20. Februar 2018 / 12:25 Uhr

Zwei Fußballwelten der Extreme: Aber keine Ausreden bei RB Leipzig

Zwei Fußballwelten der Extreme: Aber keine Ausreden bei RB Leipzig

Anne Grimm
Leipziger Volkszeitung
RB-Trainer Ralph Hasenhüttl wollte die äußeren Umstände nicht als Ursache für die Niederlage bei Eintracht Frankfurt gelten lassen. 
RB-Trainer Ralph Hasenhüttl wollte die äußeren Umstände nicht als Ursache für die Niederlage bei Eintracht Frankfurt gelten lassen.  © Getty Images
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Nach der 1:2-Niederlage in Frankfurt hadert RB Leipzig mit seiner Leistung. Die ungewöhnlichen Rahmenbedingungen waren nicht entscheidend für den Ausgang des Spitzenspiels samt gelbem Kartenfestival in Frankfurt, sind sich die Beteiligten einig.

Leipzig/Frankfurt/Neapel. RB Leipzig durchlebte innerhalb von fünf Tagen zwei Fußballwelten der Extreme: Das Kontrastprogramm zwischen dem 3:1-Sieg in der Europa League beim SCC Neapel und der 1:2-Niederlage im Bundesligaspitzenspiel bei Eintracht Frankfurt hätte kaum größer sein können. Vergangenen Donnerstag gewann das Hasenhüttl-Team im fast leeren italienischen Stadio San Paolo bei unterkühlter Atmosphäre. Am Montagabend verlor der Vizemeister in einem Meer aus Frankfurter Trillerpfeifen gegen einen hitzigen Kontrahenten, der hart in die Zweikämpfe ging.

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Eintracht Frankfurt - RB Leipzig (2:1) Zur Galerie
Eintracht Frankfurt - RB Leipzig (2:1) © Getty Images

Doch die ungewöhnlichen Bedingungen im ersten Montagsspiel dieser Bundesligasaison zwischen Tennisbällen, Klopapier und dem zweimal verspäteten Anpfiff wollten die auf Platz fünf abgerutschten Leipziger nicht als Ausrede für die Pleite gelten lassen. Trainer Ralph Hasenhüttl sagte: „Es war nicht so angenehm 90 Minuten ausgepfiffen zu werden, aber wir haben schon schlimmeres erlebt. Das ganze Drumherum war nicht spielentscheidend, das waren andere Punkte.“

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Die Frankfurter waren im Vorfeld fair mit den Protesten ihrer Fans umgegangen, hatten RB Leipzig über alle geplanten Aktionen in Kenntnis gesetzt, wie Trainer Nico Kovac erklärte. Dass die lauten Trillerpfeifen die Kommunikation der Mannschaft auf dem Rasen störte, bestätigte Emil Forsberg, erklärte aber auch: „Wir kennen uns so gut und wissen, was wir machen müssen. Das haben wir nicht gemacht. Wir haben nicht unseren Fußball durchgesetzt, sondern sind in ihren Fußball, lange Bälle und viele Zweikämpfe, reingelockt worden.“ Torhüter Peter Gulacsi resümierte: „Wir waren nicht präzise nach vorne und hinten wurden die kleinen Fehler sofort bestraft. Die Stimmung im Stadion war gut, es gab keine Gewalt.“

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Neuer Kartenrekord in dieser Saison

Bis zum Ausgleichstreffer in der 22. Minute konnten die Gäste mithalten. Dann rissen die leidenschaftlichen, wenn auch manchmal sehr aggressiven Frankfurter, das Spiel an sich. Wie hart es zur Sache ging und warum es immer wieder Rudelbildung auf dem Rasen gab, zeigt auch die Statistik: In keinem Bundesligaspiel der Saison gab es bisher mehr gelbe Karten. Am Ende waren es acht an der Zahl, sechs für Frankfurt, zwei für Leipzig.

In der zweiten Halbzeit fehlte es RB an Ideen im Spiel nach vorn, obwohl mit Yussuf Poulsen, Emil Forsberg sowie Timo Werner noch einmal geballte Offensive in die Leipziger Mannschaft kam. Das lag auch daran, dass die Gäste mehrfach ihre Ordnung umstellen mussten, denn Keita verließ nach einer Stunde ungeplant mit Oberschenkelproblemen den Platz. Wie schlimm seine Verletzung ist, war am Dienstagmittag noch nicht bekannt.

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Klickt euch durch die Pressestimmen: So hat die Presse das erste Montagsspiel der Bundesliga zwischen Frankfurt und Leipzig gesehen. ©

Bereits am Donnerstag (19 Uhr) erwartet RB Leipzig wieder eine andere Fußballwelt, diesmal die gewohnte im heimischen Stadion – dort wollen die Hasenhüttl-Schützlinge den Montag so schnell wie möglich vergessen und am Ende den Einzug ins Achtelfinale der Europa League feiern.