31. Juli 2020 / 08:15 Uhr

Zur Ruhe gekommen: SC DHfK Leipzigs Philipp Weber will’s wieder wissen

Zur Ruhe gekommen: SC DHfK Leipzigs Philipp Weber will’s wieder wissen

Christian Dittmar
Leipziger Volkszeitung
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Mit vollem Tank will SC DHfK Leipzigs Rückraummann Philipp Weber wieder angreifen. © SC DHfK Leipzig
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Er hat keine Schmerzen in der Achillessehne mehr, fühlt sich fit und genesen. Aber es juckt wieder in den Fingern: Nach der Corona-Pause greift der Torjäger des Handball-Bundesligisten SC DHfK neu an.

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Leipzig. Die ersten Würfe nach der langen coronabedingten Handball-Abstinenz waren noch etwas wackelig. „Da hatte ich mir vorgenommen, oben rechts hin zu werfen und der Ball ging nach unten links“, erinnert sich Philipp Weber mit einem verhaltenen Lachen. Mittlerweile ist das Ballgefühl jedoch zurück beim DHfK-Rückraummann – und auch die Lust auf die Platte.

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Die Handball-Profis des SC DHfK Leipzig starten in die lange Vorbereitung nach der Corona-Pause. Zur Galerie
Die Handball-Profis des SC DHfK Leipzig starten in die lange Vorbereitung nach der Corona-Pause. © SC DHfK Leipzig

Am meisten vermisst habe er das Quatschen in der Kabine mit den Mannschaftskollegen, erklärt Weber, denn Handball sei ja schließlich ein Teamsport. Immerhin war der gebürtige Schönebecker in den vergangenen Wochen nicht allein zu Haus, Labradorwelpe Malu hat die Webersche Wohngemeinschaft verstärkt und sich schnell zum wahren Balljunkie entwickelt. Das half dem 27-Jährigen auch über die zweiwöchige Quarantäne Mitte März hinweg, die er wegen der Corona-Infektion seines Nationalmannschaftskollegen Jannik Kohlbacher absolvieren musste.

„Ein Ding der Selbstverständlichkeit“

Ansonsten nutzte der Bundesliga-Torschützenkönig der Saison 2016/17 die Pandemie-Pause, um mal ein bisschen zur Ruhe zu kommen – und um den von vielen Verletzungen geschundenen Körper genesen zu lassen. „Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal frühmorgens aufgestanden bin und keine Achillessehnenschmerzen hatte“, erzählt Weber. In der Vorsaison hatte er öfter mit Fersenproblemen zu kämpfen, ließ sich mehrmals fitspritzen.

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Geringer wird die Belastung in der erst im Oktober beginnenden Spielzeit durch den straffen Zeitplan nicht. Trotzdem will der 1,94-Meter-Mann nach eigenen Angaben noch sechs Jahre Handball spielen. „Je älter, desto fitter wird man“, erklärt er, denn inzwischen gehe er nicht mehr in jede Trainingseinheit mit 100 Prozent und habe gelernt, den Aufwand so zu dosieren, dass er auf dem Punkt da sei.

Dass Weber gereift ist, zeigt sich auch an seinen Aussagen zum Gehaltsverzicht der DHfK-Handballer im März, der den Verein in der Corona-Krise finanziell stark entlastete: „Für mich war es ein Ding der Selbstverständlichkeit. Ich kam damals als 19-Jähriger aus Magdeburg nach Leipzig mit einer Schulterverletzung und wusste gar nicht, ob ich noch mal Handball spielen kann. Wer weiß, ob es den Verein jetzt noch geben würde, wenn wir das nicht gemacht hätten.“