17. Juni 2021 / 21:43 Uhr

Zurück in die Vergangenheit: Jentzsch neuer Assistenz-Trainer beim FC Grimma

Zurück in die Vergangenheit: Jentzsch neuer Assistenz-Trainer beim FC Grimma

Tom Rietzschel / lvz
Leipziger Volkszeitung
Mirko Jentzsch im Trikot vom FC Grimma
Mirko Jentzsch kehrt als Co-Trainer zum FC Grimma zurück. © Karsten Hannover
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Mirko Jentzsch wird neuer Assistenztrainer beim FC Grimma. An der Mulde sammelte der 31-Jährige bereits einige Erfahrungen und ist damit für die Grimmaer kein Unbekannter.

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Grimma. Die über ein Jahr vakante Position des Co-Trainers bei Fußball-Oberligist FC Grimma ist pünktlich zur Vorbereitung auf die Saison 2021/22 besetzt worden. Der neue Assistenztrainer von Alexander Kunert heißt Mirko Jentzsch – ein alter Bekannter an der Mulde.

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„Wir sind uns mit ihm einig“, vermeldete FC-Vorstandsvorsitzender Daniel Kurzbach am Mittwochabend. Der 31-jährige Jentzsch kann den Start der Vorbereitung am kommenden Montag kaum noch erwarten: „Ich freue mich sehr, wieder den Weg nach Grimma gefunden zu haben. Ich habe mir schon als Spieler immer Gedanken gemacht, nach meiner aktiven Karriere eventuell ins Trainergeschäft einzusteigen und sehe hier nun für mich eine große Chance. Ich hatte mit der Vereinsführung und Trainer Alexander Kunert sehr gute, vertrauensvolle und konstruktive Gespräche, so dass ich mich sehr freue, dass dies geklappt hat. Dafür bin ich dem Verein sehr dankbar. In einem Oberliga-Team als Assistent meine Trainerkarriere beginnen zu können – diese Chance ist einmalig. Ziel muss es sein, die Spieler nicht nur sportlich, sondern auch persönlich weiterzuentwickeln. In der täglichen Arbeit möchte ich meinen Teil dazu beitragen, dass wir mit der jungen Mannschaft weiterhin durch erfrischenden Fußball beeindrucken und dadurch eine gute Rolle in der Oberliga spielen.“ Er freue sich auch auf die Zusammenarbeit mit Spielern wie Stefan Tröger, Michel Schwarz, Robin Brand oder Kevin Wiegner, mit denen er in der Vergangenheit zusammengespielt hatte, so Jentzsch.

„Sind auf einer Wellenlänge“

Cheftrainer Alexander Kunert: „Wir hatten in den letzten Wochen mehrere Telefonate und persönliche Gespräche, bei denen ich schnell gemerkt habe, dass wir fußballerisch auf einer Wellenlänge liegen. Mirko soll seine Erfahrungen als Spieler mit einbringen – vor allem die jungen Akteure können von seinem Know-how profitieren. Wichtig ist weiterhin, dass wir beide für alle Spieler gute, transparente und nachvollziehbare Entscheidungen treffen. Ich bin froh, nach so einer langen Zeit wieder einen Assistenten an meiner Seite zu haben – das macht die Steuerung im Trainings- und Wettkampfbetrieb natürlich bedeutend einfacher und entspannter. Die Aufgabenverteilung haben wir bereits geklärt, so dass ich mich sehr freue, dass er zum Start der Vorbereitung zu meinem Trainer- und Funktionsteam dazugehört.“

Der Name Mirko Jentzsch dürfte jedem Grimmaer Fußballfan geläufig sein. Im Sommer 2016 wechselte der Stürmer von der BSG Chemie Leipzig an die Mulde und trug dann zwei Spielzeiten das FC-Trikot. Im Sommer 2018 verließ er Grimma und schloss sich der SG Taucha an, wo er bis zum Corona-Abbruch in der Sachsenliga die Töppen schnürte. In seinen zwei Jahren in Grimma erzielte er in der höchsten Spielklasse des Freistaates drei Tore in 25 Begegnungen – doch fiel er aufgrund eines Kreuzbandrisses über ein Jahr verletzungsbedingt aus. Hinzu kam im sächsischen Pokalwettbewerb noch ein Treffer in drei Begegnungen.

Die Karriere des heute 31-Jährigen begann einst beim Roßweiner SV, wo er seine ersten fußballerischen Schritte machte. Über die Station SC Riesa landete er beim Nachwuchs von Dynamo Dresden. Dort erlitt er im Training einen Kreuzbandriss im rechten Knie, sowie einen Meniskusschaden, was ihn gehörig aus der Bahn warf. Nach erfolgreicher Reha wechselte er 2005 zum Lokalrivalen FV Dresden Nord (heute Borea Dresden). Ein Jahr später schloss sich Jentzsch den A-Junioren des damaligen FC Sachsen Leipzig an, wo er mit den Grün-Weißen in der Bundesliga und in der Regionalliga kickte.

Borna, RB II, ZFC Meuselwitz

Nach Abschluss seiner Nachwuchszeit im Jahr 2008 blieb er in Leutzsch und sammelte im Reserve-Team in der Sachsenliga erste Erfahrungen im Herrenbereich (20 Spiele, drei Tore). Im Sommer 2009 wurde Jentzsch – damals 20-jährig – zum Bornaer SV transferiert. Doch infolge der Insolvenz blieb der Mittelstürmer nur eine Saison an der Wyhra (25 Spiele, drei Tore). Es folgten drei Jahre bei der zweiten Mannschaft von RB Leipzig, in welcher er 40-mal in 77 Begegnungen traf (davon 32 Treffer in 51 Spielen in zwei Jahren Sachsenliga).

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Dies brachte den Regionalligisten ZFC Meuselwitz auf den Plan, zu dem er im Sommer 2013 wechselte. Dort hatte er es jedoch schwer sich durchzusetzen, allzu oft kam er über die Rolle des Einwechselspielers nicht hinaus. Um wieder Spielpraxis zu bekommen, wechselte Jentzsch nach nur einer Saison wiederum den Verein und schloss sich im Sommer 2014 dem damaligen Sachsenliga-Wiederaufsteiger BSG Chemie Leipzig an.

Langer Ausfall durch Verletzung

Zwei Jahre blieb er in Leutzsch (48 Spiele, 13 Treffer) – in seiner zweiten Saison konnte Jentzsch mit den Chemikern am letzten Spieltag den Oberliga-Aufstieg realisieren. Doch nachdem klar war, dass mit ihm für die neue Spielklasse nicht mehr geplant wird, klopften die Grimmaer an und sicherten sich im Sommer 2016 die Dienste des damals 27-Jährigen. An der Mulde absolvierte er die ersten 15 Begegnungen am Stück, ehe er sich in Reichenbach in der Anfangsphase schwer am linken Knie verletzte. Jentzsch fiel über ein Jahr aufgrund eines Kreuzbandrisses aus, kam im Anschluss nicht mehr an sein altes Leistungsniveau heran.

Mirko Jentzsch (r.) hier im Trikot der BSG Chemie Leipzig.
Mirko Jentzsch (r.) hier im Trikot der BSG Chemie Leipzig. © Christian Modla

Dennoch sammelte er in dieser Zeit in Grimma parallel bereits Erfahrungen im Trainerbereich, als er bei den C-Junioren Coach Rico Huber als Assistenztrainer zur Verfügung stand.