21. Juli 2020 / 10:27 Uhr

Dauerkarten-Verkauf in der Bundesliga: So läuft die Ticket-Verteilung bei den Klubs

Dauerkarten-Verkauf in der Bundesliga: So läuft die Ticket-Verteilung bei den Klubs

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Fans sollen zur neuen Bundesliga-Saison ins Stadion zurückkehren. Die Klubs gehen mit der Situation unterschiedlich um.
Fans sollen zur neuen Bundesliga-Saison ins Stadion zurückkehren. Die Klubs gehen mit der Situation unterschiedlich um. © Getty Images/Montage
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Wie sieht die Dauerkartenregelung für die kommende Saison bei den Bundesligisten aus? Diese Frage stellen sich aktuell viele Fans. Aufgrund der beschränkten Besucherzulassung müssen manche Klubs Kritik bei der Ticket-Vergabe einstecken.

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Die eine perfekte Lösung gibt es in dieser Frage wohl nicht: Wie sollen die Bundesliga-Klubs mit der beschränkten Besucherzulassung in der kommenden Saison umgehen? Die Vereine packen dieses Thema unterschiedlich an. Einige Klubs haben schon eine Entscheidung getroffen. Der SPORTBUZZER fasst zusammen, wie die Planungen der 18 Bundesligisten aussehen.

FC Bayern München

Der Rekordmeister gab bereits bekannt, dass die Jahreskartenbesitzer bei einer verringerten Befüllung der Allianz Arena ein Exklusiv-Recht erhalten werden. Die Fans seien dabei nicht an ihre Jahreskartenkategorie gebunden. Falls die Anzahl der Bewerbungen die Anzahl der zur Verfügung stehenden Plätze übersteigt, erfolge die Zuteilung im Losverfahren. Neuanfragen für Dauerkarten nimmt der Rekordmeister aktuell nicht an.

Borussia Dortmund

Beim BVB wird der Dauerkartenverkauf nicht gestartet, bisherige Inhaber von Saison-Tickets behalten aber ein Vorgriffsrecht. "Wir wissen ja nicht, was wir den Fans anbieten können", sagte BVB-Marketingchef Carsten Cramer. Laut Cramer wird gerade mit den Fans über ein Konzept diskutiert, wie man bei einer teilweise Rückkehr von Zuschauern vorgehen könnte. "Es hilft nämlich nichts, Regelungen zu entwickeln, die uns ein Gefühl der Sicherheit geben, aber von den Anhängern in keinster Weise akzeptiert werden", erklärte Cramer der Bild: "'Genauigkeit vor Schnelligkeit‘ ist dabei für allen Partien das oberste Gebot."

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RB Leipzig

Bereits 18.000 Dauerkarten-Abos wurden bereits verlängert. Die Option "Bundesliga Plus" (Stammplatz-Garantie für alle weiteren Heimspiele im DFB-Pokal und Europapokal) war bis zum 20. Juli möglich, ab dem 24. Juli beginnt der Klub mit der Verlängerungsphase für die Dauerkarten "Bundesliga" (nur Bundesliga-Spiele, kein Vorkaufsrecht bei anderen Partien). "Grundsätzlich wird es keine neue Dauerkarten geben. Sollten Fans ihre Dauerkarte jedoch nicht verlängern, werden wir diese Rückläufer als neue Dauerkartenplätze verlosen", teilt RB mit.

Borussia Mönchengladbach

Inhaber der "Dauerkarte Plus" erhalten nach der automatischen Verlängerung ihre Karte zugeschickt. Inhaber der Saisonkarte hatten bis zum 19. Juli Zeit, ihr Abonoment zu verlängern. "Aufgrund der noch unklaren Situation hinsichtlich Zuschauerbeschränkungen ist die Dauerkarte erst zur Rückrunde gültig. In der Hoffnung, dass dann wieder Spiele mit einer entsprechenden Zuschauerzahl erlaubt sind", teilt der Klub mit. Die Dauerkarten werden daher auch nur mit 50 Prozent des eigentlichen Preises berechnet. "Dieser Preis gilt für alle Heimspiele der Rückrunde, unabhängig davon, ob es acht oder neun sein werden", schreibt die Borussia.

Bayer Leverkusen

Bayer hat seinen Fans bereits vorsorglich eine spätere Bezahlung erlaub. Mehr Infos gab der Klub bis dato noch nicht bekannt.

Sané, Meunier & Co.: Die Sommer-Zugänge der Bundesliga-Klubs 2020

Das Transfer-Fenster hat in diesem Sommer für einen Tag am 1. Juli und dann wieder ab dem 15. Juli geöffnet. Mit Leroy Sané (zum FC Bayern) und Thomas Meunier (zu Borussia Dortmund) sind schon einige namhafte Transfers über die Bühne gegangen. Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt alle Sommer-Zugänge der Bundesligisten im Überblick. Zur Galerie
Das Transfer-Fenster hat in diesem Sommer für einen Tag am 1. Juli und dann wieder ab dem 15. Juli geöffnet. Mit Leroy Sané (zum FC Bayern) und Thomas Meunier (zu Borussia Dortmund) sind schon einige namhafte Transfers über die Bühne gegangen. Der SPORTBUZZER zeigt alle Sommer-Zugänge der Bundesligisten im Überblick. ©

TSG Hoffenheim

"Wir präsentieren nun eine Lösung, mit der unsere bisherigen Dauerkartenbesitzer flexible Entscheidungen treffen können und zugleich die Option erhalten, ihren Stammplatz für die Zukunft zu behalten", sagt TSG-Geschäftsführer Frank Briel. Sollte es zu Spielen mit Zuschauerteilausschlüssen kommen, erhalten die Dauerkartenbesitzer aus der vergangenen Bundesliga-Serie ein Vorkaufsrecht.

