unternehmen via Kurznachrichtendienst Twitter mit. Stattdessen würden nun fünf Eintrittskarten für das Finale gegen die Glasgow Rangers am 18. Mai sowie Interrail-Pässe bei einem Gewinnspiel verlost.

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Zum Hintergrund: Die Bahn hatte am Tag nach dem Final-Einzug der Frankfurter einen Sonderzug in Aussicht gestellt. Bedingung: Für die Umsetzung der Idee hätte es 753.056 Likes geben müssen. Die Anzahl der Likes bezieht sich wohl auf die Einwohnerzahl der Stadt Frankfurt am Main. Wie viele Likes tatsächlich zusammengekommen sind, teilte die Bahn offiziell nicht mit. Laut Twitter-App (Stand: 19 Uhr) wurde das Ziel mit knapp über 156.000 Likes trotz prominenter Unterstützung wie beispielsweise von Transfer-Insider Fabrizio Romano (7,8 Millionen Follower) allerdings deutlich verfehlt.

Das Interesse der Frankfurt-Fans an Tickets für das historische Duell mit den Rangers in Sevilla ist dagegen riesig: Man habe "weit über 100.000 Anfragen" und damit mehr als das Zehnfache vom eigentlichen Kontingent von 10.000 Karten erhalten, hieß es von den Hessen am Dienstag. "Wir haben mit einer sehr großen Anfragewelle gerechnet, doch dieses Interesse innerhalb von 48 Stunden ist schlicht gigantisch und hat unsere Vorstellungen bei Weitem übertroffen", sagte Vorstandssprecher Axel Hellmann. Man wisse, dass es viele Enttäuschte geben wird, räumte er ein. "Ich versichere, dass wir uns um jedes Ticket, an das wir auf offiziellem Wege kommen, bemühen, um möglichst vielen Fans die Möglichkeit geben können, in Sevilla dabei zu sein", versprach Hellmann.

Und selbst ohne Zugfahrt werden Fans in Frankfurt bestens versorgt: Die SGE rechnet damit, dass auch das eigene Stadion beim Public Viewing ausverkauft sein wird. Selbst für dieses Event, bei dem das Spiel nicht live vor Ort verfolgt werden kann, hat der Handel auf dem Schwarzmarkt bereits Fahrt aufgenommen. So wurden die offiziell für 10 Euro verkauften Tickets auf dem Zweitmarkt bereits für über 100 Euro angeboten.