19. Dezember 2019 / 17:04 Uhr

"Wie aus dem Nichts" zusammengebrochen: Neue Erkenntnisse zum verstorbenen Schalke-Fan

"Wie aus dem Nichts" zusammengebrochen: Neue Erkenntnisse zum verstorbenen Schalke-Fan

Alexander Flohr und Marcel Westermann
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ein Schalke-Fan verstarb während des Spiels in Wolfsburg
Ein Schalke-Fan verstarb während des Spiels in Wolfsburg
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Es war der Schock-Moment während des Bundesliga-Spiels zwischen dem VfL Wolfsburg und Schalke 04 am Mittwochabend: Ein Gelsenkirchener Fan war auf dem Weg zur VW-Arena schwer gestürzt und später im Krankenhaus verstorben. Beide Fanlager stellten in der zweiten Halbzeit den Support für die Fußballer ein. Jetzt gibt es neue Erkenntnisse, die Anteilnahme ist groß.

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Die Schock-Nachricht sickerte im Verlauf der ersten Halbzeit durch. Plötzlich war es ganz ruhig im Stadion, in der Nordkurve wurde aus Anteilnahme ein Banner mit der Aufschrift "Ruhe in Frieden" hochgehalten. Der Fußball rückte in den Hintergrund. Stadionsprecher Georg Poetzsch bestätigte den Vorfall über das Stadionmikrofon. Manager Jörg Schmadtke erklärte: "Du kommst raus und hast keine Stimmung im Stadion, das ist schwierig für die Spieler, weil sie nicht wissen, warum, was ist hier eigentlich passiert? Deshalb haben wir von der Tribüne aus auf eine Durchsage gedrängt, damit die Spieler Bescheid wissen, das macht dann die Sache nicht besser, aber man kann die Sache leichter einordnen." Das Stadionprogramm wurde angepasst, Weihnachtsmusik nach dem Schlusspfiff blieb aus, die Wolfsburger verzichteten auf die geplante Ehrenrunde durch die Arena.

Bei dem Verstorbenen handelt es sich offenbar um ein bekanntes Gesicht aus der Schalker Fanszene. Dort wurde er ausschließlich Drüse genannt - ein S04-Anhänger, der so gut wie kein Spiel verpasste, immer in der Kurve stand und seine Mannschaft nach vorn peitschte. "Ruhe in Frieden Drüse! Du warst überall, wo Schalke gespielt hat!", postete der Supporters Club der Königsblauen auf Twitter zusammen mit einem Bild. Und weiter hieß es: "Ein Schalke-Spiel ohne dich? Undenkbar! Der Schalke-Fanclub da oben ist jetzt wieder ein Stück reicher geworden, hier unten wirst du fehlen! Ein letztes Glück Auf!"

Die Bilder zur Bundesliga-Partie des VfL Wolfsburg gegen den FC Schalke 04

Wolfsburgs Maximilian Arnold (links) und Schalkes Daniel Caligiuri schauen dem Ball hinterher. Zur Galerie
Wolfsburgs Maximilian Arnold (links) und Schalkes Daniel Caligiuri schauen dem Ball hinterher. ©

Auf dem Weg zum Stadion war der Mann schwer gestürzt, nach Augenzeugen-Berichten lange behandelt und dann ins Krankenhaus gebracht worden. Hinweise auf Fremdeinwirkung gibt es nicht. Der 41-Jährige sei auf dem Weg ins Stadion "wie aus dem Nichts" zusammengebrochen, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. "Zur Krankengeschichte ist uns nichts bekannt." In der Klinik erlag der Fan schließlich seinen Verletzungen.

"Ich kann den Hinterbliebenen nur mein Mitgefühl ausdrücken. Wenn so etwas auch noch kurz vor Weihnachten geschieht, ist es das Tragischste, was passieren kann. Ein großes Kompliment an das ganze Stadion dafür, wie die Leute mit der Situation umgegangen sind", sagte VfL-Trainer Oliver Glasner geschockt und erinnerte sich an einen ähnlich tragischen Fall aus seiner aktiven Zeit: "Als ich 1998 zum ersten Mal Cup-Sieger wurde, waren wir am Feiern, mit Empfang in der Stadt, alle waren in Ekstase. Da hat uns die Nachricht ereilt, dass unser Co-Trainer beim Autounfall tödlich verunglückt ist. Dann war auf die Sekunde alles erledigt."

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Auch die Schalker und Wolfsburger Profis waren nach dem Spiel bedrückt. Ex-VfLer Daniel Caligiuri postete bei Instagram: "Wir sind alle geschockt und fassungslos, was passiert ist. Ich wünsche der Familie und den Angehörigen viel Kraft." Amine Harit schrieb auf seinem Profil: "Heute ist der Fußball nicht wichtig. Großen Respekt an die Fans, wir gedenken alle dem verstorbenen Fan." Nassim Boujellab ergänzte: "Wir sind fassungslos über die traurigen Nachrichten. Mein tiefstes Beileid geht an die Familie unseres verstorbenen Fans und ich wünsche der Familie viel Kraft."