16. September 2020 / 18:16 Uhr

Zuschauer in Brandenburg: 20-Prozent-Regel auch für Regionalliga

Zuschauer in Brandenburg: 20-Prozent-Regel auch für Regionalliga

Tobias Gutsche
Märkische Allgemeine Zeitung
Das Stadion der Freundschaft von Energie Cottbus.
Das Stadion der Freundschaft von Energie Cottbus. © Oliver Schwandt
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Die Bundesländer haben eine einheitliche Linie für die Teil-Rückkehr von Fans bestimmt. Brandenburg möchte das Gesetz noch diesen Monat anpassen. Profitieren könnten auch die Fußball-Clubs Energie Cottbus und SV Babelsberg 03.

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Nach der Festlegung einer bundeseinheitlichen Linie für die Teil-Rückkehr von Zuschauern im Sport warten Vereine in Brandenburg und Berlin auf die genaue Rechtsauslegung in ihren Ländern. Ein Sprecher von Fußball-Bundesligist Hertha BSC teilte mit, zunächst abwarten zu müssen, wann und wie Berlin seine geltende Verordnung anpasst. Aktuell sind in der Hauptstadt Großveranstaltungen mit maximal 5000 Anwesenden erlaubt. Auf diese Zahl beruft sich auch Stadtrivale Union Berlin für seinen Erstliga-Saisonstart am Samstag gegen den FC Augsburg.

Theoretisch dürften aber nur 4400 Fans kommen, wenn die am Dienstag von den Staatskanzlei-Chefs der Bundesländer getroffene Vereinbarung angewendet werden würde. Diese sieht in einem sechswöchigen Testbetrieb eine maximale Stadion- oder Hallenauslastung im Fußball, Handball, Basketball Eishockey und Volleyball von 20 Prozent vor, wenn die Zahl der Zuschauer die 1000er-Marke übersteigt.

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Auch mehr als 20 Prozent, wenn weniger als 1000 Zuschauer

Laut aktueller Verordnung in Brandenburg sind maximal 1000 Zuschauer bei Events erlaubt. Regierungssprecher Florian Engels teilte auf SPORTBUZZER-Anfrage mit, dass die neue Empfehlung in der nächsten Landesverordnung berücksichtigt werden solle – möglichst noch im September. Er betonte, dass sich die 20-Prozent-Richtlinie nicht auf Sportveranstaltungen beziehe, bei denen weniger als 1000 Zuschauer kommen. Die Volleyball-Bundesligisten SC Potsdam (Frauen) und Netzhoppers KW-Bestensee (Männer) werden demnach gemäß ihrer Konzepte wohl weiter mit annähernd 1000 beziehungsweise 350 Zuschauern planen können, obwohl die Hallenauslastung damit höher als ein Fünftel ist. Frauenfußball-Bundesligist Turbine Potsdam prüft bereits eine Neufassung des bestehenden Konzepts, wie Geschäftsführer Stephan Schmidt bestätigte. Bei 20 Prozent Auslastung des Karl-Liebknecht-Stadions wären 2100 Besucher möglich. „So viele kamen zuletzt leider nur in seltenen Fällen. Aber bei einem Schnitt von 1400 bis 1500 würde uns mehr Spielraum helfen“, so Schmidt.

Und obwohl bei der Vereinbarung hauptsächlich von Profiligen geredet wurde, dürfen sich auch Brandenburger Clubs außerhalb dieses Bereichs Hoffnungen auf ein Okay für mehr als 1000 Zuschauer machen. Vor allem der FC Energie Cottbus und SV Babelsberg 03, die am Sonntag in Potsdam aufeinandertreffen. Die neue Regelung solle auch für die Fußball-Regionalliga Nordost gelten, teilte Engels mit. Es wird zu klären sein, welche Zuschauermengen jenseits von 1000 dann tatsächlich unter Einhaltung der Mindestabstände realisierbar sind – und was vielleicht darüber hinaus, wenn zum Beispiel die Maskenpflicht in den Stadien ausgeweitet werden würde.