VfL Wolfsburg

Die Wölfe bieten ihren Fans eine "möglichst hohe Fanfreundlichkeit und Flexibilität" an. Erst wenn feststeht, dass wieder vollständig vor Zuschauern gespielt werden kann und damit die Plätze der Dauerkarten-Inhaber ohne Einschränkung genutzt werden können, werde der entsprechende Betrag abgebucht. "Sollte es nach einem Start mit Zuschauern einen Ausschluss dieser geben, werden am Ende der Saison wieder fünf Erstattungsoptionen (anteilige Rückerstattung, Verrechnung, Gutschein, Verzicht guter Zweck, Verzicht VfL, Anm. d. Red.) für die Dauerkarten-Inhaber angeboten", teilt der VfL mit.

Eintracht Frankfurt

Kommt es zu einer Teilöffnung der Commerzbank Arena, sollen Dauerkarteninhaber beim Kauf von Tagestickets bevorzugt werden. Aus Frankfurt gibt es zur Teilrückkehr der Fans kritische Stimmen. "Ich bin immer noch für ganz oder gar nicht", sagte Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic. "Ich kann mir das mit 8.000 oder 10.000 Zuschauern im Stadion einfach nicht vorstellen. Natürlich ist es besser als nichts, aber bringt der ganze Aufwand überhaupt etwas?"

Hertha BSC

Dauerkarten für die neue Saison werden bei der Hertha zunächst nicht verkauft. "Das wäre den Fans bei der derzeitigen Unsicherheit nicht zuzumuten", sagte Hertha-Finanzchef Ingo Schiller. Weitere Schritte sind noch unklar.

FSV Mainz 05

Nach dem DFL-Leitfaden dürften in Mainz zwischen etwa 9.000 und 12.500 Zuschauer ins Stadion. "Wir haben letztes Jahr etwas über 13.000 Dauerkarteninhaber gehabt. Mit dieser Zahl kämen wir in etwa hin", sagte Mainz-Boss Stefan Hofmann bei SWR Sport. Tickets für die Heimspiele könnten also wohl nicht in den freien Verkauf gehen.

1. FC Köln

Der 1. FC Köln wies zuletzt die teilweise scharfe Kritik an der Dauerkartenregelung für die kommende Saison zurück. "Unter Abwägung zahlreicher Varianten haben sich alle beteiligten Vereinsgremien für diese Lösung entschieden. Falls zu wenige Plätze zur Verfügung stehen und gelost werden muss, wäre es unfair, wenn ein Fan, der seinen Verzicht auf eine Erstattung erklärt und damit ein finanzielles Risiko in Kauf genommen hat, nicht ins Stadion kann, während ein anderer Glück hatte", erklärte FC-Mediendirektor Tobias Kaufmann. Kritik gibt es an dem Plan, Dauerkarteninhaber, die auf eine Erstattung verzichtet haben, im Falle einer beschränkten Besucherzulassung bei der Vergabe der Plätze zu bevorzugen. Einige FC-Anhänger hatten in den sozialen Netzwerken von "Erpressung", "Frechheit", "fragwürdiger Lösung" oder dem "größten Witz aller Zeiten" gesprochen.

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FC Augsburg

"Wir möchten dies im Sinne unserer Dauerkartenbesitzer so fanfreundlich und flexibel wie möglich regeln und gleichzeitig unseren treusten Stadionbesuchern auch Vorteile bei einer möglichen Vergabe von Tickets bei reduzierter Zuschauerkapazität bieten", kündigt FCA-Geschäftsführer Michael Ströll. Somit werden alle Dauerkarten-Abos, die nicht gekündigt werden, für die kommende Saison Bestand haben, teilen die Augsburger mit. Eine Abbuchung erfolge aber erst, wenn feststeht, dass wieder ein normaler Spielbetrieb durchgeführt werden kann.

Werder Bremen

Werder-Fans haben auch für die kommende Saison die Möglichkeit, sich auf eine Dauerkarte zu bewerben. "Wenn mehr Dauerkartenwünsche eingehen, als Dauerkarten zur Verfügung gestellt werden können, werden die vorhandenen Plätze unter allen Einträgen der Interessentenliste verlost", erklärt der Klub. Eine Chance habe laut Geschäftsführer Klaus Filbry dann aber nur, wer vorher eine Dauerkarte für die gesamte Saison gekauft hat.

VfB Stuttgart

Der Aufsteiger hat sich dafür entschieden, dass bei möglichen Heimspielen mit reduzierter Zuschauerkapazität für die Hinrunde nur Tageskarten angeboten werden sollen. "Für diese Heimspiele besitzen die Dauerkarteninhaber der Saison 2019/2020 ein exklusives Vorkaufsrecht. Der reguläre Dauerkartenverkauf und damit auch die Wiederkaufsphase für alle bisherigen Dauerkarten sollen erst dann erfolgen, wenn absehbar ist, wann wieder ein regulärer Stadionbetrieb möglich sein wird", schreibt der VfB. Bis dahin bleibe der Stammplatz eines Dauerkarteninhabers auch reserviert.

Schalke 04, Arminia Bielefeld, Union Berlin und SC Freiburg

Insgesamt vier Bundesligisten wollen ihre Anhänger zu einem späteren Zeitpunkt über das Vorgehen beim Saisonticket-Verkauf informieren. Dazu zählen der FC Schalke 04, Arminia Bielefeld, Union Berlin und der SC Freiburg.