21. Juli 2019 / 10:31 Uhr

Kritik an Zuschauerschwund: TSV Stelingen verteidigt Garbsener Stadtmeisterschaft

Kritik an Zuschauerschwund: TSV Stelingen verteidigt Garbsener Stadtmeisterschaft

Nicola Wehrbein
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Dickes Grinsen: Stelingens Kapitän Niclas Langhans nimmt den Wanderpokal der Garbsener Stadtmeisterschaft entgegen. 
Dickes Grinsen: Stelingens Kapitän Niclas Langhans nimmt den Wanderpokal der Garbsener Stadtmeisterschaft entgegen.  © Christian Hanke
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Sie haben es wieder getan: Der TSV Stelingen hat die Garbsener Stadtmeisterschaft verteidigt und kann den Wanderpokal wieder in die Vitrine stellen. Gegen die U19 des TSV Havelse glänzte allen voran Enes-Bayram Demirsory mit einem Dreierpack. Kurios: Im Spiel um Platz drei einigten sich der TSV Berenbostel und TuS Garbsen darauf, das "ewige" Elfmeterschießen mit einem absichtlichen Fehlschuss zu beenden. 

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Exakt zwei Wochen lief das Turnier auf der Sportanlage am Kochslandweg. Nun steht der Sieger fest. Titelverteidigung geglückt: Die Mannschaft vom TSV Stelingen ist alter und neuer Garbsener Stadtmeister. In einer Wiederauflage des Vorjahres-Endspiels setzten sich die Stelinger mit 4:2 (2:1) gegen die U19 des TSV Havelse durch.

Kuriose Einigung: Garbsen verschießt Elfer absichtlich

„Ein hochverdienter Erfolg“, wie Coach Marko Orsolic betonte. Dritter wurde der TSV Berenbostel vor Gastgeber TuS Garbsen – zumindest offiziell. Trainer und Spieler beider Teams verständigten sich darauf, das schier „unendliche“ Elfmeterschießen abzukürzen, TuS-Kapitän Felix Avila verschoss absichtlich. Die Prämie wurde freundschaftlich geteilt.

Finale: Drei Tore in ersten zehn Minuten

Das Bezirksliga-Männerteam vom TSV Stelingen agierte im Finale der Garbsener Stadtmeisterschaft gegen die Havelser Youngster vom Anpfiff weg sehr druckvoll. Ob es ein gezielter Torschuss war oder eher eine verunglückte Flanke, darüber gehen die Meinungen auseinander, sei es drum: Der Versuch von Stelingens Benjamin Hartmann drehte sich vom Innenpfosten ins Netz (5.). Kurz darauf erzielte Enes-Bayram Demirsoy mit einem sehenswerten Drehschuss das 2:0 (9.). Während Demirsoy und Co. noch jubelten, gelang Nikos Elfert der Anschluss für den Regionalliga-Nachwuchs aus Havelse (10.).

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Demirsoy macht den Unterschied

Nach Wiederanpfiff sorgte der herausragende Demirsoy mit einem schnellen Zweierpack für die Vorentscheidung (48., 52.). Ilir Qela konnte im weiteren Verlauf nur noch verkürzen (62.). „Wir haben jeweils die Anfangsphase verpennt, ein Doppelschlag zu Beginn, einer im Anschluss an die Pause“, konstatierte Havelses Trainer Stefan Gehrke. „Ansonsten war es eine ausgeglichene Partie.“

Wanderpokal bleibt - Orsolic entspannt in Kroatien

Seine junge Truppe habe halt Lehrgeld zahlen müssen, „Stelingen hat uns mit Erfahrung ausgestochen.“ Orsolic freute sich derweil über „ein klasse Spiel“ seiner Elf: „Es hat Spaß gemacht, von der Bank aus zuzuschauen. Wenn der Trainer ruhig ist, läuft die Sache gut. Wir haben die Räume eng gemacht und den Gegner nicht zur Entfaltung kommen lassen.“ Dass der Coup in einer langen Nacht ausgiebig begossen wurde, versteht sich von selbst. Der Wanderpokal hat ohnehin schon einen Stammplatz im Stelinger Klubheim. Orsolic verabschiedete sich derweil fürs erste in den Kroatien-Urlaub.

Spiel um Platz drei: Rassiges 4:4

Ins Endspiel eingezogen waren die Stelinger dank eines glücklichen 3:2-Last-Minute-Sieges über den TSV Berenbostel. Im anderen Halbfinale vom Freitagabend hatte sich Havelses U19 mit 8:1 gegen TuS Garbsen behauptet. Das Duell der Verlierer der Vorschlussrunde endete regulär 4:4 (2:0). Die Berenbosteler führten zur Pause durch Sascha Kothe (33.) und Yannick Wiesberg (43.).

Bilder vom Finale der Garbsener Stadtmeisterschaft: TSV Havelse (U19) gegen TSV Stelingen

Dickes Grinsen: Stelingens Kapitän Niclas Langhans nimmt den Wanderpokal der Garbsener Stadtmeisterschaft entgegen.  Zur Galerie
Dickes Grinsen: Stelingens Kapitän Niclas Langhans nimmt den Wanderpokal der Garbsener Stadtmeisterschaft entgegen.  ©
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Elfer-Lotterie: Avila verschießt absichtlich

Doch die stark ersatzgeschwächte TuS-Elf bewies Moral, Daniel Thomaschewski schlug doppelt zurück (53., 72.). Ibrahim Kalyon schoss erneut das Team von Trainer Ahmet Cagli in Front (80.). Sven Sulowski gab die passende Antwort (84.). Claas Petermann besorgte das 4:3 für den TSV (88.), bevor Simon Gessner den Endstand markierte (89.). Das anschließende Elfmeterschießen dauerte ewig lange, ein Schütze nach dem anderen versenkte die Pille vom Punkt. „Irgendwann haben wir uns darauf geeinigt, das Ganze abzukürzen. Schließlich warteten alle auf den Anpfiff des Endspiels“, schildert TuS-Coach Martin Kummer, Kapitän Avila verschoss gewollt. Berenbostels Can Günay setzte den Schlusspunkt.

"Maue Veranstaltung"

Wirklich zufrieden war Kummer am Ende des Tages nicht. Und sein Unmut bezog sich keineswegs auf die Leistung seiner personell gebeutelten Elf im kleinen Finale. Vielmehr lief das Turnier im übertragenen Sinne einfach nicht rund. „Wir hatten alles gut angerichtet. Aber es kam wenig rüber. Die Zuschauerresonanz war enttäuschend und das Sportliche bis auf einzelne Spiele ebenfalls.“ Insgesamt sei die Stadtmeisterschaft eine ziemlich „maue Veranstaltung“ gewesen, so Kummer.

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