23. Oktober 2020 / 16:13 Uhr

Zuschauer-Frage: Innenministerium befürwortet einheitlichere Regeln bei Bundesliga-Spielen

Zuschauer-Frage: Innenministerium befürwortet einheitlichere Regeln bei Bundesliga-Spielen

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Das Innenministerium befürwortet ein einheitlicheres Vorgehen bei der Entscheidung über Zuschauer.
Das Innenministerium befürwortet ein einheitlicheres Vorgehen bei der Entscheidung über Zuschauer. © 2020 Getty Images
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Die Entscheidung darüber, ob bei einem Bundesliga-Spiel Zuschauer ins Stadion dürfen, wird aktuell von den örtlichen Behörden getroffen – mit teils unterschiedlichen Maßstäben. Das Innenministerium hat sich nun dafür ausgesprochen, den Prozess zu vereinheitlichen.

Derzeit gibt es einen bundesweiten Flickenteppich, was die Entscheidung über Zuschauer in der Bundesliga anbelangt. Da die örtlichen Gesundheitsämter vor jedem Profi-Spiel entscheiden, ob Zuschauer zugelassen werden, fällt die Entscheidung für jede Partie anders aus. Die Bundesregierung hat diese Vorgehensweise nun kritisiert: Was angesichts der gestiegenen Corona-Infektionszahlen im konkreten Fall sinnvoll sei, sei zwar Sache der örtlichen Ämter, betonte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Freitag in Berlin. Die Bundesregierung appelliere aber an die Verantwortlichen, "hier zu einem einheitlichen Verfahren zu kommen".

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Am Sonntag läuft eine Testphase aus, die eine Konferenz der Länder-Chefs beschlossen hatte und nach der je nach örtlichem Infektionsgeschehen bis zu 20 Prozent der maximalen Zuschauerauslastung in die Stadien können. Wie es ab Sonntag weitergeht, ist noch unklar. Der Deutsche Olympische Sportbund hatte sich am Freitag dafür ausgesprochen, die Testphase zu verlängern. Der Ministeriumssprecher ließ diese Frage am Freitag offen. Das Hygienekonzept des Deutschen Fußball-Bundes gelte nach wie vor. Nichtsdestotrotz sei es vor dem Hintergrund eines stärkeren Infektionsgeschehens sinnvoll, auch Konzepte, die man erarbeitet hat, zu überprüfen.

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Am vergangenen Wochenende waren bei der Partie der TSG Hoffenheim gegen Borussia Dortmund in Sinsheim (0:1) wegen eines niedrigen Inzidenzwerts noch 6.030 Zuschauer zugelassen, während in vielen anderen Stadien schon wieder vor leeren Rängen gekickt wurde. An diesem Wochenende sieht es nicht anders aus: Bei Union Berlin und dem VfL Wolfsburg sind Zuschauer in einem bestimmten prozentualen Anteil gestattet, in den meisten anderen Arenen dürfen nur wenige oder gar keine Fans dabei sein.

Das Ministerium dürfte damit zumindest bei einigen Klub-Verantwortlichen auf offenen Ohren treffen: Zahlreiche Liga-Bosse hatten bereits Ähnliches gefordert. So sprach sich zuletzt etwa Geschäftsführer Michael Meeske vom VfL Wolfsburg für eine frühere Entscheidung darüber ausgesprochen, ob die Bundesliga-Spiele vor Zuschauern stattfinden dürfen. Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge hatte zudem beklagt, dass je nach Standort unterschiedliche Maßstäbe für die Entscheidung zu Rate gezogen werden.