27. April 2021 / 14:30 Uhr

Zwei Abwehrrecken mit Ambitionen: Chemie Leipzigs Wajer und Halili fordern Zwickau im Pokal-Viertelfinale

Zwei Abwehrrecken mit Ambitionen: Chemie Leipzigs Wajer und Halili fordern Zwickau im Pokal-Viertelfinale

Jens Fuge
Leipziger Volkszeitung
Wajer und Halili
Haben ein klares Ziel vor den Augen: Chemie Leipzigs Manuel Wajer (l.) und Burim Halili. © Christian Modla/Dennis Weißflog
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Chemie Leipzig will unbedingt den Sachsenpokal gewinnen. Damit das Realität werden kann, müssen die Grün-Weißen am Samstag im Viertelfinale Zwickau schlagen. Wie das funktionieren kann, weiß Manuel Wajer, der vor drei Jahren schon einmal den FSV bezwungen hat. Zudem hat der 26-Jährige frisch einen neuen Vertrag bei den Leutzschern unterschrieben. 

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Leipzig. Auf den Tag genau vor sechs Monaten absolvierte die BSG Chemie ihr letztes Pflichtspiel gegen den Chemnitzer FC. Exakt 181 Tage später kommt der FSV Zwickau im Sachsenpokal nach Leutzsch. Damals wie heute dabei: Manuel Wajer und Burim Halili. Linksverteidiger Wajer spielt seit sechs Jahren in Leutzsch und verlängerte soeben seinen Vertrag bis 2022. Der gebürtige Kosovare Halili kam im Januar 2020 vom insolventen FC Rot-Weiß Erfurt und ist aus der Innenverteidigung nicht mehr wegzudenken. Seine Unterschrift fehlt allerdings noch für die kommende Saison.

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Die Spezialität des 1,90 m-Mannes Wajer, der 2015 von Brandenburg-Süd zu Chemie in die Landesliga wechselte, sind rasante Läufe in die gegnerische Hälfte. Technisch stark, kann Wajer auch mal einen gegnerischen Spieler aussteigen lassen und schießt gern mal auf des Gegners Tor. Immerhin elf Treffer erzielte der Brandenburger so in seinen bisher 166 Pflichtspielen für die BSG. Die Vertragsverlängerung war für ihn Formsache: „Ich bin stolz, nun auch in der siebenten Saison in Folge mit dem Fünfeck auf der Brust auflaufen zu dürfen. Was wir gemeinsam in den letzten Jahren erreicht haben, ist einfach nur Wahnsinn und nicht mit Worten zu beschreiben.“

Nicht eine einzige Saison hat hingegen Burim Halili, der heute 23 Jahre alt wird, in den letzten drei Jahren zu Ende spielen können. Zunächst die Pleite des FC Rot-Weiß Erfurt, dann zweimal Abbruch der Saison durch Corona – es ist wie verhext für den in Halle/Saale aufgewachsenen Abwehrspieler. Gegen Pokalgegner Zwickau hat er einen klaren Plan: „Wir müssen den Schalter finden und auf Pflichtspielmodus umschalten. Wir wollen den Pokal gewinnen, auch wenn das schwer ist, aber am Ende spielt man, weil man gewinnen will.“ Seine Mannschaft sieht er keineswegs chancenlos, die große Stärke des Überraschungs-Dritten der abgebrochenen Saison: „Das Mannschaftsklima ist gut, wir verstehen uns alle, vor allem auf dem Platz, das ist ja das wichtige. Jeder kämpft für jeden. Das macht echt Spaß!“

"Ist Einstellungssache"

Indes ist Halilis nähere Zukunft noch ungeklärt. Sein klares und ehrgeiziges Ziel ist Liga 3, leicht macht er es sich aber nicht: „Ich fühle mich bei Chemie wohl, wir gehen offen und ehrlich miteinander um. Ich habe einen guten Draht zum Trainer und zum Sportlichen Leiter, wir wissen voneinander, wie wir jeweils darüber denken - deshalb wird sicher bald eine Entscheidung kommen. Es geht ja um meine Zukunft, da man muss sich genau überlegen, was der richtige nächste Schritt ist.“

Manu Wajer hat indes genaue Vorstellungen über die kommende Zeit. Er fühlt sich glücklich mit seiner Arbeit in der Bauleitung eines Bauträgers. Er steht gerade auf der Baustelle eines zu sanierenden Hauses, als er die Chancen gegen Zwickau einordnet: „Es ist vor allem Einstellungssache. Wir gehen mit einem guten Plan ins Spiel, auch wenn der Rhythmus fehlt. Ein Heimspiel ist immer ein Vorteil, weil wir den Platz genau kennen, auch wenn unsere Fans leider wieder fehlen.“ Und vielleicht klappt es ja wieder mit einem Treffer gegen Zwickau. Beim Pokalsieg vor drei Jahren gelang Wajer im Achtelfinale beim 4:2 gegen Zwickau ein Tor. Und auch beim Test gegen Magdeburgs U19 (4:0) am vergangenen Wochenende traf Wajer. Wie übrigens auch Burim Halili (neben Fassbender und Luis). Wenn das kein gutes Omen ist…

Auch Abwehrspieler Benjamin Schmidt verlängerte seinen Vertrag um ein weiteres Jahr bis 2022. Damit ist er der Rekordspieler der aktuellen Mannschaft, spielt seit 1996 mit einer kurzen Unterbrechnung in Leutzsch und absolvierte 226 Pflichtspiel-Einsätze mit sieben Torerfolgen.