29. Oktober 2020 / 17:25 Uhr

Bundesliga wieder ohne Zuschauer – Diese Corona-Regeln gelten in Europas Top-Ligen

Bundesliga wieder ohne Zuschauer – Diese Corona-Regeln gelten in Europas Top-Ligen

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Europas Top-Ligen müssen für geraume Zeit auf die Unterstützung ihrer Zuschauer in den Stadien komplett verzichten. 
Europas Top-Ligen müssen für geraume Zeit auf die Unterstützung ihrer Zuschauer in den Stadien komplett verzichten.  © Getty Images
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Das war es vorerst wieder. In der Bundesliga, aber auch in anderen europäischen Top-Ligen dürfen Fans nicht mehr in die Stadien. Die Corona-Infektionszahlen in den einzelnen Ländern sind einfach zu hoch. Der SPORTBUZZER gibt eine Übersicht über die Regelungen in England, Spanien, Italien und Co..

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Nach der neuen Corona-Verordnung der Bundesregierung müssen Profifußballspiele und andere Profisport-Events ab dem 2. November vorerst ohne Zuschauer auskommen, andere Großveranstaltungen werden abgesagt bzw. sind verboten. Die neuen Regeln sollen bis Ende November gelten, dann wird die Lage neu beurteilt. Ein Rückschlag für die Klubs der Bundesliga, 2. Liga und 3 Liga, die in den vergangenen Monaten aufwendige Hygienekonzepte ausgearbeitet hatten, um eine Teilöffnung der Stadien für Fans zu ermöglichen. Die Verordnung von Geisterspielen hatte zuletzt unter anderem Frankfurts Vorstandsmitglied Axel Hellmann scharf kritisiert. Auch im Rest von Europa müssen Fans zumeist zu Hause und den Stadien fern bleiben. Der SPORTBUZZER gibt eine Übersicht.

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ENGLAND (Premier League)

In England rumort es gewaltig. Seit März werden in den englischen Stadien wegen der Pandemie keine Fans mehr zugelassen. Das soll voraussichtlich auch bis mindestens März 2021 so bleiben. Zu stark ist der Anstieg der Infektionszahlen auf der Insel - trotz einschneidender Maßnahmen. 24.700 neue Fälle meldete Großbritannien am Mittwoch. Regionen und größere Städte wurden vereinzelt bereits in einen Lockdown versetzt – wie im Fall von Manchester teilweise sogar erzwungenermaßen. Dort hatte sich die Regierung über den Bürgermeister hinweggesetzt. Auch viele Premier-League-Profis, die eigentlich sehr isoliert leben, trainieren und spielen, werden aktuell positiv getestet.

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Bei den Fußball-Klubs regt sich dennoch Widerstand gegen die Geisterspiele. Vor allem Verantwortliche von Manchester United machten zuletzt ihrem Ärger Luft. Collette Roche ist Chief Operating Officer der Red Devils. Sie erklärte gegenüber Sky Sport News am Mittwoch: "Wir waren sehr enttäuscht, als die Regierung im Oktober entschieden hat, keine Fans in den Stadien zu erlauben, weil wir alles vorbereitet haben, um die Rückkehr sicher durchzuführen." 23.500 Fans hätte der Rekordmeister "mit sicherer sozialer Distanz" in sein Stadion bekommen, gab sie an. Dabei habe die öffentliche Gesundheit absolute Priorität.

SPANIEN (La Liga)

Auch in der La Liga müssen die Zuschauer seit März den Stadien fern bleiben. Wie lange das so bleiben soll, steht nicht fest. Wegen des auch in Spanien dramatischen Anstiegs der Corona-Infektionszahlen (19.765 Neuinfektionen am Mittwoch) steht eine Rückkehr der Fans nicht zur Debatte. Der im ganzen Land immer wieder mit Spannung verfolgte Clásico zwischen dem FC Barcelona und Real Madrid am vergangenen Samstag hatte daher zum ersten Mal vor einer Geisterkulisse stattfinden müssen. Die Katalanen waren zuvor mit einem Antrag auf eine Zulassung von 30.000 Zuschauern in ihr 100.000 Menschen fassendes Camp Nou bei den Behörden gescheitert. "Wir dürfen nichts riskieren", sagte Gesundheitsministerin Alba Verges zu der Entscheidung. In der aktuellen Lage, sei es schwierig, überhaupt darüber nachzudenken.


FRANKREICH (Ligue 1)

Am Mittwochabend hat Staatschef Emmanuel Macron den landesweiten Lockdown in Frankreich bis zum 1. Dezember ausgerufen. 36.437 Neuinfektionen am Mittwoch wurden gezählt. Deshalb wurden Fans und Zuschauer wieder aus den Stadien des Landes verbannt. In der Ligue 1 hatte es seit Saisonstart immer wieder Zuschauerzahlen zwischen maximal 1000 in den Ballungszentren und bis zu 5000 in anderen Regionen gegeben. Die Vereine hatten sich, wie in Deutschland, um Hygienekonzepte bemüht. "Spitzen- und Profisportler werden weiter trainieren können. Und sie werden auch weiterhin an Wettkämpfen teilnehmen können, da Reisen aus beruflichen Gründen erlaubt sind", verkündete Sportministerin Roxana Maracineanu am Donnerstagmorgen. Ein Saisonabbruch wie im März scheint demnach aktuell kein Thema.

ITALIEN (Serie A)

24.988 Neuinfizierte hat Italien am Mittwoch gezählt. Schon am Montag hatte die italienische Regierung auf die stark steigenden Zahlen im Land reagiert und Zuschauer bei Großveranstaltungen und so u.a. auch in den Stadien der Serie A verboten. Zuvor waren bis zu 1000 Fans bei Fußballspielen erlaubt gewesen. Die neuen Maßnahmen gelten vorerst bis zum 24. November. Nachdem Italien bereits im Frühjahr in Europa mit am stärksten von der Pandemie betroffen gewesen war, hatte im Land ohnehin eine gewisse Zurückhaltung bzgl. der Besuche von Großveranstaltungen geherrscht.

Der italienische Profifußball kämpft zu allererst mit den Infektionen der Spieler und hat bereits so manches Chaos aus Spielverschiebungen hinter sich. So war die SSC Neapel abgestraft worden nachdem sie einer behördlichen Quarantäne nachgekommen war und zum Duell gegen Juventus Turin nicht angetreten war. Die Rossoneri hatten 45 Minuten im Stadion auf den Gegner warten müssen obwohl klar war, dass das Team von Trainer Gennaro Gattuso nicht anreisen würde. Nach Abbruch der Partie wurde Neapel per Sportgericht zum Verlierer verurteilt.