27. September 2022 / 15:59 Uhr

"Zurückgebrüllt": Pressestimmen zum Klassiker zwischen England und Deutschland

"Zurückgebrüllt": Pressestimmen zum Klassiker zwischen England und Deutschland

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Pressestimmen aus Deutschland und England zum Klassiker.
Die Pressestimmen aus Deutschland und England zum Klassiker. © dpa (Montage)
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Für die deutsche Nationalmannschaft ist die Nations League weiter ein Wettbewerb mit mehr Frust als Lust. In England erreicht das Team von Hansi Flick nach einer 2:0-Führung nur ein Remis. Die Pressestimmen aus Deutschland fallen kritisch aus. In England hingegen ist die Stimmung besser als zuletzt.

Die deutsche Nationalmannschaft hat im Fußball-Klassiker im Londoner Wembley-Stadion gegen England eine 2:0-Führung verspielt, aber nach Rückstand noch ein Unentschieden erkämpft. 58 Tage vor dem Eröffnungsspiel gegen Japan verpatzte das Team von Bundestrainer Hansi Flick im bedeutungslosen Spiel in der Nations League die WM-Generalprobe und rettete am Montagabend in England gerade noch ein 3:3 (0:0).

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"Rätselhafter Sowohl-als-auch-Abend. Krisen-Bayern, ein fast echter Mittelstürmer und ein komisches 3:3 in England: Die DFB-Elf versucht trotz der anhaltend unbefriedigenden Resultate Positives Richtung WM mitzunehmen - Hoffnung macht ein Schlangentänzer", kommentierte die Süddeutsche Zeitung die Partie und hob dabei die Leistung von Jamal Musiala in den Vordergrund. Vor 78 949 Zuschauern hatten Ilkay Gündogan (53./Foulelfmeter) und Kai Havertz (67.) die DFB-Auswahl scheinbar sicher in Führung gebracht. Luke Shaw (72.), Mason Mount (75.) und Kapitän Harry Kane (82./Foulelfmeter) drehten zunächst das Spiel, ehe Havertz (87.) mit seinem zweiten Treffer für ein halbwegs versöhnliches Ende sorgte.

In England waren die Stimmen der Presse eher positiv als negativ. "Zurückgebrüllt! Southgates England kämpft sich nach einem Maguire-Patzer und einem Zwei-Tore-Rückstand zurück und teilt sich die Beute in einem Sechs-Tore-Krimi mit Deutschland im Wembley-Stadion", schrieb beispielsweise der Mirror. Die Daily Mail kommentierte: "Pope-Fehler ermöglicht Havertz ein Unentschieden für die Gäste, nachdem die Three Lions nach einem 0:2-Rückstand nach einem Maguire-Fehler endlich den Kampf angenommen haben und ein beeindruckendes Comeback geschafft haben." Der SPORTBUZZER, das Sportportal des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND), fasst die Pressestimmen aus England und Deutschland zusammen.

Das schreibt die englische Presse

The Guardian: "Deutschlands Havertz bestraft Papes Fehler und vereitelt Englands spannendes Comeback. (...) Es sollte ein Abend werden, an dem Harry Maguire für die falschen Schlagzeilen sorgte, an dem Gareth Southgate noch mehr Schmerzen erleiden musste und an dem sich die Grübeleien um England und seinen Trainer vertieften."

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Telegraph: "Nick Pope verspielt mit seinem Fauxpas eine Führung nach drei Toren, aber England kann aus dem Unentschieden gegen Deutschland Mut schöpfen."

The Times: "England zeigt sich endlich kämpferisch, doch die Fehler kommen teuer zu stehen."

BBC: "Ein Lichtblick nach dem Unentschieden - und der Niederlage gegen Italien am Freitag in Mailand - war die Leistung des 19 Jahre alten Mittelfeldspielers Jude Bellingham"

The Sun: "Patzer und Blitzschlag. Die Three Lions zeigen sich endlich mit einer Torflut in einem atemberaubenden Comeback, bevor ein weiterer Patzer den Sieg kostet."

Evening Standard: "Gareth Southgate setzte vor dem Spiel gegen Deutschland öffentlich auf Harry Maguire, doch der englische Nationaltrainer wurde nicht belohnt, obwohl seine Spieler beim 3:3 im Wembley-Stadion ein beeindruckendes Comeback zeigten."

Independent: "England findet seinen 'Spirit' wieder, Comeback gegen Deutschland gibt Hoffnung für die Weltmeisterschaft. (...) Die Three Lions zerstreuten damit die Angst vor der Weltmeisterschaft in Katar."

Das schreibt die deutsche Presse

Bild: "WM-Sorgen nach Wembley-Wahnsinn! (...) Die besten Nachrichten: Musiala startet und nutzt seine Chance, Havertz rettet uns mit einem Doppelpack das Remis. Aus nur vier Torchancen machen wir drei Tore."

Sport1: "Havertz rettet Deutschland. Deutschland und England trennen sich nach einer unterhaltsamen zweiten Halbzeit Remis. Beide Teams verpassen die Trendwende."

Frankfurter Allgemeine: "Nächste deutsche Enttäuschung in Nations League. Was aus diesem erst zähen, dann vogelwilden Spiel nun zu machen ist, kann Flick sich nun in Ruhe überlegen. Drei Erkenntnisse bieten sich auf Anhieb an. Erstens: Seine Mannschaft tut sich schwer, aus dem Spiel heraus zu Torchancen zu kommen. Zweitens: Tendenziell besitzt Jamal Musiala den Schlüssel für solche Gelegenheiten. Drittens: Mit Blick auf die letzten zwanzig Minuten und das Chaos in der Abwehr ist der deutschen Mannschaft auch ein jäher Kontrollverlust zuzutrauen."


Kicker: "Der chaotische 3:3-Auftritt von Wembley nährt die Zweifel. Hansi Flick erhoffte sich nach dem ernüchternden 0:1 gegen Ungarn im Klassiker gegen England Rückenwind für die WM. Das 3:3 im Duell der Enttäuschten nährt stattdessen die Zweifel, ob die deutsche Nationalmannschaft bis zur WM tatsächlich eine schlagfertige Einheit wird."

T-Online: "Das große Rumms ist ausgeblieben. Die deutsche Nationalmannschaft holt gegen England ein glückliches 3:3 (mehr zum Spiel lesen Sie hier). Wenigstens ein Unentschieden, eine zweite Niederlage im zweiten Spiel der Nations League bleibt aus. Also alles wieder gut? Mitnichten."

Spiegel: "Achterbahnfahrt beim Absteiger. Vier Tore in 15 Minuten: Nations-League-Absteiger England hat gegen die DFB-Elf einen Rückstand gedreht und konnte doch nicht siegen. Alles über die ter-Stegen-Paraden, die Aussetzer von Harry Maguire – und ein Traumtor."

Focus: "Der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ist der letzte Test vor der WM in Katar nur zum Teil geglückt. In einem wilden Spiel gab es für die Flick-Elf in England ein 3:3. Überzeugen konnte das DFB-Team aber nur phasenweise."

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