14. Mai 2021 / 13:00 Uhr

Zusammenarbeit statt Konflikt in Leipzig: Kings und Lions im Zeichen des Footballs

Zusammenarbeit statt Konflikt in Leipzig: Kings und Lions im Zeichen des Footballs

Matthias Müller
Leipziger Volkszeitung
Football(1)
Gemeinsam für den Leipziger Sport. © Getty Images/SPORTBUZZER-Montage
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Die beiden Football-Teams Leipzig Lions und Leipzig Kings gehen eine Kooperation ein. Vor allem die Jugendarbeit soll davon profitieren, denn die Lions sind seit fast 30 Jahren die Ausbildungsstätte des amerikanischen Sports in der Messestadt.

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Leipzig. Seit am 22. März seitens der neuen „European League of Football“ (ELF) die Nachricht einer Teilnahme der Leipzig Kings verkündet wurde, herrschte große Ungewissheit um diese neue Größe in Mitteldeutschlands American Football Szene. Sportler sowie Funktionäre der beiden lokalen Vereine Lions und Hawks waren alle gleichsam überrascht von dieser Verkündung, erklärten sich aber für Gespräche zu einer möglichen Umsetzung, möglichen Problemen mit dem Verband sowie lokalen Strukturen sofort bereit.

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Jugendarbeit fördern

„Wir wurden alle damit ziemlich überrannt. Natürlich haben wir zeitnah den Kontakt mit den Funktionären aufgenommen. Patrick Esumè selbst meinte, dass der Standort Leipzig etwas kurzfristig gewählt wurde und alles etwas Hals über Kopf von statten ging. Allerdings haben wir auch über seine Beweggründe und vor allem die Ziele gesprochen und gemeinsame Nenner entdeckt“ - so Leipzig Lions Präsidentin Antje Stolz.

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Bei den Lions folgten daraufhin intensive interne Gespräche, denn klar war, dass die Kings irgendwie in Zukunft ihre Kader bestücken müssten. Und obwohl die ELF nicht den Auflagen des American Football Verbands Deutschland (AFVD) unterliegt, gibt es für die Kaderstärke der ELF- Teams europäisch festgelegte Herkunftskriterien. Außerdem würden Spieler deutscher Vereine bei einer Teilnahme an der ELF laut Verband „illegalen Spielbetrieb“ betreiben und mit einer Strafe rechnen müssen.

Jedoch konnten die Funktionäre der Leipzig Kings um Coach Fred Armstrong wie schon in den Stadiongesprächen mit der BSG Chemie auch die Präsidentin des Football – Urgestein Leipzigs überzeugen. „Wir haben erstmal intern heiß diskutiert, denn das läuft bei uns immer so ab. Demnach sind wir zu dem Schluss gekommen, dass es am Ende um den Sport geht. Wir standen bei den Lions immer für Zusammenarbeit statt Konflikt und wer bei uns nach Hilfe fragt bekommt sie auch. Deshalb werden wir in Zukunft mit den Kings kooperieren. Uns liegt schon immer die Jugendarbeit sehr am Herzen und genau hier können wir die Kings unterstützen.“

Tryout am Samstag

Die Lions sind seit fast 30 Jahren die Football-Schule in Leipzig. Als solche versprechen sie sich von einer nachhaltigen Zusammenarbeit mit den Kings, dass die Profi Abteilung die Reichweite der schulischen Aktivitäten noch mehr erhöht. Die kontaktlose Variante des Flagfootballs wird seitens der Löwen bereits erfolgreich an zahlreiche sächsische Schulen getragen, was in diesem Jahr erstmalig sogar eine Bundesligamannschaft hervorgebracht hat.

Wie die Mannschaft der Kings in diesem Jahr jedoch aussehen wird, entscheidet sich wohl vorrangig beim großen Tryout am Samstag. Interessierte können sich über die sozialen Kanäle der Kings informieren und sich vor den Coaches um Fred Armstrong zeigen. Und wer weiß, vielleicht läuft es wie im Film „Invincible“ mit Mark Wahlberg und es findet sich ein unverhoffter Athlet auf dem Weg zum Football-Profi.