29. November 2020 / 11:43 Uhr

„Zuckerpass und Peitsche“: RB Leipzigs Sörloth leidet, Samardzic tankt Selbstvertrauen

„Zuckerpass und Peitsche“: RB Leipzigs Sörloth leidet, Samardzic tankt Selbstvertrauen

Elena Boshkovska
Leipziger Volkszeitung
Der eine bleibt an Arminia Bielefelds Amos Pieper hängen, der andere setzt sich durch: Sinnbild für die jeweilige Gemütslage der RB-Leipzig-Spieler Alexander Sörloth (li.) und Lazar Samardzic (re.).
Der eine bleibt an Arminia Bielefelds Amos Pieper hängen, der andere setzt sich durch: Sinnbild für die jeweilige Gemütslage der RB-Leipzig-Spieler Alexander Sörloth (li.) und Lazar Samardzic (re.). © Martin Rose/Getty Images
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Es ist schon fast ein Trauerspiel: Alexander Sörloth will der erlösende Treffer für RB Leipzig einfach nicht gelingen. Auch ein Elfmeter beim 2:1-Sieg gegen Arminia Bielefeld trägt nicht zur Besserung der Lage bei, denn der Keeper ist schneller. Lazar Samardzic hingegen glänzt mit einer tollen Vorlage und kommt immer besser an bei den Messestädtern.

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Leipzig. Bei Alexander Sörloth will es mit dem ersten Treffer im Trikot von RB Leipzig einfach nicht klappen. Auch nicht, wenn er ihn zu erzwingen versucht. Der 24-Jährige vergab im Heimspiel (2:1) gegen Arminia Bielefeld einen Foulelfmeter, versemmelte auch den Nachschuss. Die Augenblicke danach: Fassungslosigkeit. Sörloth sinkt zu Boden, fasst sich an den Kopf. Eigentlich sind Kapitän Marcel Sabitzer und Emil Forsberg die bevorzugten Schützen vom Punkt bei RB. Aber am Samstag ließ der Schwede dem Norweger den Vortritt. „Emil hat ihm den Ball überlassen, um die Aktion, die Sörloth vorher hatte – den guten Ballgewinn und auch, wie er den Elfmeter rausgeholt hat – zu belohnen“, erklärte Trainer Julian Nagelsmann die Situation.

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Die Belohnung blieb aus. Dabei wäre es so förderlich gewesen. „Ich weiß nicht, ob ein Elfmetertor für einen Stürmer der Knotenlöser ist, aber keinen zu treffen, ist natürlich schlechter“, meinte der Bullen-Coach bei der Pressekonferenz nach dem Arbeitssieg gegen die Arminen. Damit wird die Kopfsache immer mehr zur Kopfsache: Dass es mit einem Tor nicht klappen will, nagt am Norweger. Und zwar auch, weil der Start bei seinen letzten Stationen weit weniger bescheiden lief als bei RB Leipzig.

DURCHKLICKEN: Das sagen Spieler und Trainer

Angelino (RB Leipzig): Ich glaube, wir hatten viele Chancen in der ersten Hälfte. Ich habe aufgepasst und habe das Tor gemacht. Der Pass von Lazar Samardzic hat aber alles entschieden. Er hat mich direkt vor den Torhüter geschickt und ich habe es gemacht. Das Team gibt mir viel Selbstvertrauen und viele Chancen. Das ist sehr wichtig für mich. Jeder bekommt eine Chance, und wenn wir abgeklärt genug sind, kann jeder ein Tor machen. In den letzten Minuten haben wir es uns aber selbst schwer gemacht, Fehler gemacht. Schade, dass wir das 3:0 nicht gemacht haben. Wir hätten in der zweiten Hälfte bestimmender sein sollen. Zur Galerie
Angelino (RB Leipzig): "Ich glaube, wir hatten viele Chancen in der ersten Hälfte. Ich habe aufgepasst und habe das Tor gemacht. Der Pass von Lazar Samardzic hat aber alles entschieden. Er hat mich direkt vor den Torhüter geschickt und ich habe es gemacht. Das Team gibt mir viel Selbstvertrauen und viele Chancen. Das ist sehr wichtig für mich. Jeder bekommt eine Chance, und wenn wir abgeklärt genug sind, kann jeder ein Tor machen. In den letzten Minuten haben wir es uns aber selbst schwer gemacht, Fehler gemacht. Schade, dass wir das 3:0 nicht gemacht haben. Wir hätten in der zweiten Hälfte bestimmender sein sollen." ©

Dennoch gab es Lob von Julian Nagelsmann in Richtung Sörloth: „Er hat schon wieder einen Schritt in die richtige Richtung gemacht, hat besser gespielt als zuletzt.“ Dass irgendwann ein Treffer kommt, davon ist der Trainer überzeugt. „Er muss einfach mal treffen und die nötige Fortune haben, dass der Ball mal reingeht – ob nun Elfmeter oder eine normale Chance.“ Denn zu einem klaren Abschluss kam der 24-Jährige auch gegen Bielefeld nicht, obwohl er 90 Minuten lang auf dem Platz stand. „Was das Anlaufen und die Präsenz angeht, bis zu dem Zeitpunkt als er etwas müde wurde, war das deutlich besser“, so Nagelsmann.

„Er ist ein ganz lieber Kerl“

Neuzugang Lazar Samardzic konnte am Samstag vollends überzeugen. Der 18-Jährige, den die Leipziger im Sommer für 500.000 Euro von der Hertha aus Berlin holten, bereitete den Treffer von Angelino in der 29. Spielminute vor. Mit einem „Zuckerpass“ ermöglichte „Laki“ die Führung der Bullen, nachdem diese sich fast eine halbe Stunde gegen die Arminen schwer getan hatten. „Er hat es gut gemacht, das Tor hervorragend vorbereitet“, lobte Nagelsmann den jungen Neuzugang. Im Laufe der Partie habe er ihm aber die Müdigkeit angemerkt. „Ich erwarte deshalb schon, dass er in den nächsten Wochen so an seinem Körper arbeitet, dass er auch 90 Minuten spielen kann. Er ist schon noch in einem jugendlich-frischen Alter, wo er die ganze Spielzeit über marschieren müsste“, lachte der Coach.

Nagelsmann hatte reichlich Lob im Köcher für Samardzic. „Er ist ein ganz lieber Kerl, der zuhört, sich gut entwickelt. Und dass er ein sehr feines Füßchen hat, hat man heute bei der Vorbereitung des Tores gesehen. Das war ein top getimter Ball in die Tiefe.“ Samardzic habe auf jeden Fall Qualitäten und die werde man in Zukunft immer mehr bestaunen können. Der Berliner freute sich auch selbst über seine Leistung: „Ich freue mich über jeden Einsatz und ich bekomme immer mehr Selbstvertrauen. Besonders glücklich bin ich aber darüber, dass ich der Mannschaft mit meiner Vorlage zum Sieg helfen konnte.“