26. Dezember 2020 / 09:58 Uhr

Zuversicht trotz Pandemie: Inter Leipzig zwischen Lockdown und Vorfreude auf das neue Jahr

Zuversicht trotz Pandemie: Inter Leipzig zwischen Lockdown und Vorfreude auf das neue Jahr

Andreas Neustadt
Leipziger Volkszeitung
inter leipzig
Inter Leipzig hat im kommenden Jahr viel vor. © PICTURE POINT
Anzeige

Wie alle Sportvereine der Messestadt ist der FC International Leipzig vom Corona-Lockdown betroffen: Trainings- und Spielbetrieb ruhen sowohl für das Oberliga-Team als auch für die Nachwuchsmannschaften. Geschäftsführer Holger Herzberg blickt dennoch zuversichtlich nach vorn und freut sich auf einen „Quantensprung“ für den Verein im neuen Jahr.

Anzeige

Leipzig. Auch für den FC Inter ist die Corona-Problematik derzeit Thema Nummer eins. "Besonders für die Jugendarbeit sind die Einschränkungen durch die Pandemie ein großes Problem. Die Mädchen und Jungen wollen natürlich raus und Fußball spielen – aber das geht eben zurzeit nicht. Jetzt spielt sich die gesamte Freizeitgestaltung wieder vorrangig in den heimischen vier Wänden ab“, sagt Herzberg und das sei auf Dauer nicht gut.

Anzeige

Im Gegensatz zum Frühjahr, als alle von der Corona-Situation "irgendwie gefangen waren und es zunächst keine großen Diskussionen gab", herrsche jetzt Unsicherheit - bei Jugendlichen und Erwachsenen gleichermaßen, da derzeit niemand sicher sagen kann, wann es weiter geht. "Die fehlende Perspektive beschäftigt derzeit viele – sicher nicht nur in unserem Verein. Wir führen viele Gespräche mit Trainern und Spielern."

Mehr zum Fußball

Aktuell hat der Verein 150 Mitglieder aus rund 15 Nationen - und die Tendenz ist trotz der aktuellen Corona-Zwangspause nicht rückläufig. "Mit dem integrativen Konzept hat sich der Verein seit seiner Gründung 2013 durch die Fußballenthusiasten um Trainer Heiner Backhaus offensichtlich auch international einen Namen gemacht", sagt Holger Herzberg. "Unsere sportliche Leitung – Trainer Zoran Levnaic und Sportdirektor Carsten Hänsel - bekommen immer wieder Anfragen von Spielern aus Asien, Afrika, aus Amerika und aus ganz Europa, die sich bei INTER präsentieren und vielleicht auch einmal den Sprung in höhere Spielklassen schaffen wollen."

Frauen-Team und Lauf-Abteilung

Das zeigt unter anderem das Beispiel Kimmo Hovi. Der inzwischen 26-jährige Angreifer aus Finnland spielte von 2016 bis 2018 für INTER und erzielte 33 Tore in 56 Spielen. Über den Chemnitzer FC und Union Fürstenwalde fand er im Sommer den Weg zum Regionalliga-Spitzenreiter FC Victoria Berlin und ist hier aus dem Team nicht mehr wegzudenken. In den bislang elf Saisonspielen erzielte er sechs Tore und hat sich damit längst in die Notizbücher von Trainern höherklassiger Vereine gespielt.


Während die Oberligakicker des Vereins „weiter in der Oberliga oben mitspielen wollen und auch der Aufstieg in die Regionalliga ein Ziel bleibt", sagt Herzberg, gehe es im Nachwuchs vor allem darum, Kindern und Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung anzubieten, ein Vereinsleben zu organisieren und Teamgeist zu entwickeln. Aktuell sind alle Altersklassen doppelt besetzt. Insgesamt 15 Trainer kümmern sich um den Nachwuchs und die 2. Mannschaft (1. Kreisklasse).

Dabei geht es nicht nur um professionelle Arbeit auf dem Rasen. „Unsere Nachwuchstrainer lösen auch so manches Problem des Alltags, helfen bei Ämtergängen oder überlegen, was in diesem Jahr statt der traditionellen Weihnachtsfeier passieren kann“, sagt Herzberg. Und das sind noch längst nicht alle Themen, die INTER derzeit auf dem Zettel hat. So wurde auch schon der Aufbau einer Frauenfußballmannschaft diskutiert. Außerdem wolle man schauen, wie man das Angebot des Vereins weiter ausbauen könne – zum Beispiel mit einer Lauf-Abteilung, blickt Holger Herzberg voraus.

Eigener Platz im Frühjahr

Bis solche Ideen allerdings Realität werden können, muss ein großes Problem gelöst werden. "Wir haben noch keine eigene Spielstätte und sind deshalb auf verschiedenen Plätzen zu Gast - sowohl im Training als auch bei den Spielen", erklärt der Geschäftsführer. Während das Oberliga-Team aktuell in Machern trainiert und seine Heimspiele im Torgauer Hafenstadion austrägt, nutzen die Nachwuchsmannschaften unter anderem die Sportanlage „Aktive Senioren“ in der Döllingstraße und die des SV Lok Nordost in Mockau.

„Den Vereinen sind wir für ihre Gastfreundschaft sehr dankbar. Aber natürlich wollen wir bald auf unserer eigenen Anlage kicken“, sagt Herzberg. Aktuell entsteht deshalb im Auftrag des Vereins am Mariannenpark ein Kunstrasenplatz, der im Frühjahr eröffnet werden soll. Dann haben zumindest alle FC-Inter-Teams unterhalb der Oberligamannschaft die heißersehnte eigene Heimstätte.

"Damit bekommen wir ganz neue Bedingungen für unsere Teams. Wir können unter Flutlicht trainieren und damit viel entspanntere Trainingszeiten anbieten. Das ist für unseren Verein ein echter Quantensprung", freut sich Holger Herzberg. Und auch mit der ersten Mannschaft will der Geschäftsführer perspektivisch dauerhaft in der Messestadt spielen: " Wir sind schließlich der FC International Leipzig."