09. Oktober 2021 / 10:31 Uhr

Die Zukunft der Formel 1: Norris, Russell und Leclerc auf den Spuren von Hamilton und Verstappen

Die Zukunft der Formel 1: Norris, Russell und Leclerc auf den Spuren von Hamilton und Verstappen

Karin Sturm
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Lando Norris, George Russell und Charles Leclerc (v.l.) sind die Youngster der Formel 1.
Lando Norris, George Russell und Charles Leclerc (v.l.) sind die Youngster der Formel 1. © IMAGO/Motorsport Images/Nordphoto (Montage)
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Im Schatten der WM-Kandidaten Lewis Hamilton und Max Verstappen schicken sich drei junge Fahrer an, die Formel-1-Superstars herauszufordern. Der SPORTBUZZER blickt auf das vielversprechende Nachwuchs-Trio.

Lewis Hamilton und Max Verstappen prägen derzeit mit ihrem extrem spannenden WM-Duell die Formel 1. Ob der Große Preis der Türkei am Sonntag (14 Uhr, Sky) wieder ein direktes Duell sieht, ist allerdings unklar. Denn Hamilton, der am Freitag Trainingsschnellster war, muss im Grand Prix nach einem regelwidrigen Motorenwechsel zehn Plätze weiter hinten starten.

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Doch auch wenn die WM-Konkurrenten sich teilweise in einer eigenen Welt zu bewegen scheinen: Von hinten drängt eine neue Fahrergeneration nach, die durchaus das Zeug dazu hat, die beiden Superstars in Zukunft herauszufordern, wenn sie im richtigen Auto sitzt.

Norris verpasst nur knapp seinen ersten GP-Sieg

Der auffälligste Kandidat aus der jungen Generation ist derzeit Lando Norris. Was der erst 21-jährige Brite in diesem Jahr, seiner dritten Formel-1-Saison, zeigt, ist eindrucksvoll. Zuletzt in Monza und Sotschi verhinderte nur eine Kombination aus einigen unglücklichen Umständen seinen ersten Grand-Prix-Sieg: In Italien hielt er sich brav daran, seinen führenden Teamkollegen Daniel Ricciardo nicht anzugreifen, obwohl er deutlich schneller war. Und in Sotschi verlor er nach seiner ersten Pole-Position einen fast schon sicher geglaubten Sieg bei einsetzendem Regen in den letzten Runden durch eine gemeinsam mit dem Team getroffene Fehlentscheidung in Sachen Boxenstopp.

Sein deutscher McLaren-Teamchef Andreas Seidl ist von dem Youngster jedenfalls absolut begeistert: "2021 hat er noch einmal einen deutlichen Sprung nach vorne gemacht, sich in praktisch allen Bereichen weiter verbessert. Er lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Er hat auf seine Chancen gewartet und sie dann auch genutzt. Das macht er mit einer unglaublichen Ruhe. Mit beeindruckender Entschlossenheit. Er macht so gut wie keine Fehler." Zudem scheint McLaren auf dem richtigen Weg zu sein, um sich in den nächsten Jahren weiter zu verbessern, so dass man konstant mit den ganz Großen, Mercedes und Red Bull, mithalten kann.

George Russell muss als Hamilton-Teamkollege liefern

Der Zweite, der immer wieder auffällt, ist ebenfalls ein junger Brite: Mercedes-Junior George Russell, der zuletzt im unterlegenen Williams mehrfach in die Punkte fuhr. Die Feuerprobe für ihn kommt 2022: Dann muss er als Teamkollege von Lewis Hamilton bei Mercedes beweisen, dass er den siebenmaligen Weltmeister herausfordern kann. So wie das Hamilton 2007 gelang, als er als Neuling bei McLaren sofort auf Augenhöhe mit Fernando Alonso fuhr. Die Chancen stehen nicht schlecht: Als Russell Ende 2020 in Bahrain für ein Rennen den an Corona erkrankten Hamilton bei Mercedes vertreten durfte, stellte er auf Anhieb Valtteri Bottas in den Schatten – obwohl er einige Probleme im nicht optimal für ihn angepassten Cockpit hatte.

Der Dritte im Bunde der kommenden Superstars ist Charles Le­clerc: Als der Monegasse 2019 in seinem ersten Ferrari-Jahr gleich Sebastian Vettel in den Schatten stellte, galt er als das neue Wunderkind – doch er profitierte damals wohl auch von einem Auto, das deutlich besser zu seinem Fahrstil passte als zu dem des viermaligen Weltmeisters. Dass jetzt Ferrari-Neuzugang Carlos Sainz jr. sehr oft auf gleichem Niveau mit ihm fährt, kratzt ein bisschen an seinem Image, trotzdem gilt Leclerc immer noch als möglicher kommender Weltmeister